Kultur in der «Krone Sarnen» muss sein – trotz Corona

Das Hotel Krone in Sarnen mit seinem Kellertheater freeheit ist längst eine Institution in Sachen Kultur in Obwalden. Und auch wenn die Situation auch für die «Krone» schwierig ist, es gibt auch dieses Jahr ein feines Kulturprogramm.

Philipp Unterschütz
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Die Gastgeber Klara und Josef Inderbitzin im Kulturraum freeheit im Hotel Krone.

Die Gastgeber Klara und Josef Inderbitzin im Kulturraum freeheit im Hotel Krone.

Philipp Unterschütz (Sarnen, 6. Dezember 2018)

Corona hat auch im Hotel und Restaurant Krone in Sarnen den Betrieb ziemlich durcheinandergewirbelt. Rein aus geschäftlicher Sicht gibt es aber nicht nur Negatives zu berichten. «Im gastronomischen Bereich hatten wir einen tollen Sommer, viel besser noch als erwartet», sagt Gastgeber Josef Inderbitzin. Das sei zwar erfreulich, doch daran verdiene ein Unternehmen nicht so viel, dass man sich grosse Reserven anlegen könne.

Im Hotelbereich war es schwieriger. Im Segment Geschäftsleute sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 95 Prozent eingebrochen. Ein Rückgang sei schon vor dem Hintergrund der Klimadiskussion zu erwarten gewesen, weil einfach weniger gereist werde und viele Meetings online stattfinden würden, erklärt Josef Inderbitzin. Gar zu 100 Prozent eingebrochen ist das interkontinentale Gruppenreisegeschäft.

Personalabbau war unumgänglich

Erfolgreich war dagegen das Geschäft mit Schweizer Individualreisenden. «Da konnten wir den Umsatz gegenüber dem Vorjahr verdreifachen.» Unter dem Strich liege der Hotelbereich aber nur bei etwa 50 Prozent des Vorjahres. «Im Sommer blieb uns nichts anderes übrig, als acht Stellen abzubauen, was teilweise über natürliche Abgänge möglich war. Wir mussten aber leider auch einige Entlassungen aussprechen», so Josef Inderbitzin.

Zwar hätte man sich nach dem Lockdown erfreulich steigern können, doch die Coronapandemie sei noch keineswegs vorbei. So seien angesichts der Prognosen die meisten Buchungen für Weihnachten und Neujahr storniert worden. «Bei der Frage, wo in der jetzigen Situation noch ein Markt und ein Potenzial besteht, kommen wir zwangsläufig auf die Kultur. Diese Veranstaltungen werden von Gästen aus der Region besucht». Ganz abgesehen davon sind Josef Inderbitzin und seine Frau Klara «Kultur-Angefressene».

Die Freude an der Sache führt zum Erfolg

«Die Kultur wollen wir uns auch in diesen Zeiten nicht nehmen lassen», betont Josef Inderbitzin denn auch und hat deshalb gemeinsam mit Hansjörg Zuri Zurgilgen erneut ein feines Kleinkunstprogramm auf die Beine gestellt. «Es ist heute alles mit einem gewissen Risiko verbunden, man muss als Unternehmer auch etwas wagen», sagt er auf die Frage, ob das in der jetzigen Zeit nicht etwas gar mutig sei. Wenn Corona nicht alles verunmögliche, sei es eine Chance, Kabarett mit Kulinarik zu verbinden. «Wir sind froh, wenn der kulturelle Teil kostendeckend ist. Aber der Betrieb lebt letztlich von der Gastronomie.»

Egal in welchem Bereich man tätig sei, das Ziel sollte ja sein, dass man sein Geld mit einer Sache verdiene, die einem Freude mache. «Dann ist der wirtschaftliche Erfolg eine fast logische Konsequenz.» Die Freude und Affinität zur Kultur, die sie mit anderen teilen würden, könne man wirtschaftlich auch gar nicht messen. «Viele Gäste kommen auch ausserhalb der Kulturanlässe wieder zu uns, einfach weil sie sich wohl fühlen im kulturellen Umfeld und uns unterstützen wollen», ist Josef Inderbitzin überzeugt.

Corona-Schutzkonzept einhalten

Doch Corona bringt für den Kulturbetrieb in der «Krone» einige Änderungen. Die Anlässe können nicht wie gewohnt im Kellertheater freeheit stattfinden, sondern werden in den grossen Kronensaal verlegt. «So können die Distanzregeln eingehalten werden und wir können trotzdem wie üblich 100 Plätze anbieten», sagt Josef Inderbitzin. Da man sich für die Vorstellungen anmelden muss, werden automatisch auch Präsenzlisten geführt. Auch die Konzert- und Cabaretdiners werden in grösseren Sälen unter Einhaltung des Schutzkonzepts von Hotelleriesuisse serviert.

Die Künstler würden sich extrem über die Engagements freuen, erzählt Josef Inderbitzin. Insofern sei es leicht gewesen, ein tolles Programm zusammen zu stellen. «Wir haben auch immer wieder Anfragen von lokalen Musikformationen. Denen geht es nicht um Gagen, sie möchten einfach wieder irgendwo spielen können.»

Klavier, Jagd und Wahrhalsiges

Am kommenden Samstag, 24. Oktober, geht es los. Auf der Bühne steht das Duo Luna-Tic, das sich bei einem früheren Auftritt in der «Krone» mit ihrem Klavierliederkabarett bereits in die Herzen der Obwaldner Kleinkunstfreunde gespielt hat.

Am 31. Oktober geht es wild zu und her. «Rendez-vous de chasse» ist das Motto des Konzertabends mit der Horngruppe Obwalden, an dem die Musiker und der Küchenchef auf die Pirsch nach herbstlichen Preziosen gehen.

Ein Höhepunkt folgt dann am 7. November mit dem beliebten Appenzeller Kabarettisten Simon Enzler und seinem Programm «wahrhalsig». Wer da noch mit von der Partie sein will, muss sich beeilen, der Abend ist schon fast ausverkauft.

Spannend wird es im ersten Programmteil vor Jahresende dann nochmals, wenn die Fidelisbigband gemeinsam mit El Ritschi auf der Bühne in der «Krone» stehen wird.

Kultur in der Krone: www.krone-sarnen.ch