Kurhaus-Brand: Prozess gegen zwei Personen

Vor dem Obergericht Obwalden hatten sich am Montag der Besitzer und der Direktor des Sporthotels Kurhaus auf Melchsee-Frutt zu verantworten. Es geht dabei um eine allfällige Mitschuld beim Brand.

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Am 20. Januar 2004 zerstörte ein Brand das Kurhaus auf der Melchsee-Frutt vollständig. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)

Am 20. Januar 2004 zerstörte ein Brand das Kurhaus auf der Melchsee-Frutt vollständig. (Bild: Eveline Beerkircher/Neue LZ)

Beim Brand am 20. Januar 2004 kamen zwei Hotelangestellte ums Leben, vier Personen wurden verletzt. Brandstiftung gilt als gesichert, der Brandstifter wurde jedoch nicht gefunden. Ein portugiesischer Hotelangestellter, der verdächtigt wurde, den Brand gelegt zu haben, wurde 2007 vom Kantonsgericht mangels Beweisen freigesprochen.

«Es tut mir weh und ich bedaure es»

Ebenfalls 2007 wurden der Direktor und der Besitzer vom Kantonsgericht der fahrlässigen Körperverletzung schuldig befunden. Sie zogen das Urteil weiter. In zweiter Instanz prüft nun das Obergericht die Frage, ob der Direktor und der Besitzer mit fahrlässigem Verhalten den Tod einer Frau sowie die Verletzungen zweier Opfer mitverursacht hatten. Die beiden Angeklagten verweigerten heute vor Obergericht die Aussage. «Es tut mir weh und ich bedaure, dass so viele Menschen Leid erfahren haben», sagte der angeklagte Besitzer nur. Der Mitangeklagte sprach von einer unvergesslichen Tragödie.

Verteidigung fordert Freispruch

Die Staatsanwältin plädierte dafür, das Urteil des Kantonsgerichts zu bestätigen. Die beiden Angeklagten seien ohne Zweifel für die Brandschutzanlage verantwortlich. Diese hatte in der Brandnacht nicht funktioniert. Die Verteidiger beantragten Freispruch. Die Verteidigerin des Besitzers machte Verfahrensfehler geltend. So seien unbewiesene Tatsachen als bewiesen dargestellt worden. Es gebe keine Beweise, dass die Brandschutzanlage vom Angeklagten ausgeschaltet worden sei.

Auch der Brandstifter hätte die Anlage ausser Betrieb setzen können. Der Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten» sei mehrfach verletzt worden. Es könne zudem davon ausgegangen werden, dass die verstorbene Frau auch gestorben wäre, wenn der Brandmelder funktioniert hätte, so die Verteidigerin.

Zum selben Schluss kam der Verteidiger des Direktors. Die Verletzungen der Kläger wäre nicht vermeidbar gewesen, auch wenn die Brandschutzanlage Alarm geschlagen hätte. Das Urteil wird später bekanntgegeben.

sda