KINDERBETREUUNG: Lizenz fürs Kinderhüten «unverhältnismässig»

Der Regierungsrat Obwaldens befürwortet eine neue Verordnung des Bundes für die Aufnahme von Kindern zur Pflege und zur Adoption. Die Regelungen für Kinderbetreuung sind für ihn aber «unverhältnismässig».

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(Symbolbild Chris Iseli/Neue LZ)

(Symbolbild Chris Iseli/Neue LZ)

In seiner Stellungnahme an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartements hält der Regierungsrat Obwaldens fest, dass bereits heute im Kanton Eltern, die eine Tagesbetreuung gewerbsmässig und professionell anbieten, eine Bewilligung der Wohnsitzgemeinde einholen und Qualitätsrichtlinien erfüllen müssten.

Allerdings halte er es für «unverhältnismässig und nicht nachvollziehbar», dass Kindermädchen, Tagesmütter, Verwandte oder Nachbarn neu eine behördliche Bewilligung einholen müssten, wenn sie ein Kind mehr als 20 Stunden pro Woche und zum Teil unentgeltlich betreuten.

Auch Mittagstisch ist betroffen 
Es könne nicht sein, dass für die regelmässige Betreuung etwa während der Ferienzeit oder bei mehr als zwei Tagen pro Woche Verwandte die behördliche Erlaubnis dazu benötigten. Auch dass für die statistische Erfassung die Grosseltern des Kindes ihren Betreuungsdienst melden müssten, sei nicht nachvollziehbar. Der Staat solle Personen, die sich unentgeltlich für die Betreuung von Kindern einsetzen, unterstützen und solche Betreuungsverhältnisse nicht regulieren.

Ausserdem hinterfragt der Regierungsrat laut Mitteilung die vorgesehene Bewilligungspflicht für schulergänzende Betreuungsformen (wie Mittagstisch oder Aufgabenhilfe), denn diese entspreche nicht den festgelegten Kriterien für die Tagesbetreuung.

ana