KERNS: Noch lebt der Brauch des Mehrens in Kerns

Kernser Älpler beschliessen, wann das Vieh auf die Melchsee-Frutt soll. Am Sonntag hat wieder das Handmehr entschieden.

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Alpvogt Bruno von Rotz (links) führt mit Gemeindeweibel Josef von Rotz auf der Spielstud das Wildimehren durch. (Bild Bea Zai/Neue OZ)

Alpvogt Bruno von Rotz (links) führt mit Gemeindeweibel Josef von Rotz auf der Spielstud das Wildimehren durch. (Bild Bea Zai/Neue OZ)

Auf der Spielstud, dem öffentlichen Gemeindeplatz, heute Kronenplatz, versammelten sich am Sonntag nach alter Tradition rund 20 Älpler der Alpen Ah, Melchsee und Tannen, um mit Handmehr zu entscheiden, zu welchem Zeitpunkt sie «z?Wildi fahren». Alpvogt Bruno von Rotz und Gemeindeweibel Josef von Rotz als Stimmenzähler standen auf der Mauer, die das Kirchenareal von Strasse und Kronenplatz abgrenzt.

Wer Vieh auf Melchsee-Frutt auftreibt, kann mit einer Stimme an der Versammlung teilnehmen. Nach Absprache mit den Hochalpvögten über den Grasbestand auf den Hochalpen von Melchsee-Frutt schlägt Alpvogt von Rotz jeweils den Tag für «z?Wildi fahren» vor. Wem der Tag nicht passt, kann Nein stimmen. Heuer sind alle Vorschläge für richtig befunden worden, am Donnerstag, 8. Juli, wird nach Tannen, am Freitag, 9. Juli, nach Ah und am Dienstag, 13. Juli, nach Melchsee gefahren.

Bea Zai

HINWEIS
Die Strasse nach Melchsee-Frutt ist in den Nächten vom 7. auf den 8. Juli, vom 8. auf den 9. Juli und vom 12. auf den 13. Juli jeweils von 20.30 bis 8.40 Uhr gesperrt.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Obwaldner Zeitung.