Leserbrief

Weshalb die Alpnacher Schule teurer geworden ist

Zum Artikel «Alpnach rechnet mit einer Million weniger Steuereinnahmen», Ausgabe vom 24. November

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Im Grossen und Ganzen ist gegen den Bericht von Robert Hess in der «Obwaldner Zeitung» vom 24. November zur Budgetabstimmung vom kommenden Wochenende in Alpnach nichts einzuwenden: Die Zahlen stimmen so weit: Ja, das Departement Bildung und Kultur ist das teuerste, und die Nettoaufwendungen in diesem Departement nehmen um 586'000 Franken zu. Es ist eine Kleinigkeit, die den Journalisten als Schulkritiker entlarvt. Laut Abstimmungsbotschaft sei die Schülerzahl um 57 gestiegen und betrage für das Schuljahr 2020/21 total 641 Schülerinnen und Schüler, hält er korrekt fest, um dann anzufügen: «Dazu ein Blick zurück, der aber nicht in der Botschaft enthalten ist: Im Schuljahr 2000/2001 zählte die Gemeinde Alpnach gemäss Schulblatt insgesamt 724 Schülerinnen und Schüler. In den vergangenen 20 Jahren ist demnach die Anzahl um rund 80 Schülerinnen und Schüler gesunken.»

Was uns hier der Berichterstatter sagen will, liegt auf der Hand: Die Schülerzahl ist massiv gesunken, während die Kosten förmlich explodiert sind. Das stimmt schlicht und einfach nicht. Die Kosten der Schule Alpnach sind zwar gestiegen, aber nicht deshalb, weil Gemeinderat, Schulrat und Lehrerschaft nicht sorgsam mit den Steuergeldern umgehen, sondern weil die Schule von damals nicht mit der Schule von heute zu vergleichen ist. Es sind neue Aufgaben, insbesondere im Bereich des Schulpsychologischen Dienstes (SPD), der Schulsozialarbeit (SSA) und der Schülerbetreuung insgesamt hinzugekommen, die für diese Kostensteigerung verantwortlich sind. Man kann diesen Sachverhalt auch auf einen ganz einfachen Nenner bringen: Die Schule ist teurer geworden, weil zu viele Eltern heute zu viel Erziehungsarbeit an die Schule delegieren.

Wenn Sie an diesem Wochenende zur Urne gehen, dann dürfen Sie mit gutem Gewissen Ja zum Budget und damit auch zu den Kosten des Departements Bildung und Kultur sagen. Alpnach steht im kantonalen Vergleich nach wie vor gut da, und schweizweit gibt Obwalden am drittwenigsten Geld pro Schülerin und Schüler aus.

Heinz Krummenacher, Alpnach