KERNS: Späte Heimkehrer kehren leiser nach Hause

In Kerns sollen vermehrt Feste bis 5 Uhr früh dauern dürfen. Der Gemeinderat verspricht sich davon weniger Vandalen im Dorf.

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Tanzen bald bis zum Morgengrauen? (Bild Adrian Bär/Neue LZ)

Tanzen bald bis zum Morgengrauen? (Bild Adrian Bär/Neue LZ)

Der Trend ist schon länger erkennbar: Besucher von Festen und Partys tauchen erst am späten Abend im Festgelände auf. Und wer spät an ein Fest geht, will nicht schon um 2 oder 3 Uhr heim.

Kerns wagte vergangenen Herbst einen Versuch: Die Trinkler (Trychler) und der Fussballclub bekamen ausnahmsweise eine Bewilligung für ihre Feste bis 5 Uhr früh. Und siehe da: «Aufgrund des stärker verzögerten Nachhausgehens verliessen die Besucher das Festareal ruhiger, und auch der Bus- respektive Taxibetrieb zur Heimreise der Besucher konnte besser bewältigt werden», schreibt der Gemeinderat in seinen Mitteilungen.

Gegen Morgen wirds stiller
«Weil viele heute erst abends spät an ein Fest gehen, ist ein Festschluss schon um 2 oder 3 Uhr zu früh», sagt der Kernser Gemeindepräsident Arnold Wagner. «Das zeigte sich an früheren Festen: Einige, die nicht heim wollten, zogen lärmend durchs Dorf, es gab auch vereinzelt Vandalismus. Wenn das Fest jedoch um 5 Uhr endet, dann haben die Leute offenbar in der Regel genug und sind auch willig, heimzukehren», sagt Wagner.

Nur für Einheimische
Gestützt auf die guten Erfahrungen gibt der Kernser Gemeinderat nun der Liegenschaftskommission «auf Zusehen hin die Möglichkeit, Grossanlässe am Freitag und Samstag bis 5 Uhr zu bewilligen», schreibt der Gemeinderat. Unter der Woche jedoch soll um 24 Uhr Schluss sein. Dass Kerns nun jedes Wochenende zur Festbude Obwaldens wird, sei nicht zu befürchten, sagt Wagner: «Wir wollen diese Ausnahmebewilligung unseren einheimischen Vereinen geben, die auch etwas fürs Dorfleben unternehmen.» Wagner rechnet damit, dass so eine Bewilligung im Schnitt weniger als jeden Monat einmal erteilt wird. Und wer bis 5 Uhr eine Bewilligung hat, muss spätestens ab 4 Uhr die Musik zurückdrehen. Veranstalter bekommen zudem die Auflage, einen Sicherheitsdienst aufzuziehen.

Markus von Rotz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Obwaldner Zeitung.