Erntedankfest
Kerns feierte die etwas andere Älplerchilbi

Die Älplerbruderschaft Kerns passte ihr Erntedankfest den Corona-Schutzmassnahmen an.

Robert Hess
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Die Älplerbruderschaft Kerns feierte ihre traditionelle Älplerchilbi und passte sie den Coronamassnahmen an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer pflegen dabei das gemütliche Beisammensein.

Die Älplerbruderschaft Kerns feierte ihre traditionelle Älplerchilbi und passte sie den Coronamassnahmen an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer pflegen dabei das gemütliche Beisammensein.

Robert Hess (Kerns, 22. Oktober 2021)

«Wir haben hart um den Entscheid gerungen, ob wir die Tradition der Älplerchilbi diesen Herbst trotz Corona aufrechterhalten wollen», sagte Stefan Windlin-Arnold, der Pfleger der Älplerbruderschaft Kerns, am späteren Freitagnachmittag vor den rund 170 geladenen Gästen mit Zertifikat in der Dossenhalle. Vergangenes Jahr hatten die Kernser Älpler und Bauern ihr Erntedankfest wegen der Pandemie nur mit einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert. «Schliesslich haben wir uns entschlossen, die Älplerchilbi 2021 unter Einhaltung der Corona-Schutzmassnahmen durchzuführen.»

Es waren keine leeren Worte des Pflegers und OK-Präsidenten in der grossen Dossenhalle, die ein Mehrfaches an Gästen hätte aufnehmen können. Zu einem Zeitpunkt, an welchem eine richtige Älplerchilbi in Schwung kommt, schloss Stefan Windlin den offiziellen Teil des Festes mit dem herzlichen Dank an die vielen Helferinnen und Helfer, welche die Durchführung der Älplerchilbi 2021 trotz den Einschränkungen überhaupt möglich gemacht hatten.

Abt Christian vom Kloster Engelberg war Ehrenprediger beim Eucharistie-Gottesdienst in der Pfarrkirche.

Abt Christian vom Kloster Engelberg war Ehrenprediger beim Eucharistie-Gottesdienst in der Pfarrkirche.

Bild: Robert Hess (Kerns, 22. Oktober 2021)

Ehrenprediger aus Engelberg

Begonnen hatte die Älplerchilbi am Morgen traditionell mit dem Erntedankgottesdienst in der Pfarrkirche. Die Pfarreibeauftragte Marianne Waltert begrüsste die rund 200 Personen mit Zertifikat zur Älplerchilbi «auch wenn sie in diesem Jahr in einer etwas andern Art stattfindet.» Ein herzlicher Willkommensgruss galt Ehrenprediger Abt Christian vom Kloster Engelberg sowie Walter Bucher, Pfarrer im Ruhestand, und Pater Marian, dem Pfarrer in Melchtal.

Abt Christian trat in seiner Predigt mit einem Stein in der Hand vor die Gläubigen. Ein Stein, der von einem Alpwerk stammt, aber auch ein «Herz aus Stein bedeuten könnte.» Abt Christian erwähnte Petrus. Er sei zwar als Felsen bekannt gewesen, habe Jesus aber trotzdem dreimal verraten. Doch die Liebe zu Jesus habe er nie verloren, «denn er hatte kein Herz aus Stein.» Auch für uns dürfe ein Herz aus Stein keine Chance haben. Doch wir müssten füreinander da sein und vor allem in der heutigen Zeit gegenseitig eine Stütze bilden.

Der Festgottesdienst wurde von schönen Darbietungen des Jodlerklubs Fruttklänge Kerns umrahmt. Und der Betruf von Janice Durrer zum Ende des Gottesdienstes kam mit solcher Inbrunst, dass die Töne wohl über alle Kernser Alpen bis zum Himmel reichten!

Im kleinen OK helfen die Frauen tatkräftig mit (von links): Megi und Pius Suter (neuer Schreiber), Vreni und Stefan Windlin (amtierender Pfleger), Lisbeth und Bärti Amschwand (zurückgetretener Schreiber).

Im kleinen OK helfen die Frauen tatkräftig mit (von links): Megi und Pius Suter (neuer Schreiber), Vreni und Stefan Windlin (amtierender Pfleger), Lisbeth und Bärti Amschwand (zurückgetretener Schreiber).

Bild Robert Hess (Kerns, 22. Oktober 2021)

Leider kein Volksfest

Der anschliessende Fototermin, und der Einzug der Älplerinnen und Älpler und der geladenen Gäste in die Dossenhalle zum Mittagessen lockten einige Zuschauer an. Doch das übliche nachmittägliche Volksfest auf dem Schulhausplatz konnte wegen der Schutzmassnahmen leider nicht stattfinden. Auch die Sprüche der Wilden waren nur in der Dossenhalle zu vernehmen. Immerhin konnte sich die Schuljugend am üblichen freien Tag an Älplerchilbi auch dieses Jahr erfreuen.

Die grosse Hoffnung auf 2022

Keine Frage, dass die Älplerbruderschaft Kerns optimistisch in die Zukunft blickt. Pfleger Stefan Windlin bleibt im Amt, nach 13-jähriger Tätigkeit ist Bärti Amschwand als Schreiber zurückgetreten. Sein Nachfolger ist Pius Suter. «Das OK besteht eigentlich nur aus zwei Personen», sagt Pfleger Stefan Windlin. «Das ist nur möglich, weil wir von unseren Ehefrauen Vreni, Lisbeth und neu Megi tatkräftig unterstützt werden.»

Musikalische Unterhaltung durch das Trio Britschgi und ein Tänzchen mit Abstand.

Musikalische Unterhaltung durch das Trio Britschgi und ein Tänzchen mit Abstand.

Bild: Robert Hess (Kerns, 22. Oktober 2021)

Ein Zoo auf der Frutt?

Verfasst wurden die Sprüche der Wilden von Bruno von Rotz, vorgetragen wurden sie von Marco Herger und Nadia Küchler. Eine Kostprobe: «Alli diänd brichtä vo Bär und Wolf und denä besä Tiär. / Aber ich säg iiw eis und glaibits miär: / Dä Friälig hätts nu viel schlimmer chennä wärdä: / Uf der Wildi isch ä Tiger ghid vom Himmel uf Ärdä. / Äs wiiters Tiär hed duä d Armee uifbiätä miässä, / und isch grad mid ämä Puma chogä ds schiässä. / Bi dr Absturzstell hät mä dr Hag chennä ä chli hecher machä, / de hättid miär jetz uf dr Fruttä ä Zoo, äs fähltid nur nu äs paar Affä.»

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