Korporation Kerns schreibt 1,5 Millionen Franken Gewinn

Die Sportbahnen Melchsee-Frutt und das Sportcamp Melchtal tragen mit guten Abschlüssen zum erfolgreichen Geschäftsjahr der Korporation Kerns bei.

Philipp Unterschütz
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Schon fast kitschig, die Stimmung am Tannalpsee auf Melchsee-Frutt.

Schon fast kitschig, die Stimmung am Tannalpsee auf Melchsee-Frutt.

Bild: Obwaldner Zeitung

Die Verlosung der Alpen und von Allmendland waren die prägenden Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr der Korporation Kerns und der Alpgenossenschaft Kerns a.d.st. Brücke. Die angepasste Kulturland- und Liegenschaftsverordnung, welche die Korporationsbürger im Vorjahr beschlossen hatten, hat sich bewährt. «Wir haben insbesondere bei der Verlosung von Allmendland unser primäres Ziel erreicht. Niemand ging leer aus», sagt der Korporations- und Alpgenossenpräsident Markus Ettlin-Niederberger auf Anfrage. 

Überhaupt darf der Präsident zufrieden sein mit dem Geschäftsjahr 2019. Wie der soeben veröffentlichte Geschäftsbericht 2019 zeigt, können die insgesamt sieben Betriebe der Korporation Kerns und der Alpgenossenschaft Kerns a.d.st. Brücke wiederum auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Rechnung (ohne die Alpgenossenschaft) schliesst mit einem Gewinn von 1,5 Millionen Franken bei einem Gesamtaufwand von 13,95 Millionen Franken. 

Coronakrise macht Sorgen

Massgeblich beigetragen haben die Sportbahnen Melchsee-Frutt. Diese erwirtschafteten 2019 einen Gewinn von 419 000 Franken. Sehr gut waren insbesondere die Verkehrszahlen im Februar 2019, die mit 900 000 Einzelfahrten einen neuen Höchststand erreichten und 29 Prozent höhere Einnahmen brachten als im gleichen Vorjahreszeitraum. Und im Sommerbetrieb gab es das zweitbeste Resultat eines Sommers überhaupt. Der Betriebsertrag von 9,9 Millionen Franken, der zu einem hervorragenden Cashflow von 2,9 Millionen Franken führte, erlaubte es,  im Rahmen des Budgets sämtliche vorgesehenen Amortisationen, Abschreibungen und grosse Teile der geplanten Investitionen zu tätigen.

«Für das laufende Geschäftsjahr machen wir uns wegen der Coronapandemie schon etwas Sorgen», sagt Ettlin. «Durch das vorzeitige Saisonende dürfte uns in den fehlenden fast vier Wochen gegen 800 000 Franken Verkehrsertrag entgangen sein.» Es sei jetzt entscheidend, wann man in den ordentlichen Sommerbetrieb, der eigentlich auf Mitte Juni geplant gewesen sei, einsteigen könne.

Sorgen, die auch fürs Sportcamp Melchtal gelten. Obwohl im vergangenen Jahr rund 1000 Übernachtungen weniger gezählt wurden, insgesamt waren es 36 000, konnte dank Preiserhöhungen der Ertrag gesteigert werden. Dass ein Jahresgewinn von 151 000 Franken resultierte, lag aber vor allem an der Gastronomie, die ganze 57 Prozent mehr Ertrag erwirtschaftete als im Vorjahr. Auch das Bergbeizli Cheselen steuerte bei einem Betriebsertrag von 324 000 Franken einen Jahresgewinn von 870 Franken bei.

Nicht zufrieden mit dem Tourismusgesetz

Korporationspräsident Markus Ettlin

Korporationspräsident Markus Ettlin 

Bild: PD

Wie schon im Jahresbericht 2018 festgehalten, ist die Korporation Kerns nach wie vor nicht mit der aktuellen Situation des Tourismusgesetzes und den Abgaben an Obwalden Tourismus (OT) und dessen Verwendung einverstanden. «Die Summe, die aus dem Gebiet Kerns und Frutt an Obwalden Tourismus bezahlt wird, steht in keinem Verhältnis zur Leistung, die retour fliesst», erklärt Markus Ettlin. Man sei dran, mit der Regierung und OT Lösungen zu suchen. Im Geschäftsbericht heisst es gar, man könne die Zusammenarbeit so nicht aufrechterhalten.

Gute Ergebnisse liefern auch die anderen Betriebe der Korporation Kerns. Trotz zusammengebrochenem Holzmarkt resultierte bei den Forstbetrieben dank Dienstleistungen für Dritte ein Jahresgewinn von 83500 Franken. Die Kleinkraftwerke produzierten zwar massiv weniger Strom als im Vorjahr, können aber trotz tieferem Betriebsertrag als budgetiert einen Gewinn von 319 000 Franken ausweisen. Die separat ausgewiesene Alpgenossenschaft Kerns a.d.st. Brücke schrieb 13 900 Franken Gewinn.

Kurzarbeit und Mietausfälle

Wegen der Coronapandemie hat die Korporation Kerns für die Mitarbeiter und Saisonniers der Sportbahnen und des Sportcamps Melchtal Kurzarbeit angemeldet. «Die Krise wird sich mit Sicherheit merklich auf das laufende Geschäftsjahr niederschlagen», ist sich Ettlin sicher. Es seien ja nicht nur Einnahmenausfälle im touristischen Bereich oder beim Holzverkauf, sondern auch bei den Mietzinsen aus den Liegenschaften zu erwarten. Man habe zwar noch nicht entschieden, wie man damit umgehe, aber man werde sicher kulante Lösungen mit den Mietern finden.

Die Frühlingsversammlung der Korporation, die am 5. Mai anschliessend an die Kernser Gemeindeversammlung hätte stattfinden sollen, musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Da keine dringenden Entscheide anstünden, komme es in der Korporation deswegen nicht zu einem Stillstand, sagt Markus Ettlin.

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