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Kernser Musiker setzten originelle Ideen um

Musik und Kulinarik: Für einmal wagte sich die Harmoniemusik Kerns an diese Verflechtung, was vollends gelang. Herausragender Solist war Remo Abächerli auf der Posaune.
Kurt Liembd
Profimusiker Remo Abächerli begeisterte als Solist auf der Posaune. Seine Musikerkollegen standen ihm in nichts nach.. (Bilder: Kurt Liembd (Kerns, 9. November 2018))

Profimusiker Remo Abächerli begeisterte als Solist auf der Posaune. Seine Musikerkollegen standen ihm in nichts nach.. (Bilder: Kurt Liembd (Kerns, 9. November 2018))

Die Beziehung zwischen Essen und Musik ist uralt. Bereits die Griechen der Antike pflegten, zum Klang der Flöte zu speisen. Im Barock des 16./17. Jahrhunderts kannte man die sogenannte «Tafelmusik» als Hintergrundmusik für Feste und Bankette. Grund genug für die Harmoniemusik Kerns, sich für einmal dieser Verflechtung von Musik und Esskultur anzunehmen. Und übrigens: Musiker essen bekanntlich gerne gut.

Am Jahreskonzert gab es zwar keine kulinarischen Freuden, dafür umso mehr musikalische Glückseligkeit für die Ohren. Und gleichzeitig bewies die Harmoniemusik damit, dass sie ungewöhnliche Ideen originell umzusetzen weiss. Schon zu Beginn begaben sich die Kernser auf ihrer kulinarischen Reise zum Weingott der Alten Griechen mit dem Stück «Dionysos» des österreichischen Komponisten Thomas Doss. Herrlich, wie die Fagotte ihr Solopassagen mit dem sarkastischen Thema meisterten.

Gänseleberpastete, Seezunge und Crêpes

Nach diesem mundigen Wein wurde kulinarisch gross aufgetragen. Es folgten drei Sätze aus der neunteiligen Komposition «Menu Gastronomique» des britischen Tonschöpfers Derek Bourgeois. Ganz in französischer Art gab es eine Vorspeise «Pâté de Fois Gras» (Gänseleberpastete), eine Hauptspeise «Sole Normande» (normannische Seezunge) und ein Dessert «Crêpes Suzette». Das Korps spielte jeden der drei ganz unterschiedlichen Sätze mit ausserordentlicher Hingabe, transparent und mit Lebensfreude. Da spürte man, dass Musiker gerne gut essen.

Wenn es Gault-Millau-Punkte und Michelin-Sterne für musikalische Darbietungen gäbe, müssten diese im obersten Bereich vergeben werden. Dirigent und «Chefkoch» Beat Blättler gelang eine farbenfrohe Interpretation mit viel Liebe zum Detail. Auch wenn das Publikum dazu kein Menü geniessen konnte, das musikalische Erlebnis war eindrücklich.

Ebenso gelungen erwiesen sich die Ausschnitte aus der Filmmusik «Ratatouille» von Michael Giacchino. Ratatouille wurde klanglich alles andere als ein langweiliger Gemüseeintopf, sondern eine grossartige und farbige Darstellung mit charakteristischen Melodien für jede einzelne Filmfigur.

T-Bone-Steak geriet butterweich

Solist Remo Abächerli.

Solist Remo Abächerli.

Den zweiten Konzertteil eröffneten die Kernser mit dem aufregenden «Intrada Festivo» des Amerikaners Stephen Bulla. Trompeten und Schlagwerk begannen mit einer fantastischen Fanfare, die sich nach einem originellen Aufbau zu einem grossartigen Schlussbouquet entwickelte. Solistischer Höhepunkt bildete das Solokonzert «T-Bone Concerto» vom holländischen Komponisten Johan de Meij mit Remo Abächerli (26) als Solist. Der Titel «T-Bone» steht in Anlehnung an das englische Wort «Trombone» (Posaune) und das Werk besteht aus den drei Sätzen «Rare», «Medium» und «Well done», welche die verschiedenen Garstufen bezeichnen. Solist Abächerli, Berufsmusiker und Musiklehrer, meisterte das anspruchsvolle Werk, das über 25 Minuten dauert, technisch versiert und musikalisch eindrücklich.

Auffallend die warmen Klangfarben, die er seiner Posaune entlockte, und dies in allen Tonlagen. Oder kulinarisch ausgedrückt: Das T-Bone-Steak geriet butterweich und wurde zum Erlebnis. Für einmal nicht nur für Fleischliebhaber. Das Publikum zeigte sich begeistert und spendete lang anhaltenden Beifall und Hochachtung. Durch den Abend führte Roland Bucher, Präsident der Harmoniemusik.

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