Lungern

330'000 Franken sollen zeigen, wie die Zukunft des Schulhauses Kamp aussieht

2024 sollen die Schulgebäude in Lungern neu gebaut oder saniert werden. Welche Möglichkeit die bessere ist, evaluiert eine Vorstudie: Nun wird über die Kreditvergabe abgestimmt.

Robert Hess
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Der Altbau des Schulhauses Kamp stammt aus dem Jahr 1896.

Der Altbau des Schulhauses Kamp stammt aus dem Jahr 1896.

Bild: Robert Hess (Lungern,
7. Januar 2021)

Die Stimmberechtigten von Lungern können am Urnengang vom kommenden Wochenende die Weichen für die künftige Entwicklung von zwei Gemeindeliegenschaften stellen. Benutzer dieser Anlagen sind nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Mitglieder von 43 Vereinen, die auf die Benützung des Mehrzweckgebäudes und des Schulhauses Kamp angewiesen sind. Beide Gebäude sind seit langem sanierungsbedürftig.

An der Urnenabstimmung vom 17. Januar entscheidet das Stimmvolk über einen Kredit von 330'000 Franken. Damit soll laut Botschaft des Gemeinderates die Firma Universal Gebäudemanagement AG, Interlaken, beauftragt werden, in einer Vorstudie sowie einem wettbewerbsähnlichen Verfahren Grundlagen für den Entscheid Neubau oder Sanierung der Gebäude zu erarbeiten. Schule, Behörden sowie Nutzer, wie zum Beispiel die Feuerwehr, werden ins Verfahren einbezogen. «Weiter können Planvarianten und mögliche Etappierungen geprüft werden», schreibt der Gemeinderat.

Steht das Siegerprojekt fest, soll der Gemeindeversammlung innert 12 bis 18 Monaten der Antrag zu einem Bauprojekt vorgelegt werden. Die Ausführung ist aus heutiger Sicht in den Jahren 2024 bis 2025 geplant.

Kreditantrag sollte bereits im November diskutiert werden

Fragen über die Zukunft der Schulliegenschaften und des Mehrzweckgebäudes beschäftigen Behörden und Bevölkerung seit Jahren. Der Gemeinderat, so schreibt er in der Botschaft, «hat sich nun zum Ziel gesetzt, in der Legislatur 2020–2024 die Sanierung oder den Neubau des MZG und die Sanierungsarbeiten am Schulhaus Kamp zu realisieren».

Der Kreditantrag vom 17. Januar war bereits an der wegen der Coronakrise abgesagten Gemeindeversammlung vom 19. November traktandiert gewesen. «Einige Stimmen in der Bevölkerung sind nun laut geworden», sagte Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann-Durrer: «Man hätte das Traktandum erst an der ‹Maien-Gemeinde› vorlegen sollen, um eine richtige Diskussion führen zu können.»

«Der Gemeinderat wollte aber
keine Zeit mehr verlieren»

, so die Präsidentin weiter, «und es ist ja keineswegs sicher, dass im Mai wieder eine ordentliche Gemeindeversammlung durchgeführt werden kann.»

Mehrzweckgebäude ist in sehr schlechtem Zustand

Laut Botschaft des Gemeinderates befindet sich das 1979 erbaute Mehrzweckgebäude (MZG) «in einem sehr schlechten Zustand und entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsnormen». Das MZG weist neben der Turnhalle mit Nebenräumen zwei Unterrichtszimmer für den Werkunterricht sowie verschiedene Vereinslokale, wie das Probelokal für die Musikgesellschaft, auf. Im Untergeschoss befinden sich unter anderem Räumlichkeiten und Garagen der Gemeindefeuerwehr und des Werkdienstes sowie der Trainingsraum für die Schwinger.

Das Mehrzweckgebäude Lungern mit Räumlichkeiten und Garagen für die Feuerwehr ist laut Gemeinderat in einem schlechten Zustand.

Das Mehrzweckgebäude Lungern mit Räumlichkeiten und Garagen für die Feuerwehr ist laut Gemeinderat in einem schlechten Zustand.

Bild: Robert Hess (Lungern,
7. Januar 2021)

Aus dem Jahre 1896 stammt der Altbau des Schulhauses Kamp. Während die denkmalgeschützte Aussenhülle in gutem Zustand sei, gelte das für die Inneneinrichtung nicht, schreibt der Gemeinderat. Im Gebäude befinden sich unter anderem die Unterrichtsräume für Kindergarten und Unterstufe.

1938 wurde der Anbau des Schulhauses Kamp erstellt. Die für den Schulbetrieb zu kleine Turnhalle, in der auch Gemeindeversammlungen oder Theateraufführungen stattfinden, entsprechen den gesetzlichen Vorgaben nicht mehr. Sanitäre Einrichtungen für den Sport fehlten und die Räume über der Turnhalle seien im schlechten Zustand, «eine umfassende Sanierung ist schon länger absehbar», heisst es in der Botschaft zur Urnenabstimmung vom 17. Januar.