Kernser Neulinge waren die Stars

An der 1.-August-Feier kamen zwei Neuzuzüger zu Wort. Die Premiere war ein Erfolg beim Publikum.

Matthias Piazza
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Die beiden Neuzuzüger Ruedi Hübscher (Mitte) und Martina von Moos im Gespräch mit Gemeindevizepräsident Beat von Deschwanden an der Bundesfeier. (Bild: Matthias Piazza, Kerns, 1. August 2019)

Die beiden Neuzuzüger Ruedi Hübscher (Mitte) und Martina von Moos im Gespräch mit Gemeindevizepräsident Beat von Deschwanden an der Bundesfeier. (Bild: Matthias Piazza, Kerns, 1. August 2019)

Keine Obwaldner Gemeinde verzeichnete in den vergangenen Jahren so viele Neuzuzüger wie Kerns. Dies schlägt sich auch in der Bevölkerungszahl nieder. Seit 2013 die 6000er-Grenze geknackt worden war, nahm die Bevölkerung um weitere rund 500 Einwohner zu. Was lockt Leute nach Kerns? Und wie nehmen diese ihre neue Heimat wahr? An der Bundesfeier vom Donnerstag hatten die zahlreichen Festbesucher im Kernser Dorfzentrum die Gelegenheit, Antworten aus erster Hand zu erfahren. Martina von Moos und Ruedi Hübscher sind vor zwei Jahren nach Kerns gezogen. Gemeindevizepräsident Beat von Deschwanden fühlte den beiden Kens-Neulingen auf den Zahn.

«Dass ihr das mit 70 noch wagt.» Diesen Satz hätten er und seine Frau häufig gehört, als sie den Umzug von Klosters nach Kerns verkündeten, erzählte Ruedi Hübscher. «Wir wandern ja nicht nach Kolumbien aus», habe er jeweils entgegnet.

Ein grosser Schritt war es trotzdem für den langjährigen Gemeindepräsidenten von Klosters. «Wir taten uns etwas schwer, Klosters nach 45 Jahren zu verlassen», erzählte Ruedi Hübscher, der sich 18 Jahre in der örtlichen Politik engagiert hatte. Die beiden Töchter, die schon rund 20 Jahre in der Innerschweiz leben – die jüngere Tochter war Korporationsschreiberin in Kerns – gaben schliesslich den Ausschlag für den Umzug. «Die Töchter machten uns klar, dass sie nicht mehr ins Bündnerland zurückkehren.»

Den Umzug bereute Ruedi Hübscher nicht. «Ich war sehr positiv überrascht, wie wohlwollend wir aufgenommen wurden und wie schnell wir Anschluss fanden», schilderte er seine ersten Eindrücke von der neuen Heimat. Von Heimweh keine Spur. «Daheim ist dort, wo man verstanden wird», stellte er klar.

Den einen oder anderen schönen Flecken entdeckt

Glücklich mit dem neuen Wohnort zeigte sich auch Martina von Moos. Die 24-Jährige verschlug es der Liebe wegen nach Kerns. Typisch Kerns sind für sie die schönen traditionellen Anlässe wie die Älplerchilbi oder die Schwingfeste. Auch als ehemalige Sachslerin habe sie in Kerns den einen oder anderen schönen Flecken entdeckt, so auch den Kernwald. «Nur der See fehlt mir manchmal ein bisschen», bedauerte sie.

Auch Ruedi Hübscher hat seine neue Heimat schon auf unterschiedliche Weise entdeckt – mit Wandern im Sommer und Skifahren im Winter. «Ich wurde ein Frutt-Fan» schwärmte er.

Die Kernser 1.-August-Premiere scheint geglückt. «Ich erhielt viele positive Reaktionen aus dem Publikum. Die Leute fanden das Gespräch spannend», bilanzierte Gemeindevizepräsident Beat von Deschwanden.