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Kollisionen zwischen Fischern und Ruderern auf dem Sarnersee

Der Obwaldner Fischerverein setzt sich zurzeit für ein konfliktfreies Nebeneinander mit den Ruderern auf dem Sarnersee ein. Zudem strebt man eine optimale Renaturierung der Sarneraa an.
Romano Cuonz
Philipp Sicher, Schweizerischer Fischerei-Verband, und Jörg Reinhard, Obwaldner Sportfischer (von links), lösen Probleme um das Egli als Fisch des Jahres gemeinsam. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 18. Januar 2019))

Philipp Sicher, Schweizerischer Fischerei-Verband, und Jörg Reinhard, Obwaldner Sportfischer (von links), lösen Probleme um das Egli als Fisch des Jahres gemeinsam. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 18. Januar 2019))

Für einmal wurden den Obwaldner Fischern an ihrer Versammlung in der Sarner Krone nicht Felchen-, sondern Eglifilets serviert. Mit gutem Grund, wie Präsident Jörg Reinhard betonte: Das Egli ist der Fisch des Jahres 2019 und der Slogan des Schweizerischen Fischerei-Verbandes (SFV) lautet: «Die Fischer bitten zu Tisch.» In den vier Obwaldner Seen wurden gemäss Angelstatistik 2017 1185 Kilo Egli gefangen. Dieser Fisch ist also kaum gefährdet. Für andere Arten hingegen sind Schutzmassnahmen nötig. Alain Schmutz, Leiter der Obwaldner Abteilung Umwelt, eröffnete: «Wir müssen künftig einige Jahresfangzahlen senken: bei den Felchen auf 300, bei Bachforellen auf 80 und bei der Äsche gar auf fünf.»

Gespräche anstatt grossen Ärgers

Neben Lichtpunkten gibt es für den Vorstand des Fischervereins immer wieder Probleme, für die Lösungen gesucht werden müssen. So teilte Präsident Jörg Reinhard der Versammlung mit: «Aufgrund der starken Zunahme nationaler und vor allem internationaler Ruderer auf dem Sarnersee ereigneten sich in den letzten Jahren vermehrt Kollisionen mit Schleppfischern.» Mittlerweile hätten die Schäden an Fischereimaterial ein inakzeptables Mass angenommen. Und Reinhard monierte: «Dabei wäre gesetzlich klar festgelegt, dass Sportruderer zu Schleppbooten einen vorgegebenen Abstand einzuhalten haben.» Erschwerend komme noch dazu, dass die Schleppfischerei im unteren Teil des Sees im Sommer durch eine zu Trainingszwecken gezogene Bojenlinie während bis zu zwei Monaten verunmöglicht werde. «Wir haben nun diese Probleme mit dem Schweizerischen Ruderverband und dem Ruderclub Sarnen diskutiert und nach Lösungen gesucht», orientierte Reinhard. Der Ruderverband habe dabei gefordert, dass die Schleppfischer ihre weissen Signalkugeln über dem Boot auf langen Stangen montieren müssten. Wenn sich Kollisionsgefahr anbahne, sollten sie sich Ruderern mit Rufen oder per Hornsignal bemerkbar machen.

Der Fischerverein seinerseits forderte eine verstärkte Sensibilisierung der einheimischen und auswärtigen, oft fremdsprachigen Ruderer. «Es braucht dringend zusätzliche Infotafeln, die auch ohne Worte für Klarheit sorgen», ist Reinhard überzeugt. «Auch wenn bis dato noch nichts passiert ist, hoffen wir Fischer, dass sich nach unseren Gesprächen künftig weniger ärgerliche Kollisionen ereignen und ein friedliches Nebeneinander auf dem See wieder möglich wird!»

Einmalige Chance Sarneraa

Im zweiten Teil übergab Jörg Reinhard das Wort dem Urner Philipp Sicher. Als Geschäftsführer des Schweizerischen Fischerei-Verbandes sollte er zu den 189 Obwaldner Vereinsmitgliedern sprechen. Ihnen dabei vor allem aufzeigen, warum es sich für sie lohnt, zehn ihres insgesamt 45-fränkigen Jahresbeitrages dem SFV zu überlassen. Sicher dazu: «Mit seiner unkomplizierten und meist kostenlosen Beratertätigkeit steht der SFV den lokalen Vereinen zur Seite.» Das betreffe etwa Bereiche wie Renaturierungen, Natur- und Artenschutz, Vorschriften, Reglemente oder Ausbildung.

Der Urner illustrierte die SFV-Tätigkeit auch an einem für Obwalden sehr konkreten Beispiel. «Wir haben von euch einen Mandatsauftrag erhalten», erklärte er. «Insbesondere geht es darum, auf politischer Ebene Probleme, die im Zusammenhang mit dem Projekt Hochwasser Sarneraa entstanden sind, zu lösen.» So habe man eine Einsprache zum Bauprojekt erhoben. Ihr Ziel: Zu Gunsten der Fischerei sollen notwendige Verbesserungen erreicht werden. Meinungsverschiedenheiten gebe es dabei vor allem mit der Landwirtschaft. «Uns Fischern geht es in erster Linie darum, Renaturierungen und funktionierende Fischtreppen zu realisieren. Diese sollen für die Zukunft zwischen Alpnacher- und Sarnersee eine Fischwanderung ohne Hindernisse garantieren», fasste Sicher die Bestrebungen zusammen. Und betonte dabei: «Eine Chance wie diese kommt danach für Jahrzehnte nicht mehr!»

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