Korporation Alpnach will grössere Sicherheit in der Wärmeversorgung

Das Holzheizwerk soll für 1,27 Millionen Franken optimiert werden. Das letzte Wort haben die Korporationsbürger an der Urne.

Robert Hess
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Korporationsrat Beat Niederberger vor dem künftigen Standort der Speicher und Heizungsanlage.

Korporationsrat Beat Niederberger vor dem künftigen Standort der Speicher und Heizungsanlage.

Bild: Robert Hess (Alpnach, 9. Juni 2020)

Die Korporation Alpnach hat 2006 die erste Etappe eines neuen Holzheizwerks im «Chilcherli» sowie einen Wärmeverbund in Betrieb genommen. Seither ist die Anlage laufend erweitert worden. 2009 und 2012 wurden nicht nur zwei weitere Heizkessel eingebaut, sondern auch das Fernwärmeleitungsnetz entsprechend ausgebaut.

Heute weist das Holzheizwerk laut Geschäftsbericht der Korporation Alpnach eine installierte Leistung von 8'900 kW auf. Das Leitungsnetz mit Vor- und Rücklauf ist im Lauf der Jahre auf insgesamt 24 Kilometer gewachsen. Derzeit werden mit insgesamt 166 Gebäudeanschlüssen weite Teile des Alpnacher Dorfkerns sowie der Industrie ganzjährig mit Wärmeenergie versorgt, die aus einheimischen Wäldern stammt.

Produktionsausfall nach Schadenereignissen

Mit einem Kredit von 1.275 Millionen Franken, über den die Korporationsbürger am 23. Juni, an der Urne entscheiden, will die Korporation die Versorgungssicherheit gegenüber den Kunden und die Wirtschaftlichkeit der Anlage verbessern. Anlass dazu sind vor allem drei Schadenfälle an den Heizkesseln mit längeren Ausfallzeiten im Winter 2017/18 sowie im Februar 2019. «Obwohl damals jeweils mildes Wetter herrschte, mussten zur Gewährleistung der Wärmeversorgung mobile Notheizanlagen erstellt werden», heisst es in der Botschaft an die rund 800 Stimmberechtigten der Korporation. Anstelle einer nach Bedarf mobilen Anlage, ist nun eine sogenannte redundante Wärmeerzeugung geplant. Diese könne bei Ausfällen im Heizwerk innert weniger Minuten hochgefahren werden. Die bisher bei einem Schadenfall eingesetzten mobilen Anlagen benötigten zur Betriebsbereitschaft bis zu 48 Stunden.

Sichergestellt werden soll die künftige Wärme-Versorgung durch einen Öl-Heizkessel mit 6'000 kW Leistung und einen 30'000-Liter-Öltank. Dazu kommen zwei rund 12 Meter hohe Speicher mit einem Fassungsvermögen von je 150 Kubikmetern Wasser.

Betriebsaufnahmen schon im Winter 2020/21

«Diese beiden Speicher sind nicht nur als Reserve für den Notfall vorgesehen», erklärte Korporationsrat Beat Niederberger, «sie werden ins gesamte System integriert.» Mit dieser Lösung könnten die täglichen sowie witterungs- und temperaturbedingten Schwankungen des Energiebedarfs wirtschaftlicher ausgeglichen werden, als dies mit den träge reagierenden Holzheizkesseln möglich sei. Man rechnet mit Einsparungen von rund 5 Prozent des Energieholzverbrauchs oder 30'000 Franken. «Für die Realisierung haben wir einen sportlichen Fahrplan festgelegt», so Beat Niederberger, Chef Energiewesen im Korporationsrat. «Läuft alles nach Plan sollen die neuen Anlagen bereits im Winter 2020/21 betriebsbereit sein.»