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Lawinenniedergang am Titlis: «Man kann immer von Glück reden, wenn am Laub niemand zu Schaden kommt»

Im Gebiet Laub am Titlis donnern immer wieder Lawinen zu Tal – auch mit tragischem
Ausgang. Beim Lawinenniedergang vom Freitag konnten die Rettungskräfte allerdings Entwarnung geben.
Matthias Piazza
Ein früherer Lawinenanriss am Laub oberhalb von Engelberg. Am beliebten Freerider-Hang lösen sich immer wieder Schneebretter. (Bild: Beat Christen (Engelberg, 1. April 2018))

Ein früherer Lawinenanriss am Laub oberhalb von Engelberg. Am beliebten Freerider-Hang lösen sich immer wieder Schneebretter. (Bild: Beat Christen (Engelberg, 1. April 2018))

Laub ist ein altes Wort für Lawine. Das bei Freeridern beliebte Gebiet abseits der markierten Piste am Titlis machte auch am Freitag seinem Namen alle Ehre. Um 11 Uhr vormittags donnerte eine Lawine ins Tal. Zwölf Mitglieder der Alpinen Rettung Engelberg suchten zusammen mit drei Lawinenhunde-Suchteams nach möglichen Verschütteten. Auch zwei Helikopter standen im Einsatz.

Nach dem Mittag wurde die Suche abgebrochen – mit einem glücklichen Ausgang. «Es wurde niemand vermisst und auch Zeugen haben keine Personen gesehen, die sich während des Lawinenniedergangs im Gebiet aufhielten», begründete auf Anfrage Hans Von Rotz, Chef der Alpinen Rettung Engelberg, den Abbruch des Einsatzes. Allerdings könne man natürlich nie mit Bestimmtheit ausschliessen, dass Personen zu Schaden gekommen seien.

Auch Marco Niederberger, Chef der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, ging nicht von Verschütteten aus, zumal bis am Freitagabend keine Vermisstmeldung vorlag. Strafrechtliche Konsequenzen werde der Lawinenniedergang nicht haben, weil man kein menschliches Verschulden nachweisen könne.

In der Vergangenheit donnerten am Laub immer wieder Schneebretter zu Tal, auch mit tragischem Ausgang. So starb im November 2017 ein 32-jähriger Variantenfahrer bei einem Lawinenniedergang. «Man kann immer von Glück reden, wenn am Laub niemand zu Schaden kommt», sagt dazu Hans Von Rotz.

Erhebliche Lawinengefahr im Titlis-Gebiet

Die Lawinengefahr für das Titlis-Gebiet wird vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) derzeit als erheblich eingestuft. Abseits der Pisten herrscht eine prekäre Lawinensituation, steht im aktuellsten Bulletin. Ursache sei der viele Neu- und Triebschnee der letzten Tage. Touren und Variantenabfahrten erfordern Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr, heisst es weiter. Auf der Website ermahnt Engelberg-Titlis-Tourismus die Tourenskifahrer, die Abfahrt sorgfältig zu planen, sich richtig auszurüsten und sich bewusst zu sein, dass sie auf eigene Gefahr unterwegs sind.

Hans Von Rotz rechnet damit, dass es in diesem Winter nicht bei diesem einen Lawinenniedergang im Titlis-Gebiet bleibt, zumal er davon ausgeht, dass sich die Lawinensituation verschärfen wird. «Es ist jedem selbst überlassen, ob er bei diesen Verhältnissen die markierten Pisten verlässt», meint er.

Blinklichter warnen vor Lawinen

Peter Reinle, Mediensprecher der Titlis-Bahnen, vermutet, dass die Lawine von einem Schneesportler ausgelöst wurde, aber das könne man nie mit Bestimmtheit sagen. «Wir haben auch keine rechtliche Handhabe, das Befahren abseits der markierten Pisten zu verbieten. Wenn jemand richtig ausgerüstet und mit dem entsprechenden Know-how einen Freeride-Hang befährt, ist dies auch verantwortbar.»
Sobald die Lawinengefahr aber erheblich sei, würden Blinklichter davor warnen, das sei auch Freitagvormittag der Fall gewesen. «In solchen Fällen empfehlen wir, auf den markierten Pisten zu bleiben, weil es sonst zu riskant ist.»

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