KLOSTER ENGELBERG: Bergführer schützen Klosterkirche gegen Blitze

Für die Montage der Blitzschutz­drähte am steilen Kirchendach kamen Berg­führer zum Einsatz. Diese Arbeiten sind Teil der Renovation der Klosterkirche Engelberg.

Drucken
Teilen
Bergführer Simon Caprez (ganz oben auf dem First)und Roger Chri­s­ten bei der Montage auf dem Klo­ster­dach. (Bilder Beat Christen/ Akomag)

Bergführer Simon Caprez (ganz oben auf dem First)und Roger Chri­s­ten bei der Montage auf dem Klo­ster­dach. (Bilder Beat Christen/ Akomag)

Bis anhin war zwar der Kirchturm, nicht aber das grosse Dach der Klosterkirche mit einer Blitzschutzanlage versehen.

«Es war unser Bestreben», erklärt Pater Guido Muff, Prior des Benediktinerklosters Engelberg, «im Zuge der Renovations­arbei­ten das gesamte Dach der Klosterkirche ebenfalls mit einer Blitzschutzanlage auszurüsten.»

Da jedoch das 47 Grad steile Dach nicht saniert und demnach auch nicht mit einem Baugerüst versehen wird, stellte sich für die Bauspezialisten die Frage, wie der Blitzschutzdraht aus Kupfer trotzdem montiert werden kann.

Arbeit nur für Profis
Peter Schleiss, Inhaber der Spenglerei Amstutz AG in Engelberg, wurde von der Bauherrschaft mit der Montage der Blitzschutzanlage beauftragt und befasste sich eingehend mit der Problematik.

Der Zufall kam ihm dabei zu Hilfe. «Kürzlich habe ich in Engelberg Bergführer bei der Montage einer Wasserleitung an einer Felswand beobachtet. Die Anfrage bei den Engelberger Bergführern hatte eine positive Rückmeldung zur Folge, denn für mich war klar», so der Spenglermeister, «dass für diese heikle Aufgabe nur absolute Profis ans Werk gehen können.»

Über den Dächern Engelbergs
In den vergangenen Tagen hatten die Unterwaldner Bergführer Roger Christen, Simon Caprez und Hanspeter Hug einen nicht alltäglichen Arbeitsplatz. «Sich auf dem Dach der Engelberger Klosterkirche zu bewegen, war tatsächlich etwas Aussergewöhnliches», bilanziert Roger Christen den Einsatz. Als «arbeiten am hängenden Seil» bezeichnen die Bergführer diese Arbeit.

Nichts für schwache Nerven. 26 Meter über dem sicheren Boden montiert Bergführer Roger Christen auf dem First der Engelberger Klosterkirche den Blitzschutzdraht.

Rund 350 Meter Blitzschutzdraht aus Kupfer haben die beiden Bergführer auf dem Dach der Engelberger Klosterkirche verlegt. Weit über 400 Spezialbrieden sorgen dafür, dass die Blitzschutzdrähte beim nächsten grossen Schneefall nicht mit der Dachlawine hinuntergerissen werden. «Um den Schutz gegen Blitze zu gewährleisten, sind sämtliche Drähte auf dem Kirchendach wie ein grossmaschiges Netz miteinander verbunden und entsprechend geerdet», erklärt Peter Schleiss das Schutzsystem für die Engelberger Klosterkirche.

Renovationsarbeiten bis 2009
Die im Jahre 2005 in Angriff genommenen Renovationsarbeiten an der Kloster- und Pfarrkirche von Engelberg dauern noch bis ins Jahr 2009. Die umfangreichen Renovationsarbeiten belaufen sich auf rund 16 Millionen Franken. An den Renovationskosten beteiligen sich der Bund mit 4,2 Millionen Franken, der Kanton Obwalden mit 3,2 Millionen Franken und die Einwohnergemeinde Engelberg mit 2,5 Millionen Franken.

Das Benediktinerkloster Engelberg steuert aus Eigenmitteln 3,1 Millionen Franken bei. Mit Spendenbeiträgen müssen die restlichen 3 Millionen Franken aufgebracht werden. Von den erhofften Spenden in der Höhe von 3 Millionen Franken konnten bis heute 2,5 Millionen Franken generiert werden. Noch ist die Klostergemeinschaft auf Spenden von 0,5 Millionen Franken angewiesen.

get