Kerns
Der kleine Fuchs motiviert Kinder und Eltern zum Springen und Turnen an der frischen Luft

Eltern und Kleinkinder begeben sich in Kerns auf einen Fitness-Parcours. Spielerisch kommen sie mit einer Bilderbuchfigur in Bewegung.

Marion Wannemacher
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Für Anninja und Juan Durrer und ihre beiden Kinder Zachias und Cataleya ist gerade Familientag. Als Familie unternehmen sie viel miteinander. «Es ist uns wichtig, die Zeit mit den Kindern aktiv zu gestalten, in der Natur zu sein und ihnen Alltägliches spielerisch beizubringen», erklärt die 27-Jährige. Das bewegte Bilderbuch kommt ihnen gerade recht. Erwartungsvoll stehen sie am Beachvolleyballfeld bei der Dossenhalle. Vor ihnen liegt ein 800 Meter langer Parcours mit elf Stationen, auf dem sie die Bilderbuch-Geschichte des kleinen Fuchses kennen lernen und Bewegungsübungen machen werden.

Anninja und Juan Durrer lesen mit ihren Kindern Zachias (blaurote Jacke) und Cataleya Station 9 des bewegten Bilderbuchs.

Anninja und Juan Durrer lesen mit ihren Kindern Zachias (blaurote Jacke) und Cataleya Station 9 des bewegten Bilderbuchs.

Bild: Boris Bürgisser (Kerns, 13. Januar 2021)

Der vierjährige Zachias geht normalerweise einmal in der Woche ins Muki-Turnen. Aber das gibt es ja seit Ende Oktober wegen Corona nicht mehr. Muki-Turnleiterin Ursula Durrer-Signer lässt sich seitdem einiges einfallen, um die Eltern «ihrer» Muki-Turn-Kinder zur Fitness mit dem Nachwuchs zu inspirieren. Sie hält fest:

«Das Muki-Turnen und die Familien fehlen uns. Deshalb möchten wir ihnen ein wenig Abwechslung in den zur Zeit etwas eintönigen Alltag schenken. Bewusst haben wir das Angebot nicht für Muki-Familien beschränkt. Alle interessierten Familien dürfen mitmachen.»

Stationen beziehen die Umgebung im Wald und auf der Wiese mit ein

Die Idee vom bewegten Bilderbuch-Parcours stammt von ihr. Zusammen mit der Bibliothek Kerns hat sie diese realisiert. Es brauchte nicht mehr als laminierte Texte und Bilder der herzigen Geschichte des kleinen Fuchses, der nicht einsieht, dass er Wintervorräte sammeln muss, am Schluss aber doch glücklich zu Nahrung und Freunden kommt. Dazu hat sich Ursula Durrer-Signer mit viel Fantasie Aufgaben einfallen lassen, die die reale Umgebung mit einbeziehen.

«Klar können die Kinder im Winter keinen Purzelbaum schlagen, aber sie können in der Natur darauf achten, was man hört oder sich selber als Geschenk einen Tannenzapfen, einen Ast oder ein schönes Blatt aus dem Wald mit nach Hause nehmen.»

Zum Beispiel Station 2: Während Eule, Eichhörnchen und Schneehase fleissig Vorräte sammeln, schlägt der Fuchs Purzelbäume. «Hüpfe auf dem Platz über die Linien, sodass deine Füsse nie eine Linie berühren», liest Anninja ihrem Sohn Zachias vor. Danach soll er genau auf den Linien laufen. Eifrig springt der Vierjährige mit seiner Mutter über den Sportplatz. Die kleine Schwester kann noch nicht mithalten. Mit ihren 15 Monaten läuft sie gerade seit Herbst, «Dädi» hält sie bei Laune.

Aufgabe Station 2: Zachias und Anninja Durrer laufen auf den Linien des Sportplatzes. Papa Juan und Cataleya schauen zu.

Aufgabe Station 2: Zachias und Anninja Durrer laufen auf den Linien des Sportplatzes. Papa Juan und Cataleya schauen zu.

Bild: Boris Bürgisser (Kerns, 13. Januar 2021)

An Station drei geht es um die Eule, die dem kleinen Fuchs ins Gewissen redet. Wie eine Eule sollen die Kinder die Treppe hoch «fliegen» beziehungsweise springen. Der Weg geht weiter zum nahe gelegenen Bauernhof über die Wiese. Liegt Schnee, gibt es eine Schneeballschlacht. Die muss an diesem Tag mangels weisser Pracht ausfallen, also heisst es Wettlauf zum nächsten Posten.

Projekt kommt auch bei anderen Eltern gut an

Trotz des grauen Winterwetters sind einige Eltern mit ihren Kindern unterwegs, vorwiegend Mütter. «Wir haben auf verschiedenen Kanälen vom Parcours erfahren», erzählt Irène Roos. «Über den Muki-Turn-Chat, durch Spielgruppe und Kindergarten auf Whatsapp und Facebook.» Sie ist mit ihren drei Kindern unterwegs, die Freundin mit ihren beiden. «Es ist schön, wieder etwas auf Distanz unternehmen zu können und andere zu sehen in einer Zeit, in der so vieles nicht stattfinden kann, ein gemeinsames Erlebnis», freut sie sich. «Die Idee ist super», findet auch ihre Kollegin, Evelyne Pleisch.

Und auch Silvia Schäli-Hurschler, Mitarbeiterin der Bibliothek Kerns, zeigt sich angetan vom Konzept des bewegten Bilderbuchs und der Zusammenarbeit. «Es ist das erste Mal, dass wir mit dem Muki-Turnen zusammenarbeiten, das ist sehr spannend», betont sie. Die beliebten Aktionen Buchstart und Dunnschtigsgschicht können zurzeit nicht stattfinden. Sie weiss aus Erfahrung:

«Bewegung und Bilderbuch, das passt sehr gut zusammen, denn wenn kleine Kinder zuhören, müssen sie sich bewegen können.»

Bewegtes Bilderbuch noch bis Sonntag, 17. Januar, Dossenhalle Kerns, Start beim Beachvolleyballfeld, ca. 1 Stunde, für Kinder ab 2 Jahren bis 2. Klasse, unter Coronaschutzmassnahmen

Online-Tipps vom Netzwerk Miteinander Turnen: Ideensammlung für die Bewegung zu Hause