Mit dem Bau des Kernser Schlachthauses soll im nächstem Jahr begonnen werden

Der Bau in der Industriezone ist essenziell für den Kanton Obwalden, sagt André Windlin, Präsident der Genossenschaft Schlachthaus Ei. Grund für den Neubau sind die engen Platzverhältnisse im Schlachthaus in Sarnen.

Florian Pfister
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Visualisierung des geplanten Schlachthauses in der Kernser Industriezone.

Visualisierung des geplanten Schlachthauses in der Kernser Industriezone.

Bild: PD

Der Bau des Schlachthauses in der Industriezone Sagenried in Kerns verzögert sich. Dennoch hat sich in den letzten Monaten einiges getan. «Die Detailplanung beansprucht etwas mehr Zeit als zunächst gedacht», sagt André Windlin, Präsident der Genossenschaft Schlachthaus Ei. «Es sind komplexe Vorgänge, die wir bearbeiten müssen. Sehr wichtig für solch ein Projekt ist auch der Businessplan, der sich in der finalen Phase befindet. Daher verschiebt sich der Baustart auf das nächste Jahr.»

Grund für den neuen Schlachthof sei das Platzproblem im jetzigen Schlachthaus in Sarnen. «Es befindet sich in einem Lokal, das der Einwohnergemeinde Sarnen gehört. Es ist etwas zu klein geworden», erklärt André Windlin. «Auch die Hygienevorschriften haben in den letzten Jahren zugenommen, sodass ein Umbau nötig wäre. Es hat sich aber abgezeichnet, dass es klüger ist, uns neu anzusiedeln.» Auch der momentane Standort in Sarnen sei nicht optimal. «Das jetzige Schlachthaus befindet sich in der öffentlichen Zone. Es wäre schwierig, dort so umzubauen, dass es unseren Vorstellungen entspricht.»

«Besonders wichtig für Produzenten in Obwalden»

André Windlin ist überzeugt, dass der Schlachthof eine zentrale Bedeutung in der Region hat. «Im Kanton Obwalden ist es das einzige Schlachthaus, das es noch gibt. Daher bin ich überzeugt, dass es eine Zukunft hat. Mindestens ein Schlachthaus muss in der Region existieren. Es ist besonders wichtig für die Fleischproduzenten im Kanton, die sonst ihre regionalen Produkte nicht mehr in der Nähe verwerten könnten.» Die Genossenschaft Ei habe zudem den Auftrag der Öffentlichkeit, Notschlachtungen durchführen zu können. «Mit dem neuen Schlachthaus ist das auch in Zukunft gewährt», so Windlin.

Der neue Standort sei für die Genossenschaft Ei ideal, auch wenn einige Stimmen sagen würden, dass das Schlachthaus zentraler im Kanton liegen müsse. «Es war wichtig für uns, uns in einer Industriezone anzusiedeln», meint André Windlin. «Auch von der Erschliessung her ist der Standort nicht schlecht.»

Baugesuch wurde nach Rückmeldungen verbessert

Das Projekt und dessen Standort stiessen zu Beginn auf Gegenwind. Im November 2018 lehnte das Kernser Volk mit deutlichen 77,1 Prozent eine Initiative ab, mit der Gegner des geplanten Schlachthofs die Auswirkungen stark störender Betriebe auf die üblichen Arbeitszeiten beschränken wollten. «Im Vorfeld hatten wir eine Informationsveranstaltung im Industriegebiet, da hatten wir schon etwas Opposition gespürt. Einige Leute hatten Bedenken angemeldet», erzählt André Windlin. «Die Anlieferung soll überdacht sein und man soll nichts sehen oder riechen. Durch diese Rückmeldungen konnten wir das Baugesuch verbessern. Das hat genützt, denn wir haben die Baubewilligung sehr schnell erhalten.» Im vergangenen Jahr hat die Genossenschaft zudem das Land erworben und ist nun Eigentümerin. Ein genauer Baustart steht noch nicht fest. André Windlin geht von einer etwa einjährigen Bauphase aus.