Leserbrief
Der Spass des einen ist der Lärm des anderen

Zum Artikel «Obwalden geht gezielt gegen Töfflärm vor», Ausgabe vom 17. April.

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Man hört es immer wieder: «Lärm gehört zu einem richtig coolen Fahrerlebnis halt dazu.» Es gibt aber Fahrzeuglenker, die es mit diesem Fahrerlebnis doch deutlich übertreiben und so Anwohner und Erholungssuchende stark stören. Dazu gehören vor allem Motorradfahrerinnen und -fahrer, die mit offenen Auspuffklappen, möglichst hochtourig und laut die Pass- und Nebenstrassen rauf und runter fahren.

Die Gegend ist schön, die Aussicht wunderbar, das weiss man und man will ja auch, dass Leute diese Naherholungsgebiete nutzen. Aber am liebsten natürlich so, dass mit gesundem Menschenverstand, Anstand und Rücksicht genutzt wird, was allen gemeinsam gehört und deshalb auch von allen mit Sorgfalt behandelt werden sollte. Lärm, Abfall (Littering) und Notdurft-Erledigungen gleich neben der Strasse sind unerwünscht. Es soll für alle Nutzergruppen ein gutes Erlebnis geben können, auch für die vielen Motorradfahrerinnen und -fahrer, die respekt- und rücksichtsvoll mit Anwohnerschaft und Landschaft umgehen. Es liegt deshalb gerade im Interesse jener Gruppe, dafür zu sorgen, dass Verkehrsteilnehmende, welche sich nicht korrekt verhalten, aus dem Verkehr gezogen werden.

Der Ausflugs-, Erholungs- und Spass-Verkehr hat in den letzten Jahren in den Naherholungsgebieten deutlich zugenommen. Wer im Winter bei «unten Nebel und oben Sonne» einmal versucht hat, nach 10 Uhr noch einen Parkplatz im Langis zu ergattern, weiss, wovon die Rede ist. Im Frühling, Sommer und Herbst wird zwar nicht geparkt, gefahren wird aber trotzdem, und das nicht zu knapp. Aus allen Ecken des Landes kommen die Fahrzeuge, mindestens vor der Pandemie sogar aus dem Ausland. Die Frage, wie sehr die ländlichen Gegenden als «Disney Land» für die Städte oder die Motoren-Fans hinhalten müssen, ist deshalb durchaus berechtigt. Mindestens wäre es beim Besuch dieser Naherholungsgebiete angebracht, auf die Anwohnerschaft der Strassen etwas mehr Rücksicht zu nehmen. Der Spass des einen ist der Lärm des anderen.

Gregor Jaggi, Stalden