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KERNS: Zeit ist schönstes Geschenk

Theres Michel und Monika von Rotz engagieren sich seit vielen Jahren in der Freiwilligenarbeit. Die beiden Frauen stellen die Altersbetreuung in Kerns und St. Niklausen sicher.
Birgit Scheidegger
Theres Michel (links) und Monika von Rotz engagieren sich seit Jahren in der Altersbetreuung. (Bild: Birgit Scheidegger (Kerns, 17. Juli 2017))

Theres Michel (links) und Monika von Rotz engagieren sich seit Jahren in der Altersbetreuung. (Bild: Birgit Scheidegger (Kerns, 17. Juli 2017))

Birgit Scheidegger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

In der Schweiz ist die Bereitschaft, sich freiwillig in Vereinen, Kirchen oder in der Nachbarschaftshilfe zu engagieren, sehr gross. Auch für die 68-jährige Theres Michel und die 66-jährige Monika von Rotz war es von jeher eine Selbstverständlichkeit, mit wertvollen Einsätzen zum Wohlbefinden ihrer Mitmenschen beizutragen. Angefangen hat ihr Engagement schon früh. «Wir haben beide rund 25 Jahre in der Ludothek Kerns mitgeholfen. Das liess sich sehr gut mit unseren Kindern und der Hausarbeit kombinieren», erzählen die beiden Frauen.

Als sie im Jahre 2000 angefragt wurden, ob sie die Altersbetreuung in Kerns und St. Niklausen übernehmen wollten, mussten sie nicht lange überlegen. Seitdem organisieren Monika von Rotz und Theres Michel den jährlichen Altersausflug für alle Pensionierten, ein gemeinsames Mittagessen im Oktober für alle 85-Jährigen, besuchen im Advent alleinstehende Frauen und Männer ab 80 Jahren und laden zum Altersnachmittag am 8. Dezember mit musikalischer Unterhaltung und Samichlaus-Besuch ein. «Früher haben wir auch noch Geburtstagsbesuche gemacht, aber heute werden nur noch Karten verschickt, weil es einfach zu viel wurde», erläutert Theres Michel. Das Engagement läuft über die Gemeinde und die Pfarrei Kerns.

Altersausflug sehr beliebt

Wenn die beiden Frauen über den Altersausflug im Juni berichten, huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. «Wir haben freie Hand, um ein Ziel auszusuchen. Manchmal geht es über die Pässe, manchmal an Seen entlang», so Theres Michel. Am Anfang waren es rund 50 Senioren, die teil­nahmen. «Jetzt brauchen wir mit 100 Teilnehmern schon zwei Reisebusse», freut sich Monika von Rotz. «Und wenn wir am Abend dann die glücklichen Gesichter und die Zufriedenheit der Senioren sehen, dann hat sich alle Mühe der Organisation gelohnt.» An ihre erste Reise in den Kanton Glarus erinnern sich die beiden Frauen besonders gern. «Wir konnten die Skifahrerin Vreni Schneider ins Essenslokal einladen, und sie hat allen die Hand geschüttelt. Eine ältere Frau war total überwältigt und hat ihr gesagt, wie oft sie ihr die Daumen vor dem Fernseher gedrückt habe. Und ein Teilnehmer hat Vreni Schneider sogar ein Küsschen gegeben.»

Manchmal braucht es etwas Mut, um sich an eine bisher unbekannte Aufgabe zu wagen. Doch der Gewinn ist oft sehr gross, und die Verbundenheit mit den Menschen und der Gemeinde wächst. Das sehen Michel und von Rotz vor allem auch bei ihren Adventsbesuchen für ältere alleinstehende Frauen und Männer. «Wir bringen nicht nur einfach ein Geschenk, sondern nehmen uns dann Zeit, um mit den Menschen zu plaudern. Das sind immer spannende Begegnungen und Gespräche. Oftmals sind diese Personen auch sehr einsam. Zeit ist das Schönste, was wir unseren älteren Mitmenschen geben können.» Deshalb sei die Freiwilligenarbeit von unschätzbarer Bedeutung.

Ein weiteres Highlight ist für die beiden Mütter und Grossmütter der 8. Dezember. «Wir bereiten den Altersnachmittag für jeweils rund 120 Senioren vor. Neben der musikalischen Unterhaltung und Kaffee mit Lebkuchen ist der Besuch des Sami­chlauses mit seinem Schmutzli der jeweilige Höhepunkt.» Dieser verteilt allerdings nicht wie bei den Kindern Ruten oder Schelte, sondern Äpfel. «Sonst hätten wir vermutlich ein leeres Lokal im Pfarrhof», lachen Theres Michel und Monika von Rotz.

Freude an der Tätigkeit

Nach der Motivation für ihr Engagement gefragt, überlegen die beiden Kernserinnen nicht lange. «Wir schätzen den Kontakt mit der Bevölkerung und haben jeden Tag Freude an unserer Tätigkeit», sagen beide übereinstimmend. «Wir haben ausserdem viel Rückhalt durch die vielen positiven Rückmeldungen.» Theres Michel engagiert sich neben der Tätigkeit in der Altersbetreuung auch noch in einer Gruppe Freiwilliger in der Betagtensiedlung Huwel. «Wir gehen mit den Heimbewohnern spazieren, spielen, führen Gespräche oder gehen mit ihnen an die Alpabfahrt.» In der Schweiz werden viele Millionen Stunden pro Jahr in Freiwilligenarbeit investiert. Eine Arbeit, die durch ein Lächeln, einen dankbaren Händedruck oder ein glückliches Gesicht entschädigt wird. «Für uns ist es selbstverständlich, anderen zu helfen, und wir machen es, solange es noch geht», sind sich Theres Michel und Monika von Rotz einig.

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