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KERNS: Schule bildet künftige Lebensretter aus

Statt Geschichte oder Naturlehre stand gestern in Kerns Lebensrettung auf dem Stundenplan. 63 Schüler der ersten Oberstufe übten Reanimation.
Marion Wannemacher
Leandra Litschi und Regula Zimmermann (rechts) üben mit der Puppe die Grundkenntnisse der Lebensrettung. (Bild Marion Wannemacher)

Leandra Litschi und Regula Zimmermann (rechts) üben mit der Puppe die Grundkenntnisse der Lebensrettung. (Bild Marion Wannemacher)

Marion Wannemacher

Es knistert im Theorieraum über dem Feuerwehrlokal Kerns. Schüler der ersten Integrierten Orientierungsschule lösen die Folie von den Schachteln vor ihnen, sie packen ihr Selbstlern-Kit aus. Zum Vorschein kommt der Kopf einer aufblasbaren Puppe mit Torso. «Anne» heisst die Plastikdame, an der die Siebtklässler in den nächsten eineinhalb Stunden Grundkenntnisse der Lebensrettung lernen werden. Als Instruktoren stehen ihnen Fabienne von Rotz und Jonas Ettlin vom Samariterverein Kerns zur Seite.

Erfahrung mit Herzschule Lungern

Sie arbeiten mit Help, dem Jugendprogramm, das Jugendliche befähigen soll, bei einem Herznotfall zu helfen. Hugo Sigrist, der Schulleiter von Kerns, hat es von der Schweizerischen Herzstiftung. Es ist kein Zufall, dass Lungern bereits vor fünf Jahren zur «Herzschule» wurde. Damals war Sigrist dort Schulleiter. Auch der damalige Schulleiter von Kerns, Christoph Heutschi, hatte sich für Help interessiert.

«Es ist eine lebenspraktische Ausbildung, die Schule und Leben miteinander verbindet. Wichtig ist, dass Jugendliche lernen, in lebensbedrohlichen Situationen richtig zu reagieren», ist Hugo Sigrist überzeugt. Roland Rossacher, Präsident des Samaritervereins Kerns, kann ihm nur zustimmen. Die ersten drei bis fünf Minuten seien die wichtigsten, unterstreicht er: «Danach passieren ohne Versorgung schwere Hirnschäden beim Patienten. Gefragt ist der Nächste gleich nebenan, ob im Konzert oder wo auch immer. Nur nichts tun ist falsch», sagt er.

Vorfreude auf den eigenen Kurs

Die beiden Lehrer Matthias Käslin und Livia Sabini stellen ihre Unterrichtsstunden gern zur Verfügung. «Ich finde es sehr sinnvoll, dass man weiss, wie man reagieren muss», erklärt die Lehrerin. Wie viel bei ihr selbst noch vom Nothelferkurs für den Fahrausweis hängen geblieben ist, weiss sie nicht. «Ich freue mich auf jeden Fall auf den Kurs für Lehrpersonen im September», sagt sie. Ihr Kollege berichtet, dass die Schüler sehr gespannt auf die Unterrichtslektion mit den Samaritern gewesen seien.

Mittlerweile sollen die Schüler eine ganze Serie von Kompressionen durchführen. Leandra Litschi aus der Klasse 7a massiert sich das Handgelenk. «Das ist ganz schön streng», findet sie. «Ja, fast wie ein Krampf», ergänzt ihre Sitznachbarin Regula Zimmermann aus der Klasse 7c. «Jetzt ist es noch nicht fertig», ermahnt die Kursleiterin Fabienne von Rotz. «Ja, es braucht schon Kraft in den Armen», sagt sie. «Allein in einer Minute müssen dreimal 30 Kompressionen und dreimal zwei Beatmungsstösse ausgeführt werden. Nach sieben Minuten sollte gewechselt werden, wenn bis dahin noch keine Ambulanz vor Ort ist.»

Auffrischungskurse sinnvoll

Bereits zum zweiten Mal werden an der Schule Kerns Jugendliche in Lebensrettung unterrichtet. Am Nachmittag gibt es für die Schüler des Kurses vom vergangenen Jahr einen Wiederholungskurs zum Auffrischen.

«Es zeigt sich, dass sich die Jugendlichen schnell wieder an das vor einem Jahr Gelernte erinnern können und deshalb solche Wiederholungskurse wichtig sind», bestätigt Hugo Sigrist. Bereits seit einem Jahr gibt es in Kerns sogenannte AED-First-Responder, die in Herznotfallgruppen am Defibrillator ausgebildet sind. «Sie waren bereits erfolgreich im Einsatz», weiss Roland Rossacher.

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