Lösung für Obwaldner Postautolinie in Reichweite - Giswil will 30'000 Franken zahlen

Die Linie Giswil-Sörenberg soll zumindest teilweise aufrechterhalten bleiben – aber separat von Obwaldner und Luzerner Seite.

Franziska Herger
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Ein Postauto auf der Strecke Giswil-Mörlialp. (Archivbild: Nadia Schärli)

Ein Postauto auf der Strecke Giswil-Mörlialp. (Archivbild: Nadia Schärli)

Giswil will sich mit 30 000 Franken an einer teilweisen Aufrechterhaltung der Postautolinie von Giswil in Richtung Mörlialp beteiligen. Dies hat der Gemeinderat entschieden. Die Linie sollte wegen mangelnder Rentabilität und wegfallender Subventionen eingestellt werden.

Laut Gemeindepräsident Beat von Wyl könnte das Postauto nächstes Jahr jeweils noch am Wochenende und während der Sommer- und Herbstferien mit drei Kursen täglich verkehren, und zwar bis zum Parkplatz Glaubenbielen. Dies gegenüber dem heutigen Angebot mit drei Kursen täglich von Juni bis Oktober über die Mörlialp nach Sörenberg. «Das ist finanzierbar und bringt aus touristischer Sicht etwas», hält Gemeindeschreiber Marco Rohrer fest.

Der Kanton habe in Absprache mit der Gemeinde eine entsprechende Offerte bei der Postauto AG bestellt. Die Offerte laute auf zwei Jahre. «Das ist eine Pilotphase, die uns danach als gute Basis für weiterführende Entscheide dienen wird», sagt der Gemeindeschreiber.

Kanton muss sich mit 20000 Franken beteiligen

Damit das Angebot zu Stande kommt, müsste sich jedoch der Kanton mit 20 000 Franken daran beteiligen. Denn alleine könne sich die Gemeinde die Linie auch bei eingeschränktem Fahrplan nicht leisten, betont Marco Rohrer. Der Verteilschlüssel für Massnahmen zu Gunsten des Ausflugs- und Ortsverkehrs beträgt von Gesetzes wegen 60 Prozent zu Lasten der Gemeinden und 40 Prozent zu Lasten des Kantons.

Auf der anderen Seite des Passes ist eine Lösung bereits definitiv: Die Postautolinie 241, die von Schüpfheim bis zur Rothornbahn in Sörenberg fährt, werde bis Glaubenbielen verlängert, sagt Romeo Degiacomi, Mediensprecher des Verkehrsverbunds Luzern (VVL) auf Anfrage. «Das Postauto machte jeweils bei der Rothornbahn eine Pause. Diese Zeit wird nun für die Fahrt auf den Pass genutzt, ohne dass für die Strecke ein zusätzliches Fahrzeug nötig wird. Damit bieten wir neu von Juni bis Ende Oktober täglich fünf Verbindungen bis Glaubenbielen an, anstatt nur drei.» Das Gebiet sei zum Wandern sehr beliebt, so Degiacomi, weshalb man mit dem Angebot dem touristischen Nutzen gerecht werden wollte.

Damit wird das Postauto aus Sörenberg häufiger bis Glaubenbielen fahren als das Postauto gemäss der in Obwalden angedachten Lösung. Marco Rohrer gibt denn auch zu Bedenken: «Wir richten unsere Verbindungen nach dem Bahnhof Giswil aus, in Luzern ist er auf das Entlebuch ausgerichtet. Eine kurze Umsteigezeit vom Postauto aus Giswil auf das Postauto nach Sörenberg oder umgekehrt kann also nicht garantiert werden.»

Kanton will nach wie vor durchgehende Linie

Der Kanton habe die Idee einer durchgehenden Linie noch nicht aufgegeben, sagt Volkswirtschaftsdirektor Daniel Wyler auf Anfrage unserer Zeitung. Daher wolle man sich auch noch nicht definitiv für die nun bei der Postauto AG bestellte Offerte entscheiden. «Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen», so Wyler. «Wichtig ist, dass wir am runden Tisch überlegen, was touristisch vernünftig ist und wie man das finanzieren kann.»

Grundsätzlich sei die Beteiligung des Kantons mit 20 000 Franken am offerierten Angebot aber denkbar. «Das könnte man finanziell verantworten.» Der Betrag müsste als Teil des Budgets noch vom Kantonsrat abgesegnet werden.