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KERNS: So unterschiedlich sind die Schweiz und Sambia

Mit knapp 50000 Franken unterstützte der Förderverein im vergangenen Jahr die Berufsbildung in Sambia. Die Mittel wurden unter anderem für neue Schulungsräume für Elektriker eingesetzt.
Der Gemeinderat von Chikupi tagt im «Sitzungszimmer». (Bild: Anna Schäli-Renggli/PD)

Der Gemeinderat von Chikupi tagt im «Sitzungszimmer». (Bild: Anna Schäli-Renggli/PD)

Christian Schäli führte kürzlich speditiv durch die Jahresversammlung des Fördervereins Berufsbildung in Sambia. Alle Geschäfte wurden von den über 50 Anwesenden in Kerns einstimmig genehmigt und der bisherige Vorstand samt Revisor für weitere zwei Jahre gewählt. Der Förderverein deckte im vergangenen Jahr mit 25000 Franken die fehlenden Betriebskosten, da das Schulgeld gemäss Zweck der Schule nicht ganz kostendeckend ist. Zusätzlich wurden 24500 Franken für neue Schulungsräume für Elektriker überwiesen.

Nach dem offiziellen Teil «entführten» Anna und Ueli Schäli die zahlreich erschienenen Zuhörer nach Sambia. Schweizer in ähnlichen Positionen wurden mit fünf Filmausschnitten von Interviews mit Personen aus Chikupi konfrontiert. Einige Fazits daraus: Beim Gemeinderat in Sambia geht es um das Wesentliche, um die Existenz und das Überleben, um das Zusammenleben und um die Verantwortung füreinander. In der Schweiz gehe es nicht mehr ums Existenzielle, sondern vor allem um die Standortattraktivität, so ein ehemaliger Kernser Gemeinderat. Wichtig sei eine Ausbildung, die zur Kultur des Landes passe.

Bewunderung für die «Hüterin ihres Bruders»

Der Direktor vom Berufsbildungszentrum Chikupi und der Rektor der Schule Walchwil sind sich einig, dass es an beiden Orten motivierte, unternehmungslustige und neugierige Jugendliche gibt, die voll Freude das Berufsleben in Angriff nehmen. Doch die Ansprüche an das Leben und die Schulen sind unterschiedlich. Bei einem Vergleich bestehe Gefahr, dass die in einfachen Verhältnissen lebenden Sambier demotiviert werden. Während eine Berufsschullehrerin in Chikupi für funktionierende Nähmaschinen kämpft, um den Lernenden eine bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen, streicht eine Lehrerin in der Schweiz die Wichtigkeit der Zeit für gemeinsame Gespräche mit den Schülern hervor.

Die Auszubildenden Remo und Nikolus haben die gleiche Passion. Beide sind begeistert von Metall. Remo im vierten Lehrjahr in der Schweiz, Nikolus in seiner einjährigen Ausbildung in Sambia. Beim Fischen und Skifahren trifft man Remo an, beim Musikhören und Bibel lesen Nikolus. Trotz der gemeinsamen Passion sind die Zukunftsaussichten nicht vergleichbar.

Deboras Berufsziel ist Landwirtin. Sie ist Vollwaise, und das Berufsbildungszentrum Chikupi bietet ihr die Chance zu einer Ausbildung. Eine ihrer berührenden Aussagen lautet, dass sie «Hüterin ihres Bruders» sein möchte. Das bedeute, dass sie die Hilfe, die sie bekommen hat, weitergeben kann an andere, die ebenfalls Hilfe benötigen. Ihr Schweizer Gegenüber bewundert die Stärke, den Mut und die Reife dieser jungen Frau, die durch die Landwirtschaft sich, ihre Familie und das Land weiterentwickeln will.

Zum Abschluss der Jahresversammlung fanden die Teilnehmenden Zeit zum Austausch, während die Suppentöpfe immer leerer wurden. (pd/red)

Hinweis

Mehr Informationen unter: www.berufsbildung-sambia.c<i style="font-size: 1em;">h<span style="display: none;">&nbsp;</span><span style="display: none;">&nbsp;</span></i>

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