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Reformierte Kirche will in Alpnach Sozialwohnungsbau fördern

Auf einer Parzelle der Evangelisch-Reformierten Kirche Obwalden in Alpnach sollen bis zu 35 Genossenschaftswohnungen entstehen. Dies sorgte an der Kirchgemeindeversammlung für Diskussionsstoff.
Richard Greuter
Auf dieser Matte hinter der reformierten Kirche sollen Genossenschaftswohnungen entstehen. (Bild: Corinne Glanzmann, Alpnach, 3. Juli 2018)

Auf dieser Matte hinter der reformierten Kirche sollen Genossenschaftswohnungen entstehen. (Bild: Corinne Glanzmann, Alpnach, 3. Juli 2018)

Hinter ihrer Kirche in Alpnach möchte die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Obwalden bezahlbaren Wohnraum erstellen. Die Parzelle in der Chlewigenmatt umfasst 11690 Quadratmeter. Ein Teil ist in der Grünzone, der Rest von 7530 m2 befindet sich als landwirtschaftliche Nutzfläche in der Reservenzone. Diese will der Kirchenrat nun im Richtplan des Kantons, der gegenwärtig überarbeitet wird, als Bauland aufnehmen. Deshalb beantragte es an der Kirchgemeindeversammlung vom Montagabend ein «Mitwirkungsverfahren für eine Einzonung». Ziel ist es, dass die Parzelle bei der nächsten Zonenplanänderung von der Gemeinde Alpnach eingezont wird.

Später sollen auf Genossenschaftsbasis soziale Wohnungen mit Ateliers, Kinderspielplätzen und Familiengärten entstehen. Edi Bossert und Bernadette Hodel führen derzeit eine Interessengemeinschaft an und möchten mit weiteren Mitwirkenden eine Genossenschaft gründen. Beide verfügen über langjährige Erfahrungen mit Wohnbaugenossenschaften und beabsichtigen das Bauland im Baurecht zu übernehmen. Über die Grösse des Investitionsvolumens gibt es noch keine Angaben. Die Finanzierung des Eigenkapitals für die 30 bis 35 Wohnungen soll mit Anteilscheinen erfolgen. Wie Kirchenrat Jürg Rothenbühler berichtet, will die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde bei der Projektentwicklung mitwirken – zu Beginn mehr, dann weniger.

Soll Kirche wirklich diesen Part übernehmen?

Bevor es an der Versammlung zur Abstimmung kam, entbrannte eine angeregte Diskussion mit zum Teil kritischen Wortmeldungen. Ein möglicher Knackpunkt ist die Erschliessung. Da rechnet auch Rothenbühler mit Verfahrensverzögerungen. «Ist es wirklich unsere Aufgabe soziale Wohnungen zu erstellen», lautete eine Frage aus den Reihen der Mitglieder. «Wenn wir keine sozialen Wohnungen erstellen, wer dann?», fragte Liegenschaftsverwalter Jürg Rothenbühler zurück. Einige Wortmeldungen betrafen die beiden Pächterfamilien, welche die Parzelle seit einigen Jahren bewirtschaften. «Können diese Bauern ohne dieses Land leben?», fragte sich ein Kirchenmitglied. Mit 32 Stimmen lehnten die 43 Anwesenden einen Rückweisungsantrag ab und genehmigten das Ansinnen des Kirchenrats mit 31 Stimmen.

Sozialdiakonie zur Stärkung der Kirchgemeinde

Bereits in der «Strategie 2040» des Kirchenrates war von der Diakonie die Rede. Nun genehmigten die Kirchenbürger eine Teilzeitstelle für einen Diakon oder eine Diakonin. Zum Aufgabenspektrum gehört die Förderung des Gemeindelebens, Organisation von Seniorenanlässen, Jugendarbeit und auch die professionelle Begleitung der Freiwilligenarbeit. «Es geht darum unsere Kirchgemeinde zu stärken, und vorwärts zu bringen», fasste der Personalverantwortliche Hansueli Kessler zusammen. Die Entlöhnung richtet sich nach der Ausbildung und wird über das laufende Budget abgerechnet.

Seit einigen Jahren verfügt die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Obwalden über ein Sozialfonds. Dieser dient der Entwicklung oder Unterstützung sozialer und diakonischer Projekte. Ein neues von der Kirchgemeinde genehmigtes Reglement legt die Verwendung dieser Gelder und die Höhe der eingesetzten Beträge fest. Der Kirchenrat verfügt über eine Unterstützungskompetenz von 50'000 Franken. Um soziale Missstände zu überwinden und karitative Aufgaben weiter zu fördern, genehmigte die Versammlung eine Neufassung der Kirchenordnung. Wie bisher sollen 5 Prozent, bei einem positiven Jahresergebnis 10 Prozent der Steuereinnahmen für internationale Hilfswerke, Missionsgesellschaften und Stiftungen zur Verfügung stehen.

Bereits am Anfang der Versammlung sprach Präsidentin Irene Ñanculaf von einem besonderen Abend. Damit sprach sie auch die Verabschiedung von Kirchensekretär Kurt Eisenhut an. Nach 14 Jahren wird dieser pensioniert und durch Tina Odermatt und Silvia Röthlin abgelöst.

Ausbau in Giswil vorerst auf Eis gelegt

Im vergangenen Jahr genehmigte der Kirchenrat einen Ausbau der reformierten Kirche in Giswil. Aufgrund höherer baulichen Hürden verzichtet er vorerst auf das Projekt. Bei einem Aufwand von 1,2 Millionen Franken schliesst die Rechnung der Kirchgemeinde mit einem Überschuss von rund 700'000 Franken.

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