Lungerer Modell bei Hausaufgaben stösst auf Interesse

Der Entscheid der Volksschule Lungern, die Hausaufgaben abzuschaffen, hat an den Schulen im Kanton Obwalden einiges ausgelöst: An vielen Orten diskutieren Lehrer über die «integrierte Lernzeit».

Marion Wannemacher
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In Lungern gibt es keine Hausaufgaben mehr. (Symbolbild: Pius Amrein)

In Lungern gibt es keine Hausaufgaben mehr. (Symbolbild: Pius Amrein)

Gut besucht war der Informationsabend der Volksschule Lungern über die sogenannte «integrierte Lernzeit». Nicht nur die Eltern waren gespannt, wie die Primarschule ohne Hausaufgaben ab Sommer funktionieren wird, gekommen waren auch Lehrer anderer Schulen sowie eine Delegierte vom Bildungs- und Kulturdepartement (BKD) des Kantons.

«Der Lehrerverein Obwalden (LVO) und die Schulleitungen aller Gemeinden beschäftigen sich gemeinsam mit dem Thema Hausaufgaben», erklärte Annemarie Schnider als Co-Präsidentin des LVO. «Wir sind im Gespräch mit dem Bildungsdepartement.» Zum derzeitigen Zeitpunkt könne sie jedoch keine weiten Aussagen dazu machen, betonte sie.

Erfahrungen abwarten

«Wir werden zusammen mit den Gemeinden und der Kantonsschule diesen Pilot mit Interesse verfolgen», so Francesca Moser, Leiterin des Amtes für Volks- und Mittelschulen. Nach einem Jahr werde man die Resultate gemeinsam mit den Gemeinden und dem Rektor der Kantonsschule auswerten.

Moser verwies auf die Bildungsverordnung, nach der Hausaufgaben auf allen Schulstufen erteilt werden können. Aus der Verordnung gehe hervor, dass die Gemeinden über die Erteilung der Hausaufgaben entschieden. «Das BKD hat keine weiteren Einzelheiten geregelt», hielt die Amtsleiterin abschliessend fest.

«Das Thema wird bei uns in allen Hauptschulleitungen diskutiert», erklärte Isabelle Wyss Dallago, Rektorin der Schule Giswil. Zur Stimmung innerhalb der eigenen Lehrerschaft könne auch sie noch keine Auskunft geben. Man wolle die Erfahrungen in Lungern innerhalb eines Jahres abwarten. «Von Seiten der Schulleitung könnten wir uns das vorstellen. Voraussetzung wäre, dass die Lehrpersonen voll dafür sein müssen, und dass man die Eltern gut informiert und begleitet.»

«Das geht sicher nicht ruckzuck»

Auch Remo Krummenacher, Rektor der Schule Sachseln, bestätigte, dass man auf der Ebene der Schulleiterkonferenz am Thema dran sei. Im Austausch mit dem Lehrerverband Obwalden gebe es noch keine Resultate. Auch werde man die Erfahrungen in Lungern beobachten. «Das geht sicher nicht ruckzuck.»