Kloster Engelberg
Konzertaufnahme eines Monumentalwerks der spätmittelalterlichen Musik ist auf DVD erhältlich

Der «Engelberger Codex 314» zählt zu den wertvollsten Musikhandschriften aus dem Spätmittelalter. Da dessen Aufführung dermassen anspruchsvoll ist, werden nur ganz selten Ausschnitte an Konzerten gesungen. Das im vergangenen Jahr durchgeführte Konzert in der Klosterkirche gibt es nun als DVD.

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Unter der Leitung von Dominique Vellard (rechts im Bild) sang das Ensemble «Gilles Binchois» im August 2020 Ausschnitte aus dem Monumentalwerk «Engelberger Codex 314».

Unter der Leitung von Dominique Vellard (rechts im Bild) sang das Ensemble «Gilles Binchois» im August 2020 Ausschnitte aus dem Monumentalwerk «Engelberger Codex 314».

Bild: PD

(sok) Der «Engelberger Codex 314» gilt als Monumentalwerk der spätmittelalterlichen Musik. Entstanden ist die Handschrift im Benediktinerkloster Engelberg über eine längere Zeitepoche. Sie umfasst ein- und mehrstimmige Gesänge. Speziell ist, dass bei den zweistimmigen Motetten die Unterstimme mehrmals eine eigene lateinische Liedstrophe vorträgt, während die Oberstimme einen anderen, fortlaufenden Text zum gleichen Thema intoniert. Diese Art Motette wird auch als «Engelberger Motette» bezeichnet.

Weil das Vortragen so schwierig ist, gibt es nur noch ganz wenige Interpreten, die sich an Auszüge aus dem «Engelberger Codex 314» heranwagen. Konzerte zu diesem Thema finden nur noch ganz selten statt, wie das Kloster Engelberg in einer Medienmitteilung schreibt. Dies sei Grund genug gewesen, für das Jubiläum «900 Jahre Kloster Engelberg» den weltweit führenden Spezialisten für alte Musik, Dominique Vellard, mit seinem Ensemble «Gilles Binchois» für ein Konzert in der Engelberger Klosterkirche zu verpflichten. Umrahmt wurden die Gesänge mit moderner Orgelmusik, gespielt vom Engelberger Stiftsorganisten Alessandro Valoriani auf der grössten Orgel der Schweiz.

SRF 2 strahlte bereits Ausschnitte aus dem Konzert aus

Anlässlich des ausverkauften Konzerts vom 12. August 2020 sind Ton- und Filmaufnahmen entstanden. Eine erste Sichtung der Aufnahmen habe sehr schnell gezeigt, dass sie es verdienten, einem breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Deswegen bringt das Kloster dieser Tage eine DVD von diesem Konzert auf den Markt. Für die Kamera zeichnet Sepp Sutter aus Beckenried verantwortlich, die Tonaufnahmen hat Daniel Scheidegger realisiert. Ausschnitte aus dem Konzert wurden bereits im vergangenen Jahr auf Radio SRF 2 ausgestrahlt. Die Einführung und die Kommentare zu diesem Monumentalwerk der Musikgeschichte stammen von Pater Guido Muff OSB Benediktinerkloster Engelberg. Die in limitierter Auflage hergestellte DVD hat eine Spiellänge von 64 Minuten.

Die DVD kann über info@kloster-engelberg.ch bestellt werden und kostet inkl. Porto und Verpackung 25 Franken.