Kernser Bekenntnis zum Hallenbad

An der Gemeindeversammlung von Kerns wurden alle traktandierten Geschäfte ohne Gegenanträge genehmigt.

Robert Hess
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Gemeindepräsident Beat von Deschwanden (rechts) verabschiedet seinen Vorgänger André Windlin mit Gattin Pia.

Gemeindepräsident Beat von Deschwanden (rechts) verabschiedet seinen Vorgänger André Windlin mit Gattin Pia.

Bild: Robert Hess (Kerns, 18. August 2020)

Zur «neuen Normalität» mit Corona gehört auch die Durchführung einer Gemeindeversammlung, ist der Kernser Einwohnergemeinderat offensichtlich überzeugt. «Ich danke allen, die heute gekommen sind und damit ihren Beitrag zu einer funktionierenden Gesellschaft in der aktuellen Situation leisten», sagte Gemeindepräsident Beat von Deschwanden am Dienstagabend zu Beginn seiner ersten Gemeindeversammlung als neuer Präsident.

In der Dossenhalle, wo über 900 Personen Platz finden, konnten mit rund 150 Anwesenden die Distanz­regel sowie die weiteren Schutzmassnahmen problemlos ausgeführt werden.

Klares Bekenntnis zum Hallenbad

Diskussionslos und ohne Gegenanträge stimmten die anwesenden Stimmbürgerinnen und -bürger den drei vorgelegten Geschäften zu. Als erste Gemeinde des Kantons genehmigte die Standortgemeinde ihren Investitionsbeitrag von maximal 1,37 Millionen Franken für die Sa­nierung und Erweiterung des Hallenbades Obwalden. Zugestimmt wurde auch dem Betriebskostenbeitrag von jährlich 39700 Franken während 15 Jahren. Die andern Gemeinden des Sarneraatales entscheiden bis Ende November. Die Sanierung und die Erweiterung sind in den Jahren 2022 und 2023 vorgesehen. Mit den Massnahmen wird auch das Schulschwimmen im Sarneraatal gesichert.

Diskussionslos und mit Beifall sicherte die Gemeinde­versammlung ferner je einem Staats­angehörigen aus dem Kosovo und aus Serbien das Gemeindebürgerrecht zu. Mit ei­nem herzlichen Beifall dankten die Kernser und Kernserinnen am Schluss der Versammlung ihrem Ende Juni zurück­ge­tre­tenen Gemeindeprä­siden­ten André Windlin für seinen grossen und erfolgreichen Einsatz für die Gemeinde. Der 52-jährige Melchtaler leitete während seiner ersten drei Jahre im Gemeinderat das Departement Tiefbau & Umwelt, bevor er 2011 zum Gemeindepräsi­denten gewählt wurde. Präsident Beat von Deschwanden schloss in den Dank der Gemeinde auch Gattin Pia für ihr grosses Verständnis ein. Schliesslich gratulierte von Deschwanden dem neuen Landammann Christian Schäli zu seiner Wahl und wünschte ihm alles Gute.

Bessere Skipisten und Sicherheit

Korporationsversammlung

Im Anschluss an die Gemeindeversammlung genehmigten die Kernser Korporationsbürger und -bürgerinnen zwei Kreditanträge im Zusammenhang mit den Skipisten auf Melchsee-Frutt. Für die Verbesserung der technischen Beschneiung im Bereich der Oberen Frutt wurde ohne Gegenantrag ein Kredit von 330'000 Franken genehmigt. In diesem Gebiet sollen erdverlegte Wasserleitungen die bisherigen oberirdischen Leitungen ersetzen und ergänzen.

Ebenfalls ohne Gegenantrag wurde ein Kredit von 270'000 Franken genehmigt für die Neubeschaffung automatischer Lawinen-Sprenganlagen beim Skilift Balmeregg im Bereich Melchseestock. Genehmigt wurden ferner die Jahresrechnungen 2019 der Betriebe der Korporation Kerns. Laut Korporationspräsident Markus Ettlin schliessen diese Rechnungen mit einem Gewinn von 1,5 Millionen Franken ab (Ausgabe vom 15. April). Wegen Corona und dem vorzeitigen Saisonende schätzt man rund 800'000 Franken weniger Verkehrsertrag. Genehmigt wurden weiter die Jahresrechnungen der Betriebe der Alpgenossenschaft Kerns a.d.st. Brücke.

Korporation Kerns hat keine Fusionsabsichten
Im Anschluss an die Behandlung der ordentlichen Traktanden legte Korporationspräsident Ettlin «grossen Wert auf die Richtigstellung», dass die Korporation «kein strategisches Ziel einer Fusion oder eines Zusammenschlusses mit andern Bergbahnen» verfolge, wie es in den Medien immer wieder dargestellt werde. Der Korporationsrat habe der Realisierung einer Machbarkeitsstudie zugestimmt, diese auch mitfinanziert, «und dahinter steht der Rat nach wie vor».

Aber diese Studie betreffe die Entwicklung der
Erlebnisregion Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg. Einen möglichen Nutzen daraus werde man zu gegebener Zeit prüfen, meinte Ettlin. (rh)

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels war am Schluss des zweiten Absatzes der Infobox fälschlicherweise von der «Zusammenarbeit in der
Erlebnisregion Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg» zu lesen. Ausserdem wurde Ettlin im letzten Satz der Infobox nicht korrekt wiedergegeben. nd aber ein Zusammenschluss ist für uns kein Thema

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