LANDWIRTSCHAFT: Fördermassnahmen für Obwaldner Landwirtschaft

Der Regierungsrat hat zum überarbeiteten kantonalen Landwirt-schaftsgesetz verschiedene Ausführungsbestimmungen erlassen. Dadurch werden wichige Fördermassnahmen für die Obwaldner Landwirtschaft im Einzelnen geregelt.

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Das überarbeitete kantonale Landwirtschaftsgesetz ist auf den 1. März in Kraft gesetzt worden. Wie es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei Obwalden heisst, wird darin «in Abstimmung mit der Weiterentwicklung der Agrarpolitik des Bundes (AP 2011) der Vollzug wichtiger Fördermassnahmen für die Obwaldner Landwirtschaft im Einzelnen geregelt». 

Förderung landwirtschaftlicher Wohnbauten
Mit dem Inkrafttreten der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) ab 1. Januar diesen Jahres fielen die Wohnbausanierungsbeiträge des Bundes weg. Nun werden diese kantonal weitergeführt, heisst es weiter. So soll der Ersatzbau und die Sanierung von landwirtschaftlichen Betriebsleiterwohnungen im Berggebiet mit kantonalen Strukturverbesserungsbeiträgen unterstützt werden. Für diese Massnahme sei ein Beitrag von 80'000 Franken je Betriebsleiterwohnung vorgesehen, sofern der Betrieb eine minimale existenzfähige Grösse aufweist.

Im Weiteren werden in diesen Ausführungsbestimmungen die betriebswirtschaftlichen Anforderungen zum Bezug von Finanzhilfen für Investitionen bei landwirtschaftlichen Ökonomiegebäuden festgelegt. Da diese Finanzhilfen die Bundesbeiträge ergänzen, wurden weitgehend die Bestimmungen des Bundes übernommen, schreibt die Staatskanzlei Obwalden.

Förderung der Arbeitsteilung in der Aufzucht
Die Tierzucht sowie der Viehabsatz sei das Rückgrat der Obwaldner Landwirtschaft. Deshalb werde die Förderung im bisherigen Rahmen weitergeführt. Neu soll die überbetriebliche Arbeitsteilung in der Jungviehaufzucht im Kanton gezielt gefördert werden. Weiter heisst es: «Durch die Aufhebung der Milchkontingentierung fallen nämlich unterstützende Massnahmen (Zusatzkontingente) weg, die bisher die überbetriebliche Arbeitsteilung in der Tierhaltung wirksam unterstützten.» Neu erhalten Landwirte, die von Berufskollegen vertraglich geregelt Aufzuchttiere übernehmen, 300 Franken je Tier.

Förderung der Luftreinhaltung
Sogenannte Schleppschlauchanlagen seien zur Ausbringung von Gülle sehr wirksam, da sie Geruchsemissionen vermindern und den Stickstoff als Pflanzennährstoff besser ausnutzen würden. Durch das bodennahe Ausbringen der Gülle mit Schleppschlauchanlagen gelangen weniger Geruchsstoffe und Stickstoff in Form von Ammoniak in die Luft, heisst es. Die Luftbelastung könne damit verringert werden. Damit wird auch einer Forderung der Zentralschweizer Regierungen zur Verringerung der Ammoniakausscheidungen im Massnahmenplan Luft Rechnung getragen.

Bereits bisher unterstützte der Kanton solche Anlagen, sofern sie überbetrieblich eingesetzt wurden. Im Kanton sind rund 15 solcher Anlagen im Einsatz. Die Beiträge an solche Anlagen, die wesentlich zur Verbesserung der Luftqualität beitragen, werden nun auf 6'000 Franken je Anlage erhöht.

Erstmals Bestimmungen über den Weinbau
Nachdem seit wenigen Jahren auch im Kanton Obwalden auf rund einem Hektar gewerbemässig Rebbau betrieben und Wein vermarktet wird, musste der Kanton gestützt auf die Bundesgesetzgebung neu Bestimmungen zur kontrollierten Ursprungsbezeichnung (AOC) erlassen. Darin wird festgehalten, welche Qualitätsansprüche ein Wein erfüllen muss, damit auf der Etikette die AOC-Bezeichnung aufgeführt werden darf.

Die Unterstützung innovativer Projekte zur Verbesserung der Absatzes und der Wertschöpfung landwirtschaftlicher Produkte der Tierhaltung und des Pflanzenbaus habe sich bewährt und soll im bisherigen Rahmen weitergeführt werden.

ana