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KERNS: Stolpersteine für das Schlachthaus

Das Land ist gesichert, eine Projektstudie steht, doch gegen den Neubau eines Schlachthauses im Industriequartier Sand regt sich Opposition. Befürchtet werden vor allem Folgen des Mehrverkehrs.
Robert Hess
Das Schlachthaus Ei in Sarnen ist in die Jahre gekommen. Nun wird ein Neubau in Kerns geplant. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 29. August 2017))

Das Schlachthaus Ei in Sarnen ist in die Jahre gekommen. Nun wird ein Neubau in Kerns geplant. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 29. August 2017))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Einig sind sich alle an diesem Abend, dass das heutige Schlachthaus mit Notschlachtstelle Ei in Sarnen aufgehoben und an einem andern Standort erstellt werden soll. «Einerseits ist die Öffentlichkeit verpflichtet, die Infrastruktur für Notschlachtungen zur Verfügung zu stellen», erklärte André Windlin, Gemeindepräsident und Präsident der Genossenschaft Schlachthaus, am Mittwoch am Informationsanlass im Industriequartier Sand. Zudem sei ein Schlachthaus mit Fleischverarbeitungsbetrieb für viele Bauernfamilien und die Direktvermarktung wichtig. Ausserdem würden verschiedene Metzge­reien profitieren, denn heute werde in Obwalden nur noch im Betrieb in der Ei geschlachtet.

Im November 2017 hatte die seit 22 Jahren bestehende Genossenschaft Schlachthaus Ei nach langer Standortsuche endlich ein Erfolgserlebnis und konnte wie früher berichtet im Kernser Industriequartier von der Korporation rund 1900 Quadratmeter Bauland kaufen. Vor rund 30 Personen, darunter Behördenmitglieder und Anstösser, wurde nun am Mittwoch eine vom Architekturbüro Planteams in Kägiswil erarbeitete Projektstudie präsentiert. Gegen den Zweckbau mit klar ersichtlichen Abläufen bei der Anlieferung, Schlachtung und Fleischverarbeitung mit rund zehn Mitarbeitern wurde keine Kritik laut.

Da die Schlachthausprob­lematik mit einer Motion im Parlament kantonale Dimensionen angenommen hatte, äusserte sich an der Versammlung auch Baudirektor Josef Hess dazu. Er hielt fest, dass der Kanton keine finanzielle Unterstützung leiste, aber Fachwissen, Beratung oder Ideen zur Verfügung stelle. Für den Baudirektor gehört ein Schlachthof in die Gewerbe- und Industriezone, somit sei der Standort Sagenried zonenkonform.

Grossschlachthof mit Mehrverkehr befürchtet

Gegen den geplanten Standort äusserte der Sarner Rechtsanwalt Attilio R. Gadola als Vertreter zweier Opponenten (siehe Kasten) harsche Kritik. Offenbar sei «unter dem Deckmantel ‹Notschlachtungen und Direktvermarktungen› ein Grossschlachthof für die Zentralschweiz geplant, meinte er. Einem starken Verkehrsaufkommen durch Lastwagen, Kleintransporter und Traktoren sei das schlecht erschlossene Industriegebiet nicht gewachsen. Der Mehrverkehr führe zu massiven Beeinträchtigungen und Behinderungen für die bestehenden Betriebe. Der vorgesehene Standort sei nicht zonenkonform, er werde im Auftrage seiner Klienten eine Initiative zur Änderung des Zonenplanes für eine «Sondernutzungszone» einreichen. Zu prüfen sei auch die Umweltverträglichkeit.

Genossenschaftspräsident André Windlin und Aktuar Martin Hug wehrten sich gegen den Vorwurf, einen Grossschlachthof für die Region zu planen. «Derzeit werden in der Ei jährlich rund 4000 Tiere, davon rund 2500 Schweine, geschlachtet», sagte Windlin. Die Notschlachtstelle verzeichne jährlich rund 100 Tiere. Diese Zahlen würden sich nicht wesentlich verändern. Das Verkehrsaufkommen sei am Montag, dem Schlachttag, am grössten. Man rechne durchschnittlich mit 2 Lastwagen, 10 Kleintransportern, 18 Autos und Geländefahrzeugen mit Anhängern sowie 2 Traktoren mit Anhänger. Zum Einzugsgebiet meinte Hug, bereits heute kämen die Tiere aus Obwalden, teilweise aus Nidwalden und Luzerner Südgemeinden und in Einzelfällen aus dem Haslital. Eine Ausweitung sei nicht geplant. «Die neue Anlage ist für eine viel grössere Anzahl Tiere auch gar nicht geeignet», ergänzte Windlin.

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