Kiss Obwalden heisst jetzt Zeitgut

Die Genossenschaft ist neu eigenständig und strebt eine lose Zusammenarbeit mit anderen Genossenschaften an.

Philipp Unterschütz
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Die Genossenschaft Kiss Obwalden, welche gratis Nachbarschaftshilfe und Freiwilligenarbeit anbietet, heisst neu Zeitgut Obwalden. Diese Entscheidung traf die nun eigenständige Genossenschaft, nachdem im August 2019 der Dachverband Kiss Schweiz überraschend in eine Stiftung überging. Dieser wurden auch sämtliche Markenrechte übertragen. So standen die einzelnen Kiss Genossenschaften vor der Wahl, einen Lizenzvertrag zu unterschreiben und der Stiftung beizutreten oder auf andere Weise ohne die Verwendung der Marke Kiss weiterzumachen.

Die Genossenschaft Kiss Obwalden hat sich vergangene Woche an ihrer schriftlich durchgeführten Generalversammlung entschlossen, dem Antrag ihrer Verwaltung zu folgen, der Stiftung nicht beizutreten und auch keinen Lizenzvertrag zu unterschreiben. «Wir hätten in der Stiftung ausser Pflichten kaum Mitspracherechte gehabt und hätten einen grossen Teil unserer Selbstständigkeit aufgeben müssen», erklärt Präsidentin Pia Halter auf Anfrage. Für die Finanzierung wäre man aber weiterhin auf sich selbst gestellt geblieben. Kiss Obwalden wolle deshalb als eigenständige Genossenschaft, in einer losen Zusammenarbeit mit anderen Genossenschaften, weitermachen.

Als weitere Konsequenz musste die Generalversammlung deshalb auch einem Namenswechsel zustimmen: Aus Kiss Obwalden wird Zeitgut Obwalden. «Wir wollten sowieso schon länger einen Namen, der auch aussagt, was wir machen», so Halter. Man hätte oft erklären müssen, was Kiss eigentlich sei. Die ehemalige Genossenschaft in Luzern, mit der man rege zusammenarbeite, habe sich bereits seit Längerem in Zeitgut Luzern umbenannt und ihnen das Recht erteilt, den geschützten Namen auch zu verwenden.

Neue Geschäftsführung gesucht

Unabhängig vom Namenswechsel hat Geschäftsführer Armin Beck die Genossenschaft im April verlassen. «Es bestanden unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie der Auftrag erfüllt werden soll.» Man definiere nun ein Anforderungsprofil und wolle die Lücke möglichst schnell schliessen.

Die Genossenschaftsidee der Nachbarschaftshilfe und der Gratis-Freiwilligenarbeit von Zeitgut kommt an: «Wir haben jedes Jahr mehr Leute, die helfen wollen und vor allem auch mehr Personen, die Hilfe annehmen wollen», so Halter.

Die Coronapandemie habe bisher keine wesentlichen Auswirkungen auf die Tätigkeit von Zeitgut Obwalden, weil es im Kanton ja sehr viele gezielte Hilfsangebote für die aktuelle Coronasituation gebe.

«Da bei uns aber viele Leute aus Risikogruppen dabei sind, mussten wir selbstverständlich alle zur Einhaltung der verordneten Sicherheitsmassnahmen anhalten», fügt Präsidentin Pia Halter an.