Postautohaltestellen in Kerns sollen behindertengerecht werden

Die Postautohaltestellen Sand und Stöckalp werden umgebaut, damit auch Rollstuhlfahrer selbstständig ein- und aussteigen können. Bei Ersterer müssen die Grundeigentümer aber noch die Erlaubnis erteilen.

Matthias Piazza
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Die Postautostation Sand in Kerns soll diesen Herbst behindertengerecht gemacht werden.

Die Postautostation Sand in Kerns soll diesen Herbst behindertengerecht gemacht werden.

Bild: Matthias Piazza (17. Juli 2020)

Diesen Herbst beginnt in Kerns eine neues ÖV-Zeitalter. Die Postautohaltestellen Sand und Stöckalp werden behindertengerecht umgebaut. Insbesondere wird das Perron beziehungsweise das Trottoir beim Einsteigebereich angehoben, was ein problemloses und selbstständiges Ein- und Aussteigen auch für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Leute mit Kinderwagen ermöglichen soll.

Stefan Flück, Gemeinderat Kerns.

Stefan Flück, Gemeinderat Kerns.

Bild: PD

«Die jetzt schon stark frequentierte Haltestelle Kerns Sand, die im grossen Siedlungsgebiet Wisserlen/Sand auf der wichtigen Postautolinie Stans–Sarnen liegt, gewinnt ab Dezember noch zusätzlich an Bedeutung, wenn dann das Postauto im durchgehenden Stundentakt fährt», sagt der Kernser Gemeinderat Stefan Flück. Auf dieser Linie fahren an einem durchschnittlichen Werktag rund 1000 Leute, wie das Unternehmen Postauto auf Anfrage bekanntgibt. Stefan Flück ist zuversichtlich, dass man für den Ausbau der Busbucht mit den drei betroffenen Grundeigentümern handelseinig werde, um den nötigen Landerwerb beziehungsweise die Gewährung des Baurechts ermöglichen zu können. Bei der Station Sand steigen werktags durchschnittlich rund 140 Leute pro Tag ein.

Unterstand für 20 Velos geplant

Bei dieser Gelegenheit soll die Haltestelle auch einen Unterstand für 20 Velos erhalten. «Dies entspricht einem Bedürfnis. Bei diesem weitläufigen Einzugsgebiet der Haltestelle werden viele Postautofahrgäste den Weg von der Haltestelle nach Hause oder umgekehrt mit dem Velo zurücklegen», so Flück. 146'000 Franken investiert die Gemeinde in die Modernisierung der Postautohaltestelle.

Auch die Haltestelle Stöckalp wird noch diesen Herbst für 95'000 Franken umgebaut. «Diese benutzen alle, die mit dem öffentlichen Verkehr ihren Ausflug auf die Melchsee-Frutt machen», begründet Flück die Investition. Rund 130 Fahrgäste steigen an einem durchschnittlichen Werktag dort ein.

Umbau ist eine gesetzliche Vorgabe

Die Stationen Sand und Stöckalp setzen den Startpunkt für eine ganze Serie von Umbauten. Denn auch die Postautohaltestellen Post, Boll, Chäli-Burgflue, Foribach, Melchtal Dorf und Melchtal Sportcamp, St. Niklausen alte Post sowie St. Niklausen Alpenblick sollen bis spätestens Ende 2023 behindertengerecht umgebaut werden. Der genaue Zeitplan inklusive Kosten werde dabei laufend erarbeitet.

Mit dem Ausbau kommt die Gemeinde auch dem Behindertengleichstellungsgesetz nach. Dieses schreibt vor, dass ab 2024 schweizweit alle Haltestellen des öffentlichen Verkehrs für Menschen mit einer Behinderung autonom benutzbar sein müssen, sofern die Kosten für den Umbau im Verhältnis zum Nutzen stehen. Darum werden auch nicht alle Kernser Haltestellen umgebaut, sondern nur die zehn wichtigsten. Flück: «Bei den übrigen rund acht Haltestellen auf unserem Gemeindegebiet drängt sich der Umbau wegen der geringen Passagierfrequenzen nicht auf.»

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