Kultur
Eine Zugerin sammelt Geld für Outdoor-Kunst in Engelberg

Wanderer sollen staunen: Auf der Gerschnialp werden im Sommer aus dem, was die Natur hergibt, zehn imposante Land-Kunstwerke entstehen. Der Kuratorin Claudia Häusler aus Oberägeri fehlen beim Crowdfunding noch wenige Hundert Franken.

Romano Cuonz
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«Auch mit unserem schon zweiten Engelberger Land-Art Projekt auf der Gerschnialp richten wir uns an Familien mit Kleinkindern, ältere Menschen und nicht gebirgstaugliche Leute», verspricht Kulturmanagerin Claudia Häusler aus Oberägeri. Vor zwei Jahren hatte sie zusammen mit zehn Künstlerinnen und Künstlern eine Land-Art Ausstellung zwischen Eienwäldli und Wasserfall realisiert und damit bei Einheimischen wie bei Touristen grossen Erfolg gehabt.

Kuratorin Claudia Häusler will diesen Sommer in Engelberg erneut aus Landschaft Kunst machen.

Kuratorin Claudia Häusler will diesen Sommer in Engelberg erneut aus Landschaft Kunst machen.

Bild: Romano Cuonz (Engelberg, 6. Juni 2019)

Diesmal will die Zugerin mit einem Herz für Engelberg offenbar noch höher hinaus: Gerschnialp liegt immerhin auf 1300 Metern über Meer direkt unter dem berühmten Laub am Fusse des Titlis. Doch Häusler beruhigt: «Der Ausgangspunkt zum Land-Art Pfad kann mit der historischen Standseilbahn leicht erreicht werden, und der zwei Kilometer lange Rundgang ist einfach zu bewältigen.» Ja, gar kinderwagen- und rollstuhltauglich sei er und im Sommer angenehm beschattet. Die Rede ist vom Hungerbodenwald, der sich mit seinen hochgewachsenen alten Bäumen, verzweigten Wegen und dem feuchten Klima hervorragend für eine Land-Art Ausstellung eignet. Kommt dazu, dass das urchig gemütliche Hotel Gerschnialp anschliessend zu einer Rast einlädt.

Warum Engelberg zum Land-Art Eldorado wurde

Claudia Häusler hat Engelberg und seine wildromantischen Landschaften bei einem längeren Aufenthalt während ihrer Ausbildung kennen und lieben gelernt. Sie gibt sich überzeugt: «Für die reizvolle Land-Art Kunst, die auch in der Schweiz mehr und mehr aufkommt, eignet sich dieser Kurort hervorragend.» Auf ein Kriterium aber achtet die Kuratorin peinlich genau: «Rein ist Kunst mitten in der Natur nur, wenn alle Materialien, die verwendet werden, organisch sind und aus der umgebenden Landschaft stammen.» Genau dies sei in Engelberg noch gut möglich. Und dann gebe es hier im Sommer immer auch ein vielfältiges, interessiertes Publikum.

Kuratorin Claudia Häusler sagt: «Zu Corona möchten wir das Gewerbe und den Detailhandel nicht zusätzlich belasten.»

Kuratorin Claudia Häusler sagt: «Zu Corona möchten wir das Gewerbe und den Detailhandel nicht zusätzlich belasten.»

Bild: Dominik Wunderli

Eine wichtige und schliesslich alles entscheidende Aufgabe der Zuger Kulturmanagerin ist es, für ihr geplantes Grossprojekt die nötigen 40'000 Franken zu beschaffen. Auch da gibt sich Claudia Häusler schon jetzt sehr zuversichtlich: «Unser Projekt wird von Engelberg Tourismus, den Titlis Bahnen, der Bürgergemeinde Engelberg sowie dem Hotelierverein Engelberg, dem Hotel Gerschnialp und der Kulturförderung Obwalden unterstützt.» Was noch fehle, sei ein Teilbetrag an die Honorare, Reisekosten und Übernachtungen der Künstler. Alles in allem rund 6000 Franken. «Üblicherweise würde der noch fehlende Betrag über Firmensponsoring abgedeckt», sagt Häusler. «Zu Coronazeiten jedoch möchten wir das Gewerbe, den Detailhandel und die Gastrobetriebe nicht zusätzlich belasten.» Deshalb hätten sich die Organisatoren dazu entschlossen, den Fehlbetrag mittels eines Crowdfundings zu beschaffen. Dieses sei sehr erfolgversprechend angelaufen. So fehlen derzeit – 28 Stunden vor Ablauf der Frist am 12. April – noch rund 500 Franken.

Zahlreiche Projektskizzen gibt es schon

«Die meisten teilnehmenden Kunstschaffenden waren schon beim ersten Projekt dabei», verrät Kuratorin Claudia Häusler. Im Ganzen seien es zehn, und jede und jeder von ihnen werde ein Objekt auf dem Rundweg aufbauen und damit das Publikum in Bann ziehen. Mit dem Bildhauer Matthias Mäder ist auch ein lokaler Künstler – ein Engelberger – dabei. Weitere stammen aus allen Gegenden der Schweiz: Daniel Züsli aus Cham (ZG), Yvonne Christen Vágner (ZH), Myriam Kachour (BE), Christine Läubli (ZH), Leander Locher (VS), Claudia Vogel (LU), Richard Zürcher (LU) und der Urner Gedeon Regli (UR). International vertreten wird der Land-Art Pfad dank Stefano Devoti aus Italien und Susana Malagon aus Spanien. Kommt das nötige Geld noch zusammen, werden die zehn Kunstschaffenden ihre Werke in der ersten Juniwoche errichten.

Crowdfunding

Die Land-Art Ausstellung auf der Gerschnialp ist vom 5. Juni bis Ende Oktober geplant. Besuch unentgeltlich. Das Crowdfunding läuft bis zum 12. April. Spenden unter www.wemakeit.ch für Land-Art Pfad Engelberg