KERNS: Korporation spürt Konkurrenz

An diesem Wochenende starten einige Korporationen mit dem Verkauf von Christbäumen. Die Korporation Kerns rechnet mit etwa 600 Christbäumen. Etwas weniger als früher.

Richard Greuter
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Die Forstwartlehrlinge Kilian Odermatt (links) und Jan Röthlin fällen Christbäume. (Bild: Richard Greuter (Kerns, 14. Dezember 2016))

Die Forstwartlehrlinge Kilian Odermatt (links) und Jan Röthlin fällen Christbäume. (Bild: Richard Greuter (Kerns, 14. Dezember 2016))

Richard Greuter

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Für viele gehört der geschmückte Tannenbaum zum Weihnachtsfest. Wer möchte schon darauf verzichten. Schon seit einigen Tagen sind die Korporationen damit beschäftigt, Christbäume für die kommende Weihnacht bereitzustellen. Sorgfältig wählen Forstarbeiter Hubi Egger von der Korporation Kerns und die beiden Lehrlinge Jan Röthlin und Kilian Odermatt die zu fällenden Bäume aus. Fichten (Rottannen) machen den grössten Anteil aus. Etwa 20 Prozent beträgt der Anteil der beliebten, aber etwas teureren Nordmanntannen, und einen ganz kleinen Teil machen die Weisstannen aus.

Mit Bäumen von der Korporation haben die Familien Gewähr für einen frisch geschnittenen Christbaum aus einheimischem Wald. Für die Entsorgung der ausgedienten Christbäume stellt die Korporation Kerns beim Gemeindehaus kostenlos eine Mulde bereit. Aus den Christbäumen entstehen Schnitzel für Holzfeuerungen.

Grossverteiler machen Korporation zu schaffen

Rund 600 Christbäume stellt die Korporation Kerns in diesem Jahr bereit. Trotz des starken Wachstums der Kernser Wohnbevölkerung ist der Verkauf durch die Korporation rückläufig. «In Spitzenzeiten fällten wir mehr als 900 Christbäume pro Jahr», sagt der Kernser Förster Ruedi Egger. Die Anzahl der Anbieter, darunter auch die Grossverteiler, hat in den letzten Jahren stark zugenommen, so die Sicht des Forstfachmannes. «Zudem», so Ruedi Egger weiter, «pflanzen auch einige Bauern Christbäume an und verkaufen sie.» Für die Bauernfamilien sei dies eher machbar als für die Korporationen, denn «ein Riesengeschäft ist es nicht. Wir müssen die Bäume anpflanzen, pflegen und auch Löhne zahlen.»

Je nach Grösse dauert es etwa 10 Jahre, bis sich eine Tanne als Christbaum eignet. Was den 56-jährigen Förster nach wie vor erstaunt: «Es wird immer noch gefrevelt.» Auch wenn die Preise für Christbäume gesunken seien. Ob das aus materieller Not oder eher aus Sport passiert, weiss Ruedi Egger nicht. Die Korporation Kerns verfügt über vier Christbaumanlagen mit einer Fläche von insgesamt einer Hektar.

Weniger Jungtannen zur Verfügung

Früher entstanden in diesen Plantagen Jungbäume für die Verjüngung und Aufforstung der Waldflächen. Die Christbäume suchten die Forstleute damals im Wald zusammen, was mit erheblichem Aufwand verbunden war.

Dies hat sich geändert. Einerseits kauft die Korporation die Setzlinge ein, anderseits wird der Jungwuchs vermehrt der Natur überlassen. Als Folge davon stehen im Wald weniger Jungtannen als Christbäume zur Verfügung .

So bleibt der Christbaum länger frisch

Was muss man machen, damit Christbäume ihre Nadeln nicht so schnell verlieren. Ruedi Egger hat einige Tipps: Wichtig sei, den Baum sofort nach dem Kauf ins Wasser stellen. Wird der Baum dann in den Christbaumständer gestellt, empfiehlt Egger, eine Scheibe von einigen Millimetern abzuschneiden. «So kann der Baum besser Wasser aufnehmen», betont der Förster. Zudem sollte man täglich Wasser nachfüllen. Vom Zuspitzen des Stammes – wie einige Märkte anbieten – rät der Forstfachmann hingegen ab. (RG)