LEHRPLAN 21: Bruder Klaus soll an Schulen Pflichtstoff werden

Die Obwaldner Regierung ist zufrieden mit dem Lehrplan 21. Sie will diesen wie von den Deutschschweizer Erziehungsdirektoren verabschiedet einführen, allerdings mit drei Ergänzungen. Diese betreffen etwa die Figur Niklaus von Flüe, die zum Pflichtstoff werden soll.

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Der Kanton informierte gestern Schulleiter und Medien über den Lehrplan 21 (stehend rechts: Bildungsdirektor Franz Enderli, links: Amtsleiter Peter Lütolf). (Bild: PD)

Der Kanton informierte gestern Schulleiter und Medien über den Lehrplan 21 (stehend rechts: Bildungsdirektor Franz Enderli, links: Amtsleiter Peter Lütolf). (Bild: PD)

Der Politiker und Einsiedler Niklaus von Flüe (1417-1487) soll künftig ebenso zum Pflichtstoff gehören wie das Weisse Buch von Sarnen. Dieses gilt als bedeutendes Beispiel früher Geschichtsschreibung, wie die Obwaldner Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte.

Zudem will die Regierung an der Praxis zur Berufswahlorientierung im achten und neunten Schuljahr festhalten. Sie hat darum vor, den neuen Lehrplan mit einem entsprechenden Teillehrplan, den der Kanton Luzern erstellt hat, zu ergänzen.

Im März will der Regierungsrat das Inkrafttreten des neuen Lehrplans in Obwalden für Sommer 2017 beschliessen. Auf dieses Datum hin wollen auch die Kantone Uri und Nidwalden den Lehrplan 21 einführen.

Neue Fächernamen

Zum neuen Lehrplan muss die Regierung eine neue Stundentafel erlassen. Diese macht Vorgaben zur Anzahl Lektionen pro Fach und Schuljahr. Dabei sollen die berufliche Orientierung und das Fach Medien und Informatik einen festen Platz im Stundenplan erhalten. Das Fach "Mensch und Umwelt" wird mit anderen Lerninhalten zum Fach "Natur, Mensch, Gesellschaft" umbenannt, wie es in der Mitteilung heisst.

Der Regierungsrat plant zur neuen Stundentafel eine dreimonatige Vernehmlassung bei Gemeinden, Lehrern und Schulen. Der Erlass der Stundentafel durch den Regierungsrat ist für Herbst 2015 vorgesehen. Dazu muss die Regierung weitere Bestimmungen festlegen, etwa neue Fächerbezeichnungen für Zeugnisse.

Der Regierungsrat will bei der Stundentafel und den neuen Fächerbezeichnungen mit den übrigen Zentralschweizer Kantonen zusammenarbeiten, wie es in der Mitteilung heisst. Im September 2015 soll die Weiterbildung der Lehrer zum neuen Lehrplan offiziell beginnen. Auch nach der Einführung des Lehrplans soll es bis 2019 für Lehrer freiwillige Vertiefungskurse geben.

Widerstand in Schwyz

Mit dem Lehrplan 21 erhalten die Volksschulen der Deutschschweiz erstmals vereinheitlichte Lernziele. Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz hat die Vorlage Ende Oktober freigegeben. Nun ist es an den Kantonen, über die Einführung des Lehrplanes zu entscheiden.

Uri, Ob- und Nidwalden, die im Schulwesen zusammenarbeiten, haben ein gemeinsames Vorgehen beschlossen und sich für eine Inkraftsetzung des Lehrplanes auf das Schuljahr 2017/18 ausgesprochen. Sie begründeten den Schulterschluss damit, dass dieser bei der Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer und im Hinblick auf die Berufsbildung Vorteile bringe.

Auch der Kanton Luzern wird den Lehrplan 21 auf das Schuljahr 2017/18 einführen. Das Kantonsparlament hat diesen Zeitpunkt am Dienstag bestätigt. Auch der Schwyzer Erziehungsrat sprach sich für eine Einführung im Sommer 2017 aus. Allerdings wurde im Kanton Schwyz eine Volksinitiative lanciert, die den neuen Lehrplan verhindern will.

sda