Kupfer-statt Holzschindeln: Zwiebeltürme auf der Flüeli-Kapelle sollen in neuem Glanz erstrahlen

Mit dem Heli wurde am Mittwoch das Baugerüst zur Flüeli-Kapelle hinauf transportiert. Die Sanierungsarbeiten der Zwiebeltürme haben begonnen. Die Kosten belaufen sich auf rund 73’000 Franken.

Marion Wannemacher
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Ein Heli liefert Material für die Turmsanierungen der Kapelle Karl Borromäus in Flüeli-Ranft.

Ein Heli liefert Material für die Turmsanierungen der Kapelle Karl Borromäus in Flüeli-Ranft.

Bild: Marion Wannemacher (15. April 2020)

Einige Male musste der Heli schon zwischen Schulhausplatz und der Kapelle St. Borromäus hin und her fliegen, bis das Baugerüst an Ort und Stelle war. «So hat es eine halbe Stunde gedauert, mit einem Karren hätten wir viel länger gebraucht», erklärt Toni von Ah. Er gehört einer Subkommission des Kirchenrats der Pfarrgemeinde Sachseln an und ist zuständig für deren Gebäude in Flüeli-Ranft. Mit dem Heli-Einsatz fiel der Startschuss für die Sanierung der drei Zwiebeltürme auf dem Dach der Flüeli-Kapelle. Diese sind mit Holzschindeln gedeckt, von denen viele ihre Farbe verloren haben. Insgesamt rechnet von Ah mit Kosten von rund 73’000 Franken für alle Arbeiten.

Die Sanierung wird die Firma Bedachungen Beat Rohrer GmbH aus Sachseln ausführen. «Das erfüllt uns natürlich mit Stolz, der Auftrag ist ein Aushängeschild», erzählt der stellvertretende Geschäftsführer Florian Rohrer. «Sowohl ich als auch mein Vater sind hier im Flüeli zur Schule gegangen, von der Kapelle aus hat man den Blick aufs Schulhaus und nebenan aufs Geburtshaus von Bruder Klaus. Das ist schon etwas Besonderes.» 

Schindeln aus wetterbeständigem Kupfer statt aus Holz

Kommende Woche startet die Firma voraussichtlich, die alten Schindeln zu entfernen. Trockenheit sei die Voraussetzung, so Rohrer. Die abgedeckten Türme dürften nicht nass werden. Die Schalung aus Holz müsse begutachtet werden. Man habe sich für Schindeln aus Kupfer entschieden, erklärt Toni von Ah. Diese hätten eine längere Lebensdauer und behielten auch über viele Jahre die gleiche Farbe. Bereits an einigen historischen Gebäuden im Kanton würden diese verwendet. Auch für die Kapelle in Flüeli-Ranft habe die kantonale Denkmalpflege ihren Segen gegeben.

Den Unterschied zu Holzschindeln bemerke höchstens der Fachmann, betont Geschäftsführer Beat Rohrer, der Laie könne diesen nicht unterscheiden. Das Dachdecker-Unternehmen hatte auch den Zwiebelturm der Kirche Sachseln 1989 mit Kupferschindeln saniert. Die Schindeln für die Flüeli-Kapelle stammen aus Sins im Aargau. Sie werden in grundierten vorgestanzten Elementen geliefert. Der Dachdecker schneidet sie zu und biegt sie an Ort und Stelle für die zwiebelförmigen Türme je nach Bedarf konvex oder konkav. Eine Schindel wird 14,5 Zentimeter lang sein. Von dieser Gesamtlänge werden aber nur etwa fünf Zentimeter zu sehen sein, da sie überlappend gedeckt und montiert werden. Der Fachmann spricht von «doppelter Überdeckung». Nach der Montage erhalten die Schindeln einen Anstrich, natürlich in klassischem Rot. Beat Rohrer rechnet mit rund 3 bis 5 Wochen bis die Türme in neuem Glanz erstrahlen.