Korporation Alpnach sagt klar Ja zum Geschäftsführermodell

Das Coronavirus drückte auf die Beteiligung an der Korporationsversammlung. Nur 33 Teilnehmer stimmten über die wichtige Weichenstellung ab.

Robert Hess
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Die Organisationsentwicklung ist unter Dach und Fach. Trotz Maske ist die Genugtuung bei Korporationspräsident Walter Hug am Ende der Versammlung erkennbar.Robert Hess (Alpnach, 15. Oktober 2020)

Die Organisationsentwicklung ist unter Dach und Fach. Trotz Maske ist die Genugtuung bei Korporationspräsident Walter Hug am Ende der Versammlung erkennbar.Robert Hess (Alpnach, 15. Oktober 2020)

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Das einzige traktandierte und breit abgestützte Sachgeschäft «Organisationsentwicklung Korporation Alpnach 2020+» war an der ausserordentlichen Korporationsversammlung vom Donnerstagabend kaum gefährdet. Doch seine Bedeutung hätte mehr als die 33 im Saal des Pfarreizentrums anwesenden Stimmberechtigten – von insgesamt rund 800 – «verdient».

Korporationspräsident Walter Hug «entschuldigte» die sehr geringe Beteiligung mit der «aussergewöhnlichen Lage und dem grossen Respekt vor dem Virus», obwohl für die Versammlung ein umfassendes Schutzkonzept mit Maskenpflicht erarbeitet worden sei.

Zu den Ängsten beigetragen haben wohl auch die aktuellen Fälle im Alterszentrum. Zudem war die Korporationsverwaltung selber betroffen, denn vorige Woche sei Korporationsschreiber Klaus Wallimann positiv getestet worden. Er befindet sich immer noch in Quarantäne. «Doch es geht ihm recht gut», versicherte Präsident Hug. Als Vorsichtsmassnahme seien überdies drei nicht erkrankte Angestellte diese Woche «zu Hause geblieben». Hug zeigte sich zuversichtlich, dass die Betroffenen am Montag ihre gewohnte Arbeit wieder aufnehmen könnten.

Zukunftsweichen sind gestellt

Für die Zustimmung zur neuen Organisationsentwicklung mussten das revidierte Statut, eine neue Organisationsverordnung sowie sechs teilrevidierte Verordnungen genehmigt werden (Ausgabe vom Mittwoch). Alle Erlasse wurden diskussionslos, grossmehrheitlich oder einstimmig, verabschiedet. Damit wurden die Weichen für moderne Strukturen in der Korporation ab 1. Januar 2021 gestellt. Schwerpunkt bilden die Trennung in eine strategische Führung durch den Korporationsrat und die Kommissionen sowie die operative Führung durch eine dreiköpfige Geschäftsleitung, die vom Korporationsrat gewählt wird. Diese besteht aus dem neu von der Korporation festangestellten Klaus Wallimann als Vorsitzender und Korporationsschreiber, Rolf Wallimann sowie Daniel Hosang.

Im Bereich der strategischen Führung werden die bisherigen zehn Aufgabenbereiche auf sieben reduziert, wobei jeder Korporationsrat einem Bereich vorsteht und die ständigen Kommissionen leitet. Die neue Organisation soll unter anderem eine Entlastung der sieben Korporationsräte bringen, «die heute 10 bis 30 Prozent eines Vollpensums leisten, sodass sich die Suche nach neuen Räten zunehmend schwieriger gestaltet», erklärte Walter Hug. Die Mehrkosten der «Korporation 2020+» werden auf rund 30000 Franken jährlich geschätzt.

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