Leserbrief
«Titlis 3020» ist kein Grössenwahn, sondern ein wichtiger strategischer Schritt

Zum Leserbrief «Grössenwahn hat eben auch ein Preisschild» vom 22. Februar.

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Aus dem Leserbrief von Frau Brendlin spricht viel Enttäuschung – das tut uns leid. Gleichzeitig wird darin Polemik geschürt, die weder Lösungen aufzeigt noch die Mehrheitsmeinung der BET-Aktionäre abbildet, wie suggeriert wird.

  • Es stimmt, die Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG (BET) leiden stark unter der Pandemie und dem Einbruch der globalen Reiseaktivitäten. Die Krise hatte drastische Auswirkungen auf das vergangene Geschäftsjahr, das mit einem Verlust von 19,6 Millionen Franken abschloss. Grund für den Dividendenverzicht und die Sparmassnahmen sind Sorgfalt und Weitsicht, nicht Knauserigkeit gegenüber den Aktionären. Zudem darf die BET AG rechtlich gar keine Dividende ausschütten, da sie –. um ihre langfristige Liquidität und Existenz zu sichern – einen Covid-19-Kredit in Anspruch genommen haben.
  • Es stimmt, dass die BET in der Vergangenheit gut gewirtschaftet haben und nebst jährlichen Dividendenausschüttungen auch Reserven für Investitionen anlegen konnten. Auch deshalb sind sie gut aufgestellt und möchten dies gerne bleiben. Die Menschen werden nach der Krise wieder reisen und Naturschönheiten, wie wir sie auf dem Titlis haben, besuchen wollen. Aus diesem Grund wurde das Zukunftsprojekt Titlis 3020 entwickelt. Dabei handelt es sich nicht um das Konstrukt einiger Grössenwahnsinniger, sondern um einen wichtigen strategischen Schritt des Unternehmens in die Zukunft – damit die BET ihren Aktionären auch in 10, 20 oder 50 Jahren noch eine Dividende ausschütten können.
  • Es stimmt, dass Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der BET bis zur Generalversammlung im Februar 2021 aus Verbundenheit zum Unternehmen auf einen Teil ihrer Vergütung verzichten. Der genannte Termin bedeutet aber nicht, dass der freiwillige Verzicht nicht fortgeführt wird, obwohl die Herausforderungen, die Belastungen und die Verantwortung für die Geschäftsleitung wie auch für den Verwaltungsrat in der Krise massiv zugenommen haben und nicht etwa zurückgegangen sind.
  • Es stimmt, dass die BET im vergangenen Jahr wegen der behördlichen Schliessung 13 Mitarbeitende entlassen mussten, jedoch bewusst auf eine Massenentlassung verzichteten. Die Differenz der Kurzarbeitsentschädigung zum Lohn ihrer Mitarbeiter haben die BET freiwillig ausgeglichen. Und im Branchenvergleich bezahlen sie – entgegen der Behauptung im Leserbrief – anständige Löhne.

Hans Wicki, Verwaltungsratspräsident Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG, namens des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung