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KERNS: Schulische Zukunftsvision: Melchtaler und St. Niklauser sind besorgt

Gemeindepräsident André Windlin musste bei der Präsentation der schulischen Zukunftsvision – insbesondere für die Aussenschule im Melchtal – am Informationsabend einige besorgte Eltern beruhigen.
Romano Cuonz
Hatten viele Fragen zu beantworten (von links): Bauchef Ruedi Windlin, Gemeindepräsident André Windlin und der für die Schule zuständige Pius Hofer. (Bild: Romano Cuonz (Kerns, 27. September 2017))

Hatten viele Fragen zu beantworten (von links): Bauchef Ruedi Windlin, Gemeindepräsident André Windlin und der für die Schule zuständige Pius Hofer. (Bild: Romano Cuonz (Kerns, 27. September 2017))

«In Sachen Schulentwicklung schaut man uns gut auf die Finger, dies bewog uns dazu, Sie über unsere Absichten zu orientieren, bevor nächste Entscheide getroffen werden», sagte Gemeindepräsident André Windlin am Informationsabend vom Mittwoch. In besonders grosser Zahl waren Eltern aus St. Niklausen und Melchtal aufmarschiert. Keine Überraschung für den Melchtaler Windlin: Ihre Kinder werden von den Plänen, die der Rat in Sachen Schulentwicklung aktuell verfolgt, wohl am meisten betroffen sein (siehe Ausgabe von gestern). Die Schule Melchtal soll auf das Schuljahr 2020/21 in zwei Zügen (Basisstufe vom Kindergarten bis zur 2. Klasse und Mehrjahrgangsklasse von der 3. bis 6. Klasse) geführt werden. Damit genügend Räume vorhanden sind, will man das Schulhaus für 2 Millionen sanieren.

Kerns nicht ein Versuchskaninchen?

Eine Notwendigkeit resultiert allerdings daraus: Kinder aus St. Niklausen müssten ab diesem Zeitpunkt in Kerns zur Schule gehen, weil es sonst fürs neue Modell im Melchtal zu viele Kinder wären. Conny Reinhard wollte wissen, ob Kerns mit einem solchen Modell nicht zu einem Versuchskaninchen werde. Windlin beruhigte sie. Das Modell Basisschule sei andernorts erprobt und im Obwaldner Bildungsgesetz für Aussenschulen überdies auch vorgesehen. Gleich vier Mehrjahrgangsklassen miteinander gab es in Kerns schon länger nicht mehr. Von andern Orten aber wisse man, dass solche für die Sozialkompetenz der Kinder sogar Vorteile bringen könnten.

Iris Widli aus Melchtal befürchtet, bei so vielen Klassen in einem Zimmer könnte es sehr laut werden, und Ellen Frank bereiten die Klassengrössen Sorgen. Da entschärfte Schulleiterin Jacqueline Michel: «Aus pädagogischer Sicht ist das Modell eine Herausforderung, aber wir werden sie mit guten Rahmenbedingungen meistern.» So lägen die Klassengrössen zwischen idealen 15 und 20 Schülern, auch würden mehrere Lehrpersonen oft in Gruppen und räumlich getrennt unterrichten.

Priska Bucher und Ellen Frank schlugen vor, doch auch ein anderes Modell zu prüfen. Ihre Vorstellung: Im Melchtal sollten weiterhin drei Klassen geführt werden: neben dem Kindergarten die Klassen 1 bis 3 und die Klassen 4 bis 6. Der für die Schule zuständige Gemeinderat Pius Hofer winkte ab. «Da wären die Rahmenbedingungen im Verhältnis zu Kerns nicht mehr im Lot», meinte er. Mit dem vorgeschlagenen Modell strebe man etwa gleiche Verhältnisse an, wie man sie dem Steuerzahler zumuten könne. Einiges Kopfzerbrechen bereitete Kathrin Röthlin den Rednern. Ob St. Niklauser Eltern beantragen könnten, dass ihre Kinder weiterhin im Melchtal statt in Kerns zur Schule gehen, fragte sie. André Windlin: «Als Übergangslösung müssten wir dies prüfen.» Eine Garantie aber könne er nicht geben.

Fragen zur Aufstockung «Dossen»

Dass ab 2020/21 zusätzliche Schulräume nötig sind, blieb am Informationsabend unbestritten. Kerns will mit 2 Millionen Franken das Schulhaus Dossen aufstocken und so vier Zimmer schaffen. Gemäss einem Gutachten sei dies eine vertretbare Lösung, dazu erst noch kostengünstiger als eine auch geprüfte Neuvariante, sagte Bauchef Ruedi Windlin. Architekt Martin Ming wollte nähere Auskünfte zum neuen, doch sehr anders lautenden Gutachten. Windlin dazu: «Wir sind verpflichtet, den ‹Dossen› in den nächsten Jahren zu sanieren und statisch zu verstärken.» Mit der geplanten Aufstockung könne man laut Gutachten mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das Gebäude würde die Aufstockung problemlos verkraften. Es werde allgemein sicherer. Vor allem auch im Falle eines Erdbebens. Überdies habe man im Kostenvoranschlag 16 000 Franken für Messungen eingeplant, die allfällige Veränderungen wie Senkungen oder Risse sofort aufzeigen würden.

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

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