Leserbrief
Der Kolumnist hat seine Eigenverantwortung nicht wahrgenommen

Zum «Ich meinti» vom 5. März

Merken
Drucken
Teilen

Als auswärtiger Heimweh-Nidwaldner ist es für mich eine klare Sache, die «Nidwaldner Zeitung» im Haus zu haben. Mit einem Schmunzeln lese ich jeweils die Artikel von Romano Cuonz mit seinen träfen Schlussworten im «Obwaldnerdiitsch». Und ich kann seine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen und unterstützen. Zudem stammt meine Frau aus Einsiedeln. Da ist es klar, dass auch der «Einsiedler Anzeiger» in unserem Haushalt gelesen wird. Und somit durchaus etliche verwandtschaftliche Bande mit Einsiedeln bestehen.

Im «Ich meinti» von Romano Cuonz wird unter anderem als negatives Beispiel das Fasnachtstreiben am Güdelmontag im Klosterdorf aufgegriffen. Die Fasnächtler sollen vom dortigen CVP-Nationalrat begleitet worden sein. Gerade das stimmt eben nicht. Das auch bei mir Kopfschütteln auslösende Fasnachtstreiben spielte sich im Dorfkern ab. Der erwähnte Nationalrat befand sich ausserhalb des Trubels in einer anderen Strasse vor seinem Bierbraugeschäft und gab einem Journalisten von «20 Minuten» ein Interview. Nebenbei beobachtete er – mit Abstand natürlich – die zum Dorf sich bewegenden und wieder heimkehrenden «Suihudi». Der Nationalrat war also zu keinem Zeitpunkt im Trubel drin. Dies war im «Einsiedler Anzeiger» zu lesen und die mir bekannten Leute bestätigten den Sachverhalt, weil sie auch an der gleichen Strasse wohnen. In diesem Beispiel hat also Herr Cuonz seine Eigenverantwortung nicht wahrgenommen – also genauer recherchiert –, sondern einfach das übernommen, was schweizweit in vielen Medien kolportiert wurde. Alles andere zum Thema kann ich selbstverständlich nur unterstreichen.

Josef Mathis-Kälin, Hagendorn ZG