Korporation Sachseln plant einen Wärmeverbund

Zur Heizperiode 2021/22 soll die Zentrale in Betrieb sein. Gerechnet wird mit einem einstelligen Millionenbetrag.

Martin Uebelhart
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Holzlager für die Holzschnitzelproduktion.

Holzlager für die Holzschnitzelproduktion. 

 

Die Korporation Sachseln, sehr daran interessiert, dass mehr Holz energetisch genutzt werden kann, plant einen eigenen Wärmeverbund. Gerade im steilen Sachsler Wald, der zu rund 80 Prozent aus Schutzwald bestehe, sei noch ein grosses zusätzliches Nutzungspotenzial vorhanden. Aktuell werde weniger als die Hälfte der nachhaltig nachwachsenden Energieholzmenge von jährlich rund 18540 Kubikmetern Form von Holzschnitzeln genutzt.

Kürzlich hat die Korporation über ihre Pläne informiert. «Das Interesse war gross», sagt Korporationspräsident Christian Rohrer im Gespräch mit unserer Zeitung. Rund hundert Personen hätten die Präsentation besucht. Der geplante Wärmeverbund Sachseln Nord-Ost soll das Gebiet etwa vom Alters- und Pflegeheim Felsenheim in Richtung der Grenze zu Sarnen abdecken. «Die Anlage soll eine Leistung von etwa zwei Megawatt haben», so Rohrer. Jährlich könnten damit rund 6000 bis 7000 Kubikmeter Holzschnitzel zur Wärmeerzeugung genutzt werden. «Die Heizzentrale soll ausserhalb des Dorfes zu stehen kommen», hält Rohrer fest. Wohin genau, lasse sich heute noch nicht sagen. Im Vordergrund stehe das Gebiet Chalchofen.

Mögliche grössere Bezüger im Einzugsgebiet

Die Herausforderung bei der Planung eines Wärmeverbundes liege darin, eine ausreichende Anzahl Abonnenten mit der entsprechenden Abnahmemenge zu finden, die sich an das Leitungsnetz anschliessen lassen wollten, hält die Korporation weiter fest. Einen idealen Zeitpunkt dafür gebe es leider nicht. Die bestehenden Heizsysteme in den einzelnen Gebäuden haben eine unterschiedliche Restlebensdauer. Im Einzugsgebiet des geplanten Wärmeverbundes «Sachseln Nord-Ost» lägen aber als mögliche grössere Bezüger etwa Felsenheim sowie das Rütimattli, mit denen die Korporation bereits im Gespräch sei. «Das Rütimattli wird schon heute von einer Holzschnitzelheizung m mit Wärme versorgt», sagt Christian Rohrer. Die Stiftung sei daran, diese Heizung zu ersetzen. Das Felsenheim heize heute mit Öl. «Wir brauchen zwei, drei grosse und einige kleinere Abnehmer oder viele kleinere Abnehmer, damit sich eine solche Anlage am Ende rechnet», betont Rohrer. Um das tatsächliche Interesse auszuloten, hat die Korporation Absichtserklärungen an die Hauseigentümer im Gebiet östlich der Überbauung Wissibach bis zur Gemeindegrenze Sarnen verschickt.

Zu den Kosten kann Christian Rohrer heute noch nicht viel sagen. «Das hängt unter anderem auch von der künftigen Linienführung der Wärmeleitungen ab», sagt er. Die Korporation rechnet mit einem einstelligen Millionenbetrag. Klar sei, dass der Verbund nur realisiert werde, wenn sich eine genügende Zahl von Bezügern daran anschliessen wolle. Rohrer geht von einem Zeithorizont von zwei Jahren für den Bau aus. «Ziel ist, dass die Zentrale auf die Heizperiode 2021/22 in Betrieb gehen kann.»

Mit der Gemeinde kommt man sich nicht in die Quere

Bereits seit über 20 Jahren betreibt die Einwohnergemeinde einen Wärmeverbund, der damals schweizweit zu den ersten in dieser Grössenordnung gehörte. Die Korporation liefert für den Verbund wie auch für andere Kunden Hackschnitzel als einheimischen Energieträger. Mit ihrem eigenen Wärmeverbund will die Korporation nicht in jene Gebiete vordringen, die bereits von der Einwohnergemeinde abgedeckt werden. Das Verteilnetz des bestehenden Wärmeverbundes habe zwar noch eine gewisse Kapazität, um weitere Gebäude innerhalb des versorgten Gebietes anzuschliessen, so die Mitteilung weiter.

Es würden aber keine Leitungen mehr gebaut, um zusätzliche Gebiete zu erschliessen. Die Vertreter des Gemeinderates hätten das Vorhaben der Korporation denn auch ausdrücklich begrüsst. Es bestehe keine Gefahr, dass in einer Strasse parallele Wärmeleitungen geführt würden und dadurch Doppelspurigkeiten entstünden.

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Romano Cuonz