Leserbrief
Mein Vorschlag: Das Kantonsspital wird zum «Heilzentrum Obwalden»

Zum Artikel «Obwaldner Spital sucht mögliche Partner» vom 27. Februar.

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Die Behörden von Obwalden tun sich offensichtlich schwer mit der Frage nach der Zukunft des Kantonsspitals Obwalden. Das wird einmal mehr deutlich angesichts der Aussagen von Regierungsrat Daniel Wyler. Es ist deshalb an der Zeit, sich etwas Neues einfallen zu lassen. Mein Vorschlag: Das Kantonsspital wird in eine neue Institution eingebunden, welche ich als «Heilzentrum Obwalden» bezeichne. Das Heilzentrum umfasst neben dem Kantonsspital die Residenz «Am Schärme», umgibt sich mit Obst- und Gemüsegärten sowie Kleintierfarmen und schliesst auch sakrale Bauten mit ein, wie beispielsweise die Kapuzinerkirche.

Sogar eine Heilquelle lässt sich denken: Der nicht weit entfernte Hochwasserentlastungsstollen könnte auf einem kleinen Abschnitt zu einem Felsenbad aufgerüstet werden. Mit dieser umfassenden Erweiterung des Heilungsgedankens kann das Spital auf operative Eingriffe verzichten und sich von der Fussfessel der Fallzahlen befreien. Psychiatrie, Geriatrie, Notfallstation und Geburtsabteilung bleiben, samt ärztlicher Betreuung. Die Gartenanlagen und Tierfarmen stärken nicht nur den Selbstversorgungsgedanken, sie dienen auch therapeutischen Zwecken.

Skizze des angedachten Heilzentrums.

Skizze des angedachten Heilzentrums.

Bild: PD

1. Kantonsspital (Psychiatrie, Geriatrie, Geburtshilfe, Notfallstation)
2. Residenz «Am Schärme» (Alterswohnungen, betreutes Wohnen)
3. Gartenanlagen (Therapie und Selbstversorgung)
4. Kleintierfarm (Therapie und Selbstversorgung)
5. Zum Fitnesszentrum (Felsenbad) und zur Energiebeschaffung (Geothermie)
6. Unterführung (äussere Verbindung, Synergien)
7. Erweiterungsmöglichkeit (innere Verbindung)
8. Kapuzinerkirche (Beten und Singen)

Und das Geld? Abgesehen von den Hochbauten, welche grösstenteils schon bestehen, müsste eine Unterführung unter der Zentralbahn-Linie gebaut werden, damit zwischen Spital und «Schärme» betriebliche Abläufe und Synergien erleichtert oder neu geschaffen werden können. Beim Felsenbad ist nur ein unterirdischer Zugang zu bauen, die übrige Infrastruktur wird vom bestehenden Hallenbad Kerns zur Verfügung gestellt. Und ein Stollen in Richtung Arvigrat zwecks Energiebeschaffung in Form von Geothermie würde auch nicht alle Welt kosten.

Für den Betrieb des Heilzentrums käme eine Genossenschaft in Betracht. Die finanziellen Betriebsmittel beschafft diese sich unter anderem über eine Stiftung. Wenn die Nationalbank nur einen winzigen Bruchteil ihres Volksvermögens dafür zur Verfügung stellt, zum Beispiel 200 Millionen Franken, lässt sich damit ein jährlicher Ertrag von zehn Millionen Franken erzielen. Das reicht schon ein schönes Stück weit.

Peter Zwicky, Sarnen