Modellflugpiloten messen sich in Alpnach an der Schweizer Meisterschaft

Auf dem Militärflugplatz findet dieses Wochenende die Schweizer Meisterschaft im Modellfliegen statt. Dabei können Flugzeuge und Helikopter beobachtet werden, die in Tausenden von Stunden Arbeit gebaut wurden.

Matthias Stadler
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Das ist Liebe: Über 3000 Stunden Arbeit gingen in das Propellerflugzeug von Urs Brand. (Bilder: Corinne Glanzmann (Alpnach, 1. September 2018))

Das ist Liebe: Über 3000 Stunden Arbeit gingen in das Propellerflugzeug von Urs Brand. (Bilder: Corinne Glanzmann (Alpnach, 1. September 2018))

Das Wetter spielte gestern nicht mit. Rund um den Militärflugplatz Alpnach regnete es ausgiebig, die Wolken hingen dicht an den Hügeln. Das machte den Modellflugpiloten der Schweizer Meisterschaft F4C einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Denn eigentlich wollten sie ihre Modellflugmaschinen präsentieren und danach ihr Können in der Luft zeigen (Artikel vom 31.8.2018). Doch an Fliegen war kaum zu denken.

Am meisten zu schaffen machte dabei nicht der Regen oder der zuweilen starke Wind, sondern die Sicht, denn die Flieger sind wegen des grauen Hintergrunds der Wolken in der Luft oft nur schwer zu erkennen. Nichtsdestotrotz konnten die Punktrichter zumindest teilweise ihrer Aufgabe nachgehen. Sie bewerteten die 38 Modellflugzeuge und -helikopter (in 4 Kategorien) im Hangar. Diese Baubewertung brauchte Zeit: Zwischen 25 und 45 Minuten wurde jede Maschine von den Punktrichtern angeschaut, wie Chefpunktrichter Michael Bucher erklärte. Dabei geht es um die Genauigkeit und auch die Farbgebung der Maschine. Das Modell wird dabei mit einer Dokumentation verglichen. Detailtreue ist das A und O. «Das Niveau ist sehr hoch», lobte Michael Bucher gestern die Piloten.

Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach. Im Bild  die Richter links Steve Giacomini und Urs Gander. Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
11 Bilder
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach.  Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach. Im Bild auf dem Tisch Michael Tschiemer mit seinem Heli. Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach.  Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach. Im Bild Urs Brand. Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach.  Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach.  Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach. Die Richter bewerten die Modellflugzeuge. Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach. Die Richter bewerten die Modellflugzeuge.  Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach. Die Richter bewerten den Helikopter . Im Bild Hans Blätter. Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)
Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach. Die Richter bewerten den Helikopter . Im Bild von links Hans Blätter, Steve Giacomini bewerten den Heli von Mario Fehlmann. Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)

Schweizer Meisterschaft der Modellflugpiloten beim Flugplatz Alpnach. Im Bild die Richter links Steve Giacomini und Urs Gander. Corinne Glanzmann (Alpnach, 01. September 2018)

Mit 250 Kilometern pro Stunde in der Luft

Am Wettkampf nahm auch Urs Brand teil. Für ihn liegt die Fas­zination der Modellflugzeuge in zwei Punkten: «Wenn das Wetter schön ist, kann man fliegen. Wenn es schlecht ist, kann man bauen und kreativ sein. Die Grenzen sind dabei unendlich.» Für den Bau seines Propellerflugzeugs hat der 47-Jährige aus Belp «wahrscheinlich 3000 bis 4000 Stunden inklusive Flicken nach Abstürzen» investiert. «Verglichen mit anderen hier bin ich aber ein Minimalist.»

Auch mit dabei war Reto Rütimann mit seinem Sohn Tim aus dem Thurgau. Beide sind eingefleischte Modellflugzeugbauer und -piloten. Als sie einen ihrer Jets gestern Mittag probeweise kurz anliessen, spürten die Zuschauer, was in den Maschinen steckt. Der Lärm dieser kleinen Maschine – ein «Hawker Hun­ter», der gut 20 Kilogramm schwer ist, bis zu 250 km/h schnell fliegen kann und Kerosin braucht – war immens. Ohne Ohrenzuhalten ging nichts mehr. Reto Rütimann baut seit 30 Jahren Modelle, Sohn Tim hat mit 18 Jahren schon an einigen Meisterschaften teilgenommen. Eines Tages will er Pilot werden. «Da ist das Modellfliegen ein guter Einstieg.»

Die Besten kommen in die Nationalmannschaft

OK-Präsident Rainer Beckerbauer, der in der Modellfluggruppe Obwalden Mitglied ist, zeigte sich gestern trotz garstigen Wetters zufrieden. «Wenn es am Sonntag besser ist, können wir das Programm trotzdem durchführen.» Dann können die Piloten nicht nur ihre Baukünste zeigen, sondern auch ihr Flugkönnen. Denn dieses wird ebenfalls bewertet. Wer beim Flugzeugbau und dem Flugkönnen zu den drei besten Piloten gehört, qualifiziert sich in seiner Kategorie für die Nationalmannschaft.

Hinweis: Die Schweizer Meisterschaft des Modellfliegens findet auch am Sonntag statt. Die Flüge starten am Vormittag um 8.30 Uhr und dauern den ganzen Tag.