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LOPPER: Jetzt wandern die Kröten-Eltern zurück

Über 2000 Kröten kamen heil auf der anderen Strassenseite des Loppers an – dank der Transportaktion. Doch für die Autofahrer heisst es weiterhin wachsam sein.
Strassen werden für Kröten oft zur Todesfalle. (Bild: PD)

Strassen werden für Kröten oft zur Todesfalle. (Bild: PD)

Matthias Piazza

Der Weg der Erdkröten von ihren Lebensräumen im angrenzenden Wald bis zu ihrem Laichplatz am Alpnachersee führt über die stark befahrene Lopper­strasse zwischen Stansstad und Alpnach. Dieser Spiessrutenlauf wurde in der Vergangenheit für viele Tiere zur Todesfalle. Sie wurden überfahren oder starben durch den sehr schnellen Wechsel von Über- und Unterdruck, der durch die fahrenden Autos bewirkt wird.

«Rushhour» bis Mitternacht

Der Kanton hat nun auf die stark ansteigende Froschpopulation in diesem Gebiet reagiert. Während der Laichwanderung von Mitte bis Ende April hat die Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz zusammen mit dem kantonalen Strasseninspektorat, der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch) und Arbeitslosen eine Krötenwanderungsaktion organisiert. Bis zu acht Leute sammelten an sechs Abenden zwischen Hell-Egg und Telli-Egg während der «Kröten-Rushhour» nach dem Eindunkeln bis etwa um Mitternacht die Tiere ein und trugen sie über die Lopper­strasse. Die Autofahrer mussten in dieser Zeit auf diesem Abschnitt mit Tempo 30 (statt 70), verengten Fahrspuren und einem Lichtsignalbetrieb vorliebnehmen.

Felix Omlin, Leiter der kantonalen Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz Nidwalden, zieht eine positive Bilanz der zu Ende gehenden Aktion. «Wir konnten über 1600 Kröten vor dem Tod retten. Das ist wesentlich mehr, als wir erwarteten. Allerdings sind starke Schwankungen bei Amphibienpopulationen nichts Aussergewöhnliches. Das kennen wir auch von Kehrsiten.» Wie viele Tiere allerdings trotzdem überfahren wurden, sei schwer zu sagen, da überfahrene Kröten rasch von Vögeln gefressen würden. «Natürlich erwischen wir nie alle Tiere auf dem Weg zu ihrem Laichplatz am See, da nicht alle die ‹Hauptroute› nehmen und einige sich auch zu anderen Tageszeiten auf die Wanderschaft begeben», gibt Felix Omlin zu bedenken. Trotzdem: Ohne solche Rettungsaktionen der wichtigen trächtigen Erdkrötenweibchen könnte die Population in diesem Gebiet wieder gefährdet sein. Im vergangenen Jahr sammelten Freiwillige von Pro Natura Unterwalden die Tiere ein, um ein Massensterben während der Laichzeit zu verhindern. Für Omlin sind dies aber nur Notlösungen. «Wir prüfen längerfristige Massnahmen.» Dies können Strassenunterquerungen für die Amphibien in Form von Röhren sein. Leiteinrichtungen am Strassenrand würden die Tiere zur Unterführung leiten. Abklärungen seien zwar im Gange, aber man wolle auch noch die endgültigen Ergebnisse der diesjährigen Laichwanderung auswerten.

Kröten sind auf sich alleine gestellt

Warum hat man solche Bauwerke nicht schon bei der kürzlich durchgeführten Sanierung der Lopperstrasse mitberücksichtigt? «Die sehr schwankenden Erdkrötenpopulationen bieten immer wieder Überraschungen. Die damalige ökologische Baubegleitung hat nur sehr vereinzelte Erdkröten festgestellt, darum verzichtete man auf entsprechende Massnahmen», so Felix Omlin.

Bis zur endgültigen Lösung müssen die Autofahrer weiterhin vorsichtig fahren. Denn aktuell findet die Rückwanderung der Eltern statt. Zwischen Mitte Juli und August treten dann die frisch geschlüpften, jungen Erdkröten ihre erste Wanderung an – auch wieder in Massen. Doch diesmal findet die Wanderung nicht zu festen Tageszeiten statt. Darum sei eine geordnete Transportaktion nicht möglich. Die Kröten sind beim Überqueren der Strasse auf sich alleine gestellt – und auf rücksichtsvolle Autofahrer angewiesen, die die Geschwindigkeitsbeschränkung beachten.

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