Kitas in Nid- und Obwalden haben nach Corona mehr Betreuungspersonal als Kinder

Obwohl die Kindertagesstätten in Ob- und Nidwalden weiterhin geöffnet bleiben, besuchen nur noch wenige Kinder die Krippen.

Florian Pfister
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Kindertagesstätten in Nid- und Obwalden bleiben aufgrund des Corona-Virus beinahe verwaist.

Kindertagesstätten in Nid- und Obwalden bleiben aufgrund des Corona-Virus beinahe verwaist.

Symbolbild: Roland Schlager / Keystone

Trotz der aktuellen Lage rund um den Unterrichtsausfall infolge Corona-Pandemie bleiben die Kindertagesstätten in Ob- und Nidwalden offen. «Für Kinder, die nicht privat betreut werden können, haben die Kantone für die notwendigen Betreuungsangebote zu sorgen», verordnet der Bundesrat. Für den Kanton Obwalden ist das eine wichtige Entscheidung. «Der Kanton ist davon überzeugt, dass es dieses Angebot weiterhin braucht. Um die Betriebe und die Wirtschaft aufrechtzuerhalten, ist eine Kinderbetreuung nötig», sagt Patrick Csomor, Leiter des Obwaldner Gesundheitsamts.

Die Kitas müssen sich an die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) halten, wie sowohl Ob- als auch Nidwalden mitteilen. Die Hygienevorschriften und die Abstandregeln sind so weit wie möglich einzuhalten. Nun mache es keinen Sinn, neue Kinder aufzunehmen, meint Patrick Csomor. Es sei ähnlich wie bei Betreuungsangeboten in den Schulen: «Das Angebot gilt für jene Eltern, die keine andere Möglichkeiten finden.»

Entsprechende Hygienemassnahmen zum Corona-Virus wurden beispielsweise auch in der Kita Lummerland in Stans und Buochs bereits vor Wochen hochgefahren. Das Personal desinfiziert die Räumlichkeiten vier- bis sechsmal pro Tag. Kinder wie auch das Personal werden für mindestens fünf Tage heimgeschickt, wenn sie zu husten beginnen, und müssen danach mindestens 24 Stunden symptomfrei sein.

Noch weniger als die Hälfte der Kinder

«Die Eltern sind verunsichert», sagt Sandra Allemann, Geschäftsleiterin der Kita Lummerland. Sie ist unter anderem damit beschäftigt, Anrufe von besorgten Eltern entgegenzunehmen. Wie es weitergehe und was für Massnahmen getroffen werden, diese Fragen muss sie zurzeit regelmässig beantworten. Aufgrund der aktuellen Lage betreut die Kita Lummerland weniger als die Hälfte der Kinder, die sonst das Angebot nutzen.

Bei der Kita Stärnähimu in Kerns, Alpnach, Sarnen und Giswil fällt die neue Situation noch stärker ins Gewicht. Am Dienstag waren in Sarnen noch vier der ansonsten 20 Kinder in die Krippe gekommen. Die wie üblich sieben Betreuungspersonen kümmerten sich um sie. «Wir hätten Platz», sagt Inhaberin Jacqueline Ott. Sie appelliert auch an die Vernunft der Eltern. Kranke Kinder sollen erst gar nicht in die Krippe geschickt werden. «Sollte der Kanton die Kitas schliessen, würden wir, sofern erlaubt, die Kinder in kleinen Gruppen bei uns zu Hause betreuen.»

Sandra Allemann findet den Entscheid, die Krippen geöffnet zu lassen, wichtig. Da Kinder nicht zur Risikogruppe gehören, mache dies Sinn. «Auch niemand vom Personal gehört zu den gefährdeten Personen», sagt sie weiter. «Wir danken allen Eltern für das Vertrauen. Wir sind froh, dass alle Kinderkrippen offen haben, um die Eltern in dieser Situation nicht alleine zu lassen.» Das Personal übernimmt derweil auch andere Aufgaben, wie beispielsweise das Fensterputzen. Dass es zukünftig zu wenig Arbeit für alle Betreuungspersonen gäbe, sei durchaus möglich. Es sei aber zu früh, das genauer abschätzen zu können.

Auch firmeninterne Kita bleibt offen

Maxon Motor in Sachseln verfügt über eine interne Kindertagesstätte. Die Mitarbeitenden können ihre Kinder weiterhin während der Arbeitszeit abgeben. Es ändert sich nichts an den Massnahmen, die auch schon zuvor galten. Auch der Anbieter von Antriebssystemen befolgt auf dem ganzen Areal die Hygieneempfehlungen des BAG. «Kranke Kinder dürfen nicht in die Krippe gebracht werden, was aber immer so gewesen ist», sagt Mediensprecher Stefan Roschi. Es gibt auch Einschränkungen gegenüber dem normalen Alltag in der Tagesstätte. «Das Programm mit den Kindern wird der Situation entsprechend angepasst. So werden beispielsweise keine öffentlichen Kinderspielplätze besucht.»

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