KERNS: Neue Geheimnisse für die kleinen Räuber

Der beliebte Chärwaldräuberweg ist erweitert worden. Am Samstag wurden die beiden neuen Posten – ein Amphibienteich und ein Mini-Steinbruch – eingeweiht.

Adrian Venetz
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Korporationsvizepräsident Daniel Waldvogel (auf der Bank stehend) begrüsst Sponsoren und Gäste auf dem Picknickplatz Zubersrüti im Kernwald. (Bild: Adrian Venetz (Kerns, 20. Mai 2017))

Korporationsvizepräsident Daniel Waldvogel (auf der Bank stehend) begrüsst Sponsoren und Gäste auf dem Picknickplatz Zubersrüti im Kernwald. (Bild: Adrian Venetz (Kerns, 20. Mai 2017))

Die auf den ersten Blick unscheinbare Grube im Kernwald hat eine lange Geschichte. Sie diente nämlich als Kühlschrank. Im Winter sägten Metzger und Wirte Eisblöcke aus dem nahe gelegenen Gerzensee heraus und lagerten sie in der Grube. Abgedeckt mit Ästen und Laub blieben die Eisblöcke bis Herbst haltbar. Bis etwa 1930 wurde der Eiskeller im Kernwald genutzt. Dies und viel mehr erfahren Besucher des Erlebnisparcours Chärwaldräuberweg im Kernwald. 2009 wurde er eingeweiht, gestern nun sind zu den zehn bestehenden Posten zwei weitere hinzugekommen: Posten 11 ist ein wunderschön gelegener Amphibienteich, Posten 12 widmet sich dem Thema Steinhauer.

Der Chärwaldräuberweg – erstellt und eingeweiht 2009 – sei eine Erfolgsgeschichte, sagt Förster und Betriebsleiter Ruedi Egger. Der Kernwald sei ein «sehr abwechslungsreicher Wald, der mit öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln gut erreichbar ist», sagt Egger. Deshalb gelte er seit Jahrzehnten als beliebtes Naherholungsziel.

Der Buchenwald an der Grenze zwischen Ob- und Nidwalden ist rund 400 Hektaren gross. Das entspricht etwa der Hälfte der Fläche des Sarnersees. «Die Topografie ist einzigartig», schwärmt Egger und spricht auch die grossen Felsbrocken an, die sich im ganzen Wald verteilt finden. Auch diese haben eine ganz spezielle Geschichte, wie die Besucher des Chärwaldräuberwegs erfahren. Die Brocken sind vor über 2000 Jahren nach einem massiven Felssturz am Stanserhorn im Kernwald gelandet. Kernser Steinhauer haben sich dies ab etwa 1950 zunutze gemacht. Mit Erlaubnis der Korporation durften sie Steinblöcke aus den riesigen Brocken hauen und diese beispielsweise für den Bau von Mauern und Treppen verwenden. Und so ist eben nun dieser neue Posten 12 entstanden, wo die Kinder einem Chärwaldräuber helfen können, eine Mauer zu bauen.

Was Ruedi Egger besonders freut, ist die Tatsache, dass sich die Besucher des Erlebniswegs an die Regeln halten und beispielsweise keinen Abfall liegen lassen oder Einrichtungen beschädigen. «Natürlich gibt es hin und wieder schwarze Schafe, aber der grösste Teil verhält sich sehr rücksichtsvoll.»

Am Samstag wurden die Posten – entgegen den Prognosen bei freundlichem Wetter – im Beisein von Sponsoren und Gästen eingeweiht. Gemäss Daniel Waldvogel von der Korporation Kerns wurden rund 60 000 Franken in die Erstellung der beiden neuen Posten investiert. Weitere 20 000 Franken flossen in Unterhalts- und Auffrischungsarbeiten an den bisherigen Posten. Gedruckt wurde auch eine neue Broschüre, in der die neuen Posten beschrieben werden.

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch