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Kritik an Sachsler Holzschnitzelheizung

Das Budget 2019 sieht für den Ersatz des Heizkessels der Holzschnitzelheizung im Mattli-Schulhaus 1,46 Millionen Franken vor. Die Proteste der Anwohner halten sich hartnäckig.
Romano Cuonz
Viele Fragen an der Gemeindeversammlung: Holschnitzelheizung des Wärmeverbunds Sachseln. (Bild: Romano Cuonz (Sachseln, 24.Mai 2018))

Viele Fragen an der Gemeindeversammlung: Holschnitzelheizung des Wärmeverbunds Sachseln. (Bild: Romano Cuonz (Sachseln, 24.Mai 2018))

«Es ist schon schockierend, wie man als Bürger nicht gehört wird und so die Gleichgültigkeit seitens der Behörden zu spüren bekommt», sagt Heinz Della Torre. Er gehört zu jenen Sachslern, die oberhalb des Mattli-Schulhauses wohnen und sich über die zunehmenden Geruchs- und Schadstoffimmissionen der Fernwärme-Holzschnitzelheizung beklagen. Schon im vergangenen Mai hatte Della Torre an der Gemeindeversammlung das Anliegen der Anwohner ausführlich geschildert und Verbesserungen gefordert.

Nun erfolgte von Seiten der Einwohnergemeinde eine erste Reaktion: Der Rat führt in der Investitionsrechnung des Budgets 2019 unter «Fernwärmebetrieb – Ersatz Heizkessel» den Betrag von 1,46 Millionen Franken auf. Darüber, was man mit diesem Geld warum verbessern möchte, orientierte der zuständige Gemeinderat Florian Spichtig an der Versammlung ausführlich.

Auslagerung brächte vor allem Nachteile

«Heute liefert der Wärmeverbund 3340 Kilowatt und versorgt damit 92 Liegenschaften und insgesamt 377 Wohnungen», führte Spichtig zur Bedeutung der Anlage weiter aus. Die «Lebenserwartung» der heutigen Anlage sei nach 20 Jahren Betrieb erreicht und eine grössere Sanierung unumgänglich, eröffnete Spichtig den 180 Anwesenden. Und noch etwas räumte er gleich vorweg ein: Die Emissionskontrollen haben aufgezeigt, dass der Grenzwert für Feinstaub überschritten und die Holzfeuerung des Wärmeverbundes sanierungspflichtig sei. Jedoch: Auf den seinerzeit von Anwohnern vorgebrachten Vorschlag, dass man die Heizzentrale in den abgelegenen «Chalchofen» der Korporation auslagern sollte, könne der Gemeinderat nicht eingehen.

Dies sowohl aus Kostengründen wie auch wegen der langen Bauzeit, die so eine Verschiebung brauchen würde. Spichtigs Vergleichszahlen dazu: Eine Auslagerung würde statt 1,6 bis zu fünf Millionen Franken kosten und anstatt 2019 frühestens 2023 realisiert sein. Der Wärmepreis für die Nutzer aber würde dann von 14 auf 19 Rappen pro Kilowattstunde ansteigen. «Neben dem um 40 Prozent höheren Wärmepreis für die Nutzer würden auch der Einwohnergemeinde, die angeschlossen ist, jährlich Mehrkosten von 40000 Franken erwachsen», rechnete Spichtig vor.

Und er malte via Powerpoint quasi einen Teufelskreis an die Leinwand: Die Erhöhung des Energiepreises würde Kündigungen von Abonnenten und darauf ein Einnahmedefizit beim Wärmeverbund zur Folge haben.

Anwohner wollen mehr Auskunft

In der Folge warb Florian Spichtig für die Teilerneuerung der Heizzentrale Mattli. Als Vorteil nannte er etwa, dass das ganze Jahr Holzschnitzel gemäss Vorgaben des Verbandes Wald Obwalden aus Sachsler Waldungen verwendet werden könnten. Deren Lieferung sei für den heimischen Forstbetrieb eine sehr wichtige Einnahmequelle.

Die Einwohnergemeinde, Kirchgemeinde und viele Private würden vom günstigen Energiepreis profitieren. Überdies hielten sich neuere Installationen an die rechtlichen Grenzwerte. Filteranlagen würden das Austreten von Feinstaub verhindern. Restlos zu überzeugen vermochte Spichtig dennoch nicht. Die Anwohner Dominik Obrist und Heinz Della Torre forderten von der Gemeinde vor allem eine saubere, alternative Sommerlösung. Zum vorliegenden Projekt verlangten sie Präzisierungen. Fragen, die Della Torre nach wie vor stellt: «Wer kontrolliert, dass nicht qualmende Nassschnitzel anstelle von teureren trockenen verwendet werden? Wie hoch wird der neue Kamin geplant? Wie wird die Luft kontrolliert?» Florian Spichtig konnte nicht all diese Fragen sogleich beantworten. Er versicherte aber: «Bevor wir am 10. Februar 2019 an der Urne über den Baukredit abstimmen lassen, werden an einer Orientierungsversammlung die Gemeinde und der zuständige Ingenieur all diese Fragen beantworten.» Diese ist auf den 16. Januar 2019 angesetzt. Realisiert werden soll die Sanierung von Juni bis Oktober 2019.

Überraschung: Mitten im Publikum sass FC-Basel-Goalie Jonas Omlin mit seinen Eltern Elisabeth und Guido. Neben ihnen die Spitzenfussballerin Rahel Tschopp. (Bild: Romano Cuonz (Sachseln, 28. November 2018))

Überraschung: Mitten im Publikum sass FC-Basel-Goalie Jonas Omlin mit seinen Eltern Elisabeth und Guido. Neben ihnen die Spitzenfussballerin Rahel Tschopp. (Bild: Romano Cuonz (Sachseln, 28. November 2018))

Spitzensportler standen im Fokus

Es dürfte so ziemlich einmalig sein, dass gleich elf Schweizer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, statt am Training teilzunehmen, an einer dörflichen Gemeindeversammlung anzutreffen sind. Jedenfalls staunten die rund 180 Besucherinnen und Besucher in Sachseln nicht schlecht, als sie den Schweizer Spitzentorhüter Jonas Omlin (früher beim FC Luzern, heute bei Basel) zusammen mit seinen Eltern Elisabeth und Guido im Mattlisaal mitten im Publikum entdeckten.

Der mittlerweile für die Schweizer Nationalmannschaft aufgebotene Goalie war aber bei Weitem nicht der Einzige, der an diesem Abend von Renato Gerig (Vorsteher Bildung und Kultur) in launiger Moderation geehrt wurde. Neben Omlin erhielten auch zwei aus Sachseln stammende Spitzenfussballerinnen, die in der Nationalmannschaft spielen, viel Applaus: Viola Calligaris und Rahel Tschopp. Zu Ehren kamen auch der Skifahrer Gianluca Amstutz, der Diskuswerfer Julian Suter, der Skeleton-Athlet Marco Rohrer, die Squash Spitzenathletin Gabriela Huber-Schmohl, der Schütze Toni Küchler und die erfolgreichen Kumite-Kämpferinnen Nina Anderhalden und Lea Maria Michel. Selbst der Differenzler-Jassstar Bernhard Rohrer wurde an diesem denkwürdigen Abend als Sportler gefeiert. Neben den Sportlern ehrte Sachseln auch die bei Swiss Skills erfolgreichen Berufsleute Simon Amrein (Abdichter) und Martin Amstutz (Koch) und im Sektor Kultur den Musiker und Jodel-Komponisten André von Moos.

Grosse Anerkennung wurde auch allen Freiwilligen zuteil, die für die Sachsler Schulkinder in den Fasnachtsferien jeweils Skilager organisieren. Diesen Preis nahm stellvertretend Cathrine Gasser entgegen. (cuo)

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