Kommentar
Titlis 3020 muss sich noch gedulden

Zum zweiten Mal in Folge müssen die Titlis-Bergbahnen einen Millionenverlust hinnehmen. Nun gilt es, Prioritäten zu setzen.

Florian Pfister
Florian Pfister
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Die Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG hat erneut einen Verlust zu verkraften. Mit 5 Millionen Franken ist dieser gegenüber dem Vorjahr zwar klar gesunken, das liegt aber insbesondere an der staatlichen Härtefallentschädigung von 10 Millionen Franken.

Eines ist klar: Einem Skigebiet wie dem Titlis fehlen die internationalen Gäste. Die steigende Zahl an Schweizer Gästen im Sommer vermag dieses Ausbleiben bei weitem nicht zu decken. Dank Reserven und eines stabilen Eigenkapitals sollte die Existenz der Titlis-Bergbahnen sichergestellt sein, selbst wenn die Pandemie noch andauert. Die Frage stellt sich nun aber, was dieser Verlust für die geplanten Projekte bedeutet – allen voran für das Projekt Titlis 3020.

Angesichts der roten Zahlen wird sich das 100-Millionen-Projekt noch etwas weiter hinauszögern müssen. Der Neubau der Bergstation ist bis 2025 geplant. Solange die Rede von striktem Kostenmanagement ist, tut das Unternehmen gut daran, sich auch bei den grossen Investitionen daran zu halten. Das Personal muss an erster Stelle stehen, weitere Kündigungen sollten möglichst vermieden werden.

Wenn eines Tages die internationalen Gäste wieder ganz normal auf den Titlis reisen können, dürften die Bergbahnen mindestens wieder mit gleich hohen Zahlen rechnen wie vor der Pandemie und sich bald erholen. Erst bei einem positiven Trend ist es an der Zeit, Titlis 3020 wieder konkret voranzutreiben.

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