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KERNS: Und dann warens nur noch deren zwei

Die Korporation und ihre Frutt-Sportbahnen kommen nicht zur Ruhe. Die Kündigungen gehen weiter. Inzwischen geht die Mehrheit der Geschäftsleitung.
Markus von Rotz
Bild: Grafik: Oliver Marx / Neue LZ / Bild: Robert Hess / Neue OZ

Bild: Grafik: Oliver Marx / Neue LZ / Bild: Robert Hess / Neue OZ

Nach der Freistellung von Marketingleiter Thomas Keiser Ende voriger Woche, mitgeteilt letzten Dienstag, ging es Schlag auf Schlag: Drei Tage später kündigte Personalchefin Petra Gander, drei Tage später Ratsschreiberin Joanna Imfeld und Keisers Assistentin, dieses Wochenende hat auch Bahnchef Paul Käslin seine Kündigung eingereicht, wie gestern von zwei Stellen unabhängig bestätigt wurde. Kommentieren wollte er seinen Entscheid nicht. Somit sind drei von fünf Stellen in der Geschäftsleitung der Bahnen (bald) vakant.

«In erster Linie interne Vorgänge»

Korporationspräsident Niklaus Ettlin hatte in unserer Zeitung vergangenen Freitag dargelegt, dass die Chemie zwischen dem Führungsduo Walter Röthlin (Korporationsrat, Präsident Sport­bah­nen­kommission) und Geschäftsführer Christian Dachs sowie den Kadermitarbeitern nicht mehr stimme. Dachs bestätigte gestern auf Anfrage Ettlins Einschätzung, dass er dies nicht kommentieren wolle: «Niklaus Ettlin hat meine Position richtig wiedergegeben: Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die schwierige Situation rasch zu überwinden, und werden selbstverständlich zum gegebenen Zeitpunkt informieren.» Es gehe «in erster Linie um interne Vorgänge, die wir – auch aus Rücksicht auf die involvierten Personen und aus unseren Verpflichtungen als Arbeitgeber heraus – nicht in der Öffentlichkeit diskutieren können und wollen».

«Rotes Tuch» in der Branche

Dachs war schon bei seinem Amtsantritt nicht gesprächig. Dasselbe gilt teilweise für Medienanfragen. Ein Insider wundert sich noch heute, dass der Korporationsrat ihn 2013 als Geschäftsführer wählte (die übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung wählt die so genannte Verwaltungskommission).

Fallen heute Entscheide?

Dachs hatte zuvor drei verschiedene Unternehmen nicht freiwillig verlassen und habe in der Branche «als rotes Tuch» gegolten. Bei den Mitarbeitern komme er gut an, hiess es im Herbst 2013 nach Amtsantritt. Laut Ettlin stand der Korporationsrat bisher hinter ihm. Ob das nach der Kündigungswelle noch so sei, müsse er offen lassen. Klären könnte sich das allenfalls an der heutigen ordentlichen Sitzung des Korporationsrats.

Gestern hat sich der Rat schon mal zu einer kurzfristigen Aussprache getroffen, er konnte aber mangels rechtzeitig angekündigter Traktanden keine Entscheide fällen, wie Präsident Niklaus Ettlin gestern sagte. Höchstens den, dass man heute Dienstag die Kündigungen und die aktuelle Situation noch kurzfristig auf die ordentliche Geschäftsliste nehmen wolle.

«Viele positive Reaktionen»

Dann könnte auch Ettlins Rolle als Präsident ein Thema sein. Er liess einen allfälligen Entscheid vergangene Woche offen. Daran habe sich auch am Wochenende «trotz vieler positiver Reaktionen» nichts geändert – er wisse, dass die aufmunternden Worte nicht repräsentativ seien, weil sich Kritiker nicht direkt meldeten.

Der Holzbauunternehmer und frühere Kernser Gemeinderat Sepp Bucher schrieb Ettlin am Freitag in einem E-Mail: «Du darfst jetzt keinesfalls demissionieren, du bist jetzt sehr wichtig. Deine Aufgabe ist es, mit dem gekündigten Personal dringend und sofort zu sprechen.» Er meint, vielleicht wären die Kündigungen rückgängig zu machen, falls das Führungsduo ginge. Das sei aber nur eine Vermutung. Ettlin wollte die Aufforderung gestern nicht kommentieren. Sepp Buchers Sohn Stefan (nicht zu verwechseln mit dem heutigen gleichnamigen Mitglied) war selber Mitglied des Korporationsrats. Auf Anfrage sagte er gestern, er sei nach nur vier Jahren wegen der schwierigen Zusammenarbeit mit Walter Röthlin ausgetreten.

Für Kopfschütteln haben die Sportbahnen diesen Frühling an der Generalversammlung der Standortpromotion in Obwalden gesorgt: Sie sind aus dem Verein ausgetreten. Die Teilnehmer haben mit Unverständnis darauf reagiert.

Markus von Rotz

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