Kerns macht 2,7 Millionen Franken Gewinn

Weil die Rechnung viel besser als erwartet abschliesst, kann die Gemeinde fast 2 Millionen zusätzliche Abschreibungen vornehmen. Ausgewiesen wird letztlich ein Gewinn von 765 000 Franken.

Philipp Unterschütz
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Auch wegen der Verzögerungen beim Bau des Betagtenzentrums Huwel fallen in Kerns die Investitionen deutlich geringer aus als budgetiert.

Auch wegen der Verzögerungen beim Bau des Betagtenzentrums Huwel fallen in Kerns die Investitionen deutlich geringer aus als budgetiert.

Bild: Matthias Piazza (Kerns, 18. Oktober 2019)

Satte 2,3 Millionen Franken besser als budgetiert schliesst die Kernser Erfolgsrechnung 2019 ab. Es resultiert ein Ertragsüberschuss von knapp 2,7 Millionen Franken. Der Einwohnergemeinderat schreibt in einer Mitteilung, dass er vorschlägt, 1,9 Millionen Franken zusätzliche Abschreibungen vorzunehmen und ein Gesamtergebnis von 765 000 Franken auszuweisen. Weil die auf 5. Mai angesetzte Gemeindeversammlung wegen der Coronakrise abgesagt werden musste, ist der Entscheid darüber vorerst aufgeschoben. Der Einwohnergemeinderat verfolge das Ziel, je nach Situation noch vor den Sommerferien eine Gemeindeversammlung oder Urnenabstimmung durchführen zu können, teilt Gemeindeschreiber Roland Bösch auf Anfrage mit. Aktuell liege das Hauptaugenmerk aber ganz klar auf der Bewältigung der Pandemie und der Gesundheit der Einwohnerinnen und Einwohner.

«Der Rechnungsabschluss 2019 gibt dem Einwohnergemeinderat einen grösseren Spielraum für die bevorstehenden eigenen Investitionen», lässt sich eine erfreute Monika Ettlin-Kellenberger, Vorsteherin des Departements Finanzen und Controlling, in der Mitteilung zitieren. Gleichzeitig relativiert sie aber die aktuelle Finanzsituation: «Der Rechnungsabschluss 2019 ist stark von nicht beeinflussbaren Faktoren positiv geprägt. Werden diese nicht berücksichtigt, schränkt sich der finanzpolitische Spielraum der Gemeinde Kerns stark ein.»

Gemeint sind damit insbesondere die tiefe Abschreibungsrate aufgrund verzögerter Investitionen oder die von der Finanzkraft der anderen Gemeinden abhängigen und daher nicht beeinflussbaren hohen Beiträge aus dem innerkantonalen Finanzausgleich. Dass der Ressourcenausgleich von fast 4 Millionen Franken überhaupt in die Gemeindekasse floss, war nur dem Umstand zu verdanken, dass die Gemeinde Sachseln nicht zur Gebergemeinde wurde. Wäre dies der Fall gewesen, hätte Kerns aufgrund des tieferen Gesamtsteuerfusses gegenüber Sachseln den Anspruch aus dem Ressourcenausgleich verloren.

Erfreuliche Entwicklung des Steuerertrages

Der Gesamtaufwand beträgt 25,3 Millionen und liegt rund 700 000 Franken unter den Erwartungen. So konnten unter anderem der Sach- und der übrige Betriebsaufwand in einigen Positionen um insgesamt 366 000 Franken reduziert werden. 

Dass der Gesamtertrag von 26 Millionen Franken Mehreinnahmen von 1,6 Millionen gegenüber dem Budget ausweist, liegt insbesondere daran, dass über 1,2 Millionen mehr Steuern eingenommen wurden als budgetiert. Bei den Steuern legten die natürlichen Personen um 805 000 und die juristischen Personen um 85 000 Franken zu. Die Sondersteuern auf Grundstückgewinne und Handänderungen konnten mit 798 000 Franken auf hohem Niveau gehalten werden (+0,348 Millionen Franken). Langfristig wird bei den Sondersteuern aber ein deutlich tieferer Ertrag prognostiziert.

Investitionen wegen Betagtenzentrum kleiner als erwartet

Anstatt der erwarteten Nettoinvestitionen von gut 6 Millionen resultierten effektive Nettoausgaben von 2,6 Millionen Franken. Die grösste Differenz liegt bei der geplanten Darlehenstranche an die Betagtensiedlung Huwel von 4 Millionen, die wegen hängiger Einsprachen im Baubewilligungsverfahren noch nicht benötigt wurden. 

Die Einwohnergemeinde Kerns weist per Ende 2019 ein Nettovermögen von knapp 9,4 Millionen Franken aus. Pro Kopf ergibt dies ein Nettovermögen von 1467 Franken.

Die Jahresrechnung 2019 wird der Bevölkerung normalerweise in der Botschaft zur Gemeindeversammlung näher vorgestellt. Da die Gemeindeversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, wird der Bevölkerung in der 2. Ausgabe des «Kerns informiert», welches kommende Woche erscheint, ein Einblick in den Abschluss 2019 gewährt. Die Rechnung 2019 mit ausführlichem Bericht steht auf www.kerns.ch zum Herunterladen zur Verfügung oder kann telefonisch in ausgedruckter Form bei der Finanzverwaltung bestellt werden (041 666 31 50).

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