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LAUSANNE/ENGELBERG: Grünes Licht für Millionärs-Villa

Der russische Unternehmer Dmitri Jakubowski darf sein Luxus-Mehrfamilienhaus im Chli­grüssli bauen. Der Entscheid dazu fiel vor Bundesgericht.
Urs-Peter Inderbitzin
Das Bundesgericht hat entschieden: (Bild: Keystone Archiv)

Das Bundesgericht hat entschieden: (Bild: Keystone Archiv)

Urs-Peter Inderbitzin

Bekannt wurde der russische Unternehmer und Anwalt Dmitri Jakubowski, als ihm das Kloster Engelberg das Traditionshotel Bänklialp verkaufte. Seit zwei Jahren bemüht sich der 52-jährige Russe, Inhaber der Engelberg Industrial Group AG, zudem darum, in Engelberg im Gebiet Chli­grüssli oberhalb des Dorfes ein Mehrfamilienhaus mit Schwimmbad und Wellnessanlage zu erstellen. Die geplante Luxusvilla soll dereinst fünf Wohnungen enthalten (siehe Kasten unten).

Nur Erstwohnungen erlaubt

Gegen das Bauvorhaben gingen Einsprachen eines Nachbarn und zweier weiterer Personen ein, die von der Gemeinde Engelberg und vom Obwaldner Regierungsrat abgewiesen wurden. Vor Verwaltungsgericht errang der Eigentümer einer Nachbarparzelle einen Teilsieg: Das Gericht verpflichtete den Gemeinderat, für jede der fünf Wohnungen im Grundbuch die Anmerkung «Erstwohnung» anbringen zu lassen.

Der Nachbar gab sich nicht zufrieden und zog vors Bundesgericht. Dort argumentierte er, die Identität der Personen, die in die kleineren Wohnungen einziehen, sei nicht bekannt; diese seien beliebig austauschbar. Es sei darum willkürlich, alle fünf Wohnungen als Erstwohnungen zu qualifizieren. Diese seien vielmehr als Zweitwohnungen zu betrachten, und die Baubewilligung – erst nach Annahme der Zweitwohnungsinitiative erteilt – sei für nichtig zu erklären, da der Zweitwohnungsbestand in Engelberg über 20 Prozent liege.

Familiensitz umstritten

Das Bundesgericht hat die Beschwerde des Nachbarn nun abgewiesen. Es konnte keinen Verstoss gegen die Zweitwohnungsbestimmungen ausmachen. Für die Richter in Lausanne ist es glaubhaft, dass Jakubowski, der bereits in Engelberg wohnt, mit seiner Familie in die Master-Wohnung einzieht. Gleiches gilt für seinen Bruder, Eigentümer der Bauparzelle. Zudem soll die Mutter eine Wohnung beziehen. Eine weitere Wohnung ist nach den Erhebungen des Verwaltungsgerichts für den Direktor der Engelberg Industrial Group bestimmt, und die letzte soll durch Personen bewohnt werden, die für die Verwaltung und den Unterhalt der Liegenschaft zuständig sind. Auch das genügte dem Beschwerdeführer nicht. Das Verwaltungsgericht konnte nach Meinung des Bundesgerichts dies als «glaubhaft» betrachten, zumal Jakubowski in einem Interview in unserer Zeitung im November 2013 von einem gemeinsamen ­Familiensitz gesprochen hatte.

Nachbar muss Kosten tragen

In einer weiteren Erwägung räumt das Bundesgericht ein, dass beim Erlass des Quartierplans Chligrüssli leichte Verfahrensfehler passierten. Diese seien aber nicht so gravierend, dass dieser nichtig wäre. Der Nachbar muss Gerichtskosten sowie eine Parteientschädigung von je 4000 Franken bezahlen.

Das Urteil finden Sie auf www.luzernerzeitung.ch/bonus

Das Bauprojekt

Aus dem Urteil gehen auch die Dimensionen des Bauprojekts ansatzweise hervor. Folgende fünf Wohnungen sind dort geplant:

  • Master: 841,3 Quadratmeter
  • Wendenstöcke: 3½ Zimmer, 212,1 Quadratmeter
  • Jochpass: 3½ Zimmer, 134,3 Quadratmeter
  • Titlis: 2½ Zimmer, 119,6 Quadratmeter
  • Graustock: 2½ Zimmer, 105,7 Quadratmeter

Die gesamte Wohnfläche entspricht einem Fünftel eines länderspieltauglichen Fussballfeldes. Die Parzelle befindet sich in der zweigeschossigen Wohnzone und teilweise in der Landwirtschaftszone und gehört zum Quartierplan Chligrüssli.

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