Gemeinsamer Rettungsdienst: Weiterführung steht «ausser Frage»

Die Obwaldner Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten
von Nidwalden, Luzern und Uri trägt Früchte.

Franziska Herger
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Ambulanz am Kantonsspital Obwalden in Sarnen.

Ambulanz am Kantonsspital Obwalden in Sarnen.

Bild: PD

Der Kanton Obwalden will die Zusammenarbeit der Zentralschweizer Rettungsdienste weiterführen, die im September 2018 als Pilotphase gestartet wurde. Das stehe für den Regierungsrat «ausser Frage», schreibt er. Durch den Verbund der Rettungsdienste von Obwalden, Nidwalden, Uri und Luzern habe sich die Zeit zwischen Alarmierung und Eintreffen der Rettungsdienste verkürzt. Konkret trafen die Rettungsdienste in über 1000 lebensbedrohlichen Notfällen häufiger innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort ein als vor dem Projekt. Zudem konnten mit den gleichen Ressourcen 2019 über 3500 Einsätze mehr geleistet werden als 2016, wie das Luzerner Kantonsspital im Februar mitteilte. Insgesamt wurden 2019 rund 25000 Einsätze geleistet.

Damit antwortet die Regierung auf eine Interpellation, die das Gegenteil befürchtet hatte. Der Verbund bedeute «weniger Flexibilität vor Ort, längere Anfahrtszeiten und offenbar vermehrte Helikoptereinsätze», schreiben die Interpellanten Adrian Haueter (CVP, Sarnen) und Petra Rohrer-Stimming (CVP, Sachseln) (wir berichteten). Die Situation werde durch das stetig zunehmende Verkehrsaufkommen erschwert. Am Lopper sei baustellenbedingt ein Durchkommen der Fahrzeuge aus Luzern kaum noch möglich. Mit 43 Mitunterzeichnenden verlangten sie daher nähere Informationen zu Einsatzzeiten, Kosten und Helikoptereinsätzen.

Eine Zunahme der Helikoptereinsätze habe nicht festgestellt werden können, schreibt die Regierung. Bei kritisch erkrankten oder verunfallten Patienten werde das nächste verfügbare Rettungsmittel aufgeboten, sei dies boden- oder luftgebunden. Dadurch habe die Hilfsfrist verbessert werden können. Stehen in Obwalden bereits alle verfügbaren Rettungsmittel im Einsatz, disponiert die Sanitätsnotrufzentrale 144 den nächsten verfügbaren ausserkantonalen Rettungsdienst. «So stehen für Obwalden je zwei zusätzliche Rettungsfahrzeuge aus Nidwalden und Uri zur Verfügung, welche den Kanton unabhängig von der Verkehrssituation am Lopper erreichen können», schreibt die Regierung.

Pilotprojekt soll bis Mitte 2021 verlängert werden

Der Verbund steigere auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter. «Sie leisten mehr Einsätze und steigern dadurch ihre Einsatzerfahrung und ihr medizinisches Wissen.» Die Sanitätsnotrufzentrale biete den Anrufern zudem professionelle telefonische Unterstützung während des Einsatzes, Unterstützung der Rettungskräfte mit wichtigen Informationen sowie Koordination und Vernetzung bei Grossereignissen oder Katastrophen. All dies könne nur im Verbund professionell und mit vertretbaren Kosten gewährleistet werden. «Der Regierungsrat sieht aber auch die Herausforderungen, die sich aufgrund des sehr grossen, zum Teil ländlichen und gebirgigen Einsatzgebiets über die vier Kantone ergeben». Dass das Pilotprojekt bis Mitte 2021 verlängert werden soll, begrüsse man daher. Dass eine Verbesserung bei den Einsatzzeiten stattgefunden habe, sei sehr positiv, sagt Interpellant Haueter auf Anfrage. «Wir haben wissen wollen, ob an den Mutmassungen, die wir in verschiedenen Gesprächen gehört haben, etwas dran ist. Mich hätte aber interessiert, wie gross die Verbesserung bei der Einsatzzeit denn genau ist, um die Zahlen in einen Bezug setzen zu können. Da fehlen noch wesentliche Angaben.»